Carsten Erlemeyer: LU.WEB Mitarbeitertagebuch Eintrag Nr.2

„Im Westen was Neues“, meldet Carsten Erlemeyer, unser Tagebuchautor bei LU Hante in Velen, Kreis Borken. Das Wetter ist weiterhin planlos, in Werkstatt und Büro wird strategisch gearbeitet.

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HighlightsAnfang Januar ist unser neues 18,5m³ Briri Güllefaß auf dem Hof angekommen. Vollgestopft mit Technik. Leider konnten wir es noch nicht voll einsetzen. Die Schul-Exkursion nach Kalkar zum Rübenroder-Praxistag bei LU Janßen hat mir neue Horizonte eröffnet. Nicht nur weil's am Niederrhein so flach ist. Das erste Mal durfte ich einen Roder bis ins Detail untersuchen. Der Fahrer des Ropa Eurotigers erklärte uns die gesamte Technik und zeigte die vielen Einstellungsmöglichkeiten. Mein Eindruck: Diese Maschine ist eine Wucht.

AußenarbeitenDas Wetter macht uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Erst der Schnee und dann der Regen. Eher April als Januar oder Februar. Der zwischenzeitliche Frost hat nicht ausgereicht den Boden tief genug durchzufrieren. Die meisten Flächen hier im Münsterland sind gar nicht befahrbar. Auf wenigen Grünland- oder Getreideflächen haben wir Gülle ausbringen können. Die kann ich aber an zwei Händen abzählen. Trotzdem, die Pötte sind voll.  Die Einsätze von Gülleumpumpen und Transporte von einem zum anderen Landwirt sind in vollem Gange. Ausgelastet ist unsere Flotte damit noch nicht, sondern wartet in der Halle. Immerhin, es ist genug Zeit die angemietete Strohhalle zu säubern. Die restlichen Strohbunde liegen inzwischen in unserer neuen Halle am Hof. Das lose Reststroh haben wir auf einem Kipper zwischengelagert. Einem Landwirt wird es zum Einstreuen abholen. Ich bin mit dem Laubbläser auf den Rücken geschnallt durch die Halle gefegt. Mit dieser Allzweckwaffe habe ich jede Ecke leer und den Staub an den Wänden weggeblasen. Staub und Strohreste auf den knapp 1000m² hatten da keine Chance.

Werkstatt„Big Brother is watching you" könnte man denken, wenn man sich jetzt das neue Güllefaß anschaut. An das Faß und am Zugschlepper habe ich ein umfangreiches Kamerasystem installiert. Zwei Monitore zeigen jetzt dem Fahrer, was hinter dem Fass, am Gestänge und am Saugarm, so passiert. Der Anschluss einer vierten Kamera ist schon vorbereitet. Momentan steht unsere Kuhn Maxima Einzelkorn-Direktsaat-Maschine in der Werkstatt. Nach vier Jahren und einer Gesamtleistung von ca. 2400 ha ist einiges dran. Der Teleskoprahmen ist neu gelagert, sämtliche Schneidscheiben sind erneuert, Abstreifer aufgeschweißt und Düngeschläuche sind ausgetauscht. Das gesamte Gebläse liegt zerlegt auf der Werkbank, die Lager werden noch ausgetauscht. Ähnlich sieht zurzeit die mechanische Drillmaschine, die INTEGRA GII, aus. Hier warten wir noch auf die Ersatzteile. Der Sandboden macht den Maschinen zu schaffen. Vor eine Herausforderung stellte uns eine auf dem Stummel festsitzende Gelenkwelle. Die saß so fest, da wäre selbst mit roher Gewalt keine Bewegung reingekommen. Letztendlich schweißten wir ein langes Winkeleisen an und schlugen die Welle mit dem Vorschlaghammer vom Stummel herunter. Nach der Demontage war offensichtlich, was zu vermuten gewesen ist. Weil die Gelenkwelle im Betrieb ständig stark abgewinkelt ist, hatte der Kopf auf dem Stummel so sehr gearbeitet, dass er sich festgefressen hatte.

Zum ersten Mal hieß es für mich Büroarbeit. Ein Flyer zum Thema Gülleausbringung sollte erstellt, gedruckt und an die Kunden verschickt werden. Gesagt getan, gemeinsam mit meinem Chef war der Flyer in wenigen Stunden druckfertig. Über den Inhalt diskutierten wir fleißig. Mit dem Flyer wollen wir den Kunden nicht nur die Vorteile der verschiedenen Ausstattungen und Verteiler an den drei Fässern vorstellen. Es sollten auch die Informationen zum Striptill Verfahren und die Gülle-Unterfußdüngung im Mais Platz finden. Viel Info auf wenig Platz. Für das Design war ich allein zuständig. Den Text für den Flyer haben wir in Word geschrieben.  Bei der Bildbearbeitung habe ich Photoscape und Paint.net genutzt. Nach einigen Druckversuchen im Büro, ließen wir diese Arbeit von einem professionellen Copyshop ausführen. Sicher ist sicher. Schließlich hieß es dann nur noch die 170 Umschläge zu füllen. Das war eine Menge Faltarbeit. Aber egal, im Büro zwischen Cappuccino und PC lässt es sich auch so gut aushalten.

FreizeitZwischen den zwei Blockwochen Schule hatte ich eine Woche Urlaub. Das war ein Aktiv-Urlaub: Ballentransport bei meinem Bruder. Außerdem sind mein Berichtsheft und ich uns wieder etwas näher gekommen.

TermineZwei erfolgreiche Schulwochen mit einigen Klausuren liegen nun hinter mir. Nun  ja, wollen wir mal hoffen, dass der Erfolg auch bei der anstehenden Zwischenprüfung im Februar nicht ausbleibt.

 

 

Geschrieben von Kai Hasse