Januar 2018: LU Marquardt

Alexander Marquardt setzt seit 2014 einen Rübenroder ein, der die Rüben gleichzeitig wäscht und entsteint. Der Roder wurde „Waschbär“ getauft.

LU Alexander Marquardt hat in der ersten Saison ca. 400 ha Rüben mit dem Palandt „Waschbär“ geerntet.

Mit seiner Rübenverarbeitungskette wäscht und schreddert Alexander Marquardt pro Saison ca. 100.000 t Biogasrüben. Sie besteht aus einem Vorreiniger, einer Rübenwäsche und einem Schredder. Der Auf- und Abbau der gesamten Anlage dauert entsprechend einen halben Tag. „Das ist der Knackpunkt bei diesem System. Für Rübenmengen unter 1.000 t lohnt der Aufbauaufwand nicht, denn dann ist die Rüstzeit beinahe höher als die reine Arbeitszeit. Gerade Kunden mit kleineren Mengen sind somit durch das Raster gefallen“, blickt Alexander Marquardt zurück und ergänzt: „Wir haben nach einer technischen Lösung gesucht, mit der wir auch kleinere Aufträge abarbeiten können und die Kosten für den Kunden im Rahmen bleiben – denn eines ist sicher: Die Zuckerrübe gehört genauso in den Fermenter wie der Mais.“

Die Zuckerrübe gehört genauso in den Fermenter wie der Mais.

Alexander Marquardt, Lohnunternehmer

In Mecklenburg-Vorpommern experimentieren viele Biogasanlagenbetreiber mit Rüben. Häufig sollen sie früh gerodet und direkt mit dem Silomais einsiliert werden, wenn die Anlagen keine separate Lagermöglichkeit für die Rüben vorhalten können. „Hier wird nicht die Schlagkraft unserer Rübenverarbeitungskette benötigt. Der Waschbär passt dort besser in das System. Außerdem ist dieses Verfahren für den Kunden das sauberere“, so Alexander Marquardt. [...]

Der Holmer TerraVariant mit dem Rübenaufbau wird als Überladefahrzeug eingesetzt. Der Bunker bietet Platz für ca. 20 t Rüben.

Vom Rüben- zum Waschroder

Anfang Oktober 2014 wurde der Rübenroder, der von der Landtechnikfirma Palandt zum „Waschbären“ umgebaut wurde, geliefert. Es handelt sich dabei um einen gebrauchten und umgebauten dreiachsigen Ropa Tiger mit sechsreihigem Rodeaggregat. „Da wir vom Auftragsvolumen her begrenzt sind, haben wir uns für einen drei Jahre alten Roder mit ca. 4.000 h entschieden und nicht für einen neuen. Dieser wurde dann zu Palandt geliefert und dort mit der Rübenwäsche ausgerüstet“, erklärt Alexander Marquardt das Umbauprozedere. Palandt übernimmt auch den Service der Anlage. Zwar seien keine Spezialkomponenten verbaut, für Anpassungen an der Wäsche sei der Entwickler der Waschanlage jedoch erforderlich. [...]

Die Waschanlage befindet sich in der Mitte des Roders. Rechts am Bildrand ist das Austragsband für die Steine zu sehen.

Wäsche rein – Bunker klein

Die gesamte Rodetechnik des Ropa Tigers ist nach dem Umbau erhalten geblieben. Im mittleren Bereich der Maschine wurde allerdings der Bunker entfernt und dafür die Rübenwaschanlage eingebaut. Die Rüben gelangen nach dem Roden vom Elevator auf ein Querförderband und von dort in den Entsteiner. Dabei handelt es sich um ein Aufströmbad, in dem die Rüben durch den Wasserdruck nach oben gespült werden. Die Steine hingegen fallen auf den Boden der Wäsche und werden über ein Förderband seitlich aus der Maschine ausgeworfen. Die aufströmenden Rüben werden mit einer Paddelwelle zu einem weiteren Förderband und dann in den Bunker transportiert. [...]

Die gewaschenen Rüben werden direkt auf das Transportfahrzeug verladen und zur Biogasanlage gefahren.

Gleiches Gewicht

Das Gewicht des Roder durch den Aufbau der Waschanlage nicht gestiegen und liege weiterhin bei ca. 32 t. Zwar sind durch die Waschanlage neue Komponenten hinzugekommen. Im gleichen Maße wurde allerdings der Bunker verkleinert und entsprechend wurden auch die ca. zwei Tonnen schwere Verteilwalze und ein Querförderband entfernt. Die Vorratsbehälter der Waschanlage fasst ca. 6 m³ Wasser. Weitere 6 m³ sind in der Waschanlage, wenn mit dem Roden gestartet wird. Zum Transport auf der Straße muss das Wasser komplett abgelassen werden. [...]

Die Waschanlage wird über das zentrale Bedienterminal des Roders überwacht und gesteuert.

Bislang Preis pro Hektar

[...] Das Roden mit dem Waschbär hat Alexander Marquardt in diesem Jahr nach einem festen Hektarpreis abgerechnet. „Wir mussten erst einmal ausprobieren, wie das Ganze in der Praxis funktioniert. Die Zeitkomponente wollte ich deshalb bewusst bei der Preisbildung herauslassen, da es dem Kunden schwer vermitteln lässt, wenn wir auf dem Acker stehen und eine Stunde lang am Roder herumschrauben“, erklärt er und sagt: „Die Abrechnung nach Tonnen wäre sicherlich auch eine Alternative, gerade die kleineren Biogasanlagen, für die dieses Verfahren interessant ist, haben keine eigene Waage. Deshalb können wir das Gewicht nicht erfassen.“

Das Fazit der ersten Ernte mit dem Waschbär fällt nach einer Saison durchaus positiv aus, das System lasse aber noch Raum für Verbesserungen. [...]

Björn Anders Lützen, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe Januar 2018.