August 2017: LU Scholz

Bei der sogenannten Strangwickeltechnik werden gepresste Rundballen nicht einzeln, sondern in Schläuchen gewickelt. Dies soll Zeit und Geld sparen. LU Frank Scholz aus dem hessischen Linsengericht setzt solch ein System ein.

Lohnunternehmer Frank Scholz

Viele seiner Kunden sind große viehhaltende Betriebe, die immer noch ohne feste Siloplatte arbeiten, berichtet Frank Scholz: „Diese haben bisher entweder Ballensilage gepresst, was sehr zeitaufwendig ist und sehr viel Folie verbraucht, oder sogar lange noch einen Freigärhaufen ohne Bodenplatte angelegt.“ Die Probleme liegen bei beiden Verfahren klar auf der Hand: In großen Mengen Rundballen zu pressen und zu wickeln verbraucht Massen an Folie und die muss wiederum auch entsorgt werden. Fahrsilos ohne Bodenplatte führen zunehmend zu Problemen mit der Wasserbehörde.

Im Strang gewickelt

Die sogenannte „Strangwickeltechnik“ ist in Deutschland bisher wenig bekannt. Frank Scholz hat sie im Jahr 2009 das erste Mal auf einer Urlaubsreise in Florida entdeckt und gleich gedacht, dass das etwas für seine Kundschaft sein könnte. In den USA sieht man das System sehr oft. Silage, Stroh und Heu werden so gelagert. Seitdem hat ihn das Verfahren nicht so richtig losgelassen. Schließlich importierte er und wickelte das Geschäft mit bzw. über seinen langjährigen John Deere-Vertriebspartner Rolf Zürn ab und kaufte ein Gerät der kanadischen Firma Anderson. Zürn hat daraufhin den deutschen und den umliegenden europäischen Vertrieb für Anderson übernommen. [...]

Die Ballen werden mittels Frontlader auf den Wickeltisch gelegt, der die Ballen umwickelt und dem Strang zufügt.
Die Ballen werden mittels Frontlader auf den Wickeltisch gelegt, der die Ballen umwickelt und dem Strang zufügt.

70 bis 80 Ballen pro Stunde

Mittlerweile wickelt der Lohnunternehmer rund 90 % seiner Wickelaufträge mit dieser Technik. Das sind 7.000 bis 8.000 Ballen pro Saison. Sein Göweil-Wickler kommt nur noch vereinzelt zum Einsatz, wenn es gilt, nur einige wenige Ballen zu wickeln.

Wir Lohnunternehmer müssen uns auch Gedanken darüber machen, wie wir es schaffen, weniger Stunden im Einsatz zu sein.

Frank Scholz, Lohnunternehmer

„Wir Lohnunternehmer müssen uns auch Gedanken darüber machen, wie wir es schaffen, weniger Stunden im Einsatz zu sein“, sagt er. Das Strangwickelsystem ist für ihn ein Weg dorthin. 70 bis 80 Ballen wickelt er pro Stunde damit. Das hänge natürlich auch von den Gegebenheiten vor Ort ab, so Frank Scholz: „Man braucht genügend Platz auf einer relativ ebenen, gut befahrbaren Fläche. Idealerweise werden die Ballen ‚Just in Time‘ dem Strangwickelgerät zugeführt.“ Hier läuft dann zeitgleich die Rundballenpresse, der in 2010 angeschaffte Anderson Rundballensammelwagen sowie das Strangwickelgerät. „Mit dem Rundballensammelwagen kann eine Person effektiv diese Anzahl Rundballen sammeln, laden und zum Wickelplatz transportieren“, ist er begeistert. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Landwirt die Ballen selbst transportiert, hier können die Ballen vom Transportwagen direkt abgenommen werden, oder sie werden in einem Winkel von 45 Grad zum geplanten Strang auf der Fläche abgelegt. [...]

Am meisten Zeit verbraucht das System bei Anfangs- und Endtülle. „Optimal ist daher eine Schlauchlänge von ca. 100 Ballen“, sagt LU Frank Scholz.

Kosten sparen durch weniger Folie

Ein Vorteil gegenüber einem Fahrsilo liegt für den Landwirt zum einen in der kleineren Anschnittfläche bei der Entnahme, was kaum Nacherwärmung und Verluste zur Folge hat, und zum anderen, dass keine spezielle, kostenintensive Entnahmetechnik benötigt wird.

Gewickelt werden kann ab vier Lagen: „Wir wickeln aber fast alles achtlagig, um Fehlgärungen zu vermeiden“, sagt LU Scholz. Zwischen dem Pressen und Wickeln sollten daher, wenn möglich, auch nicht mehr als 3-4 Stunden vergehen. Der Kunde spart vor allem durch die Ersparnis an Folie: Im Gegensatz zur normalen Ballensilage verbraucht das Strangwickel-System ca. 40 bis 45 % weniger Folie, so der Lohnunternehmer. Für den Landwirt bedeutet dies bei 6 bis 8 Lagen Folie eine Ersparnis zwischen 1,50 und 1,70 € pro Ballen.

Mirja Schmatzler, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN 

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe August 2015.