Matthias Maier: LU.WEB Mitarbeiter-Tagebucheintrag Nr. 9
Älterer Beitrag
Dieser Beitrag ist bereits vor mehreren Jahren erschienen und enthält möglicherweise nicht optimal dargestellte oder veraltete Inhalte.
HighlightsDie Hochzeit unseres Chefs ist mit Sicherheit das Highlight des Jahres. Am Vorabend der eigentlichen Feier haben wir vor dem Büro den Kinds-Baum platziert. Neun Meter hoch, klar, in Blau und Weiß gestrichen und voll mit Kinderwäsche und einem großen Storch an der Spitze. Das soll einen fruchtbaren Segen für das Paar bringen. Sollten im ersten Jahr keine Früchte zu sehen sein, dann müssen die Früchtchen, die den Baum aufgestellt haben, gegossen werden. Also eine Feier für alle Beteiligten.
AußenwirtschaftRegen bei 14 Grad Celsius, fast wie Oktober oder wie im letzten Mai. Hier regnet es seit Tagen. Schauer mit teils 60 Litern pro Quadratmeter. Innerhalb der letzten Woche hatten wir gut 120 Liter auf dem Quadratmeter. Sicherlich, nicht schlecht für den dritten Grasschnitt, der längst dran wäre. Aber der Weizen droht bereits auszuwachsen. Immerhin wachsen die Rüben und der Mais jetzt auch wieder. Der Mais hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. Standort und Saattermin zeigen sich ganz krass in der Wuchshöhe, 1,5 Meter oder 3 Meter. Außer der Wintergerste und dem größten Teil des Rapses stehen noch alle Früchte im Regen.Gülle, wir hatten mehrere Aufträge Gülle auf Grünland auszubringen. Das liegt aber überwiegend in den Donau-Auen, und da ist inzwischen der Pegel soweit angestiegen, das wir dort gar nicht mehr hinkommen, weil der Boden schon so aufgeweicht oder schon überschwemmt ist. Inzwischen ist für die Donau die höchste Meldedstufe ausgegeben. Mit den Getreidetransporten haben wir im Moment dagegen richtig zu tun. Die kleinen Lagerhäuser räumen die frische Ernte von Gerste und Raps aus, um Platz für den Weizen zu haben. Nach wie vor wird viel Getreide direkt im Hafen verschifft oder dort gelagert, ein Teil wird aber auch in den überregionalen Lagerhäusern zwischen gelagert. Es werden meistens Wintergerste und Raps transportiert aber auch Braugerste und der erste Weizen. In den letzten Wochen haben wir einige tausend Tonnen mit den LKW und Schlepper bewegt.
WerkstattDer Häcksler, den wir schon von Gras auf Mais umgerüstet hatten, ist auf dem Weg nach Ungarn und wird dann schon mit der Maisernte beginnen. Die 18-Tonner Anhänger und die Tridem-Wagen haben wir auf Straßenverkehr umgerüstet: LKW-Reifen aufgezogen, weil die jetzt überwiegend im Getreidetransport eingesetzt werden. Die schmaleren LKW-Reifen werden mit 8-9 bar gefahren, im Gegensatz zu unseren Landwirtschaftlichen Reifen mit 2,5-3 bar. Das spart bei der Menge der Transporte ganz schön Sprit und der Verschleiß ist um vieles geringer.Zudem hatten wir für die Getreideanhänger, die noch keine Wagenplane hatten, passende Wagenplanen in Auftrag gegeben. Die sind geliefert und haben wir sofort an den Anhängern angebracht. Klar, haben wir die Profi-Variante und nicht die „Kletterplane". Die Planen sind wie an den LKW an der einen Seite mit einer Alu-Schiene befestigt und werden über den Wagen gerollt, mit einer Handkurbel. Der Hersteller der Planen in Ingolstadt, die Firma Böttcher, liefert praktisch binnen 24 Stunden.
FreizeitEigentlich, habe ich auf Grund des schlechten Wetters ungewöhnlich viel Freizeit. Oder genauer: geregelte Arbeitszeit mit pünktlich Feierabend und Wochenende. Einerseits habe ich dabei kein gutes Gefühl, wenn ich den Weizen im Regen stehen sehe, andererseits kann ich so auf meinem elterlichen Betrieb mehr mitarbeiten. Da werde ich im Moment sehr gebraucht. Und meine Freundin (ge)braucht mich auch. Ja, klar und Feuerwehr. Da kann ich an einigen Vorbereitungen zu Wettkämpfen und Schulungen teilnehmen, sonst komme ich da eher wenig dazu.
TermineDiese Bauernsonntage in der Ernte nutzen wir zu überraschenden Inspektionen bei unseren heimischen Landtechnik-Händlern. Für den 11. August hat unser Landmaschinenhändler Weger und Gebrüder Bachmaier zusammen mit der Firma Köckerling einen Feldtag mit Schwerpunkt Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchsaat organisiert: die Köckerling-Roadshow. Es ist auch einer unserer Schlepper am Start.
Autor: Kai Hasse
Über das LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch:Ein Jahr lang schreiben 5 Mitarbeiter aus vier verschiedenen Lohnunternehmen monatlich abwechselnd einen Eintrag in ihrem LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch. Im LU.WEB wird wöchentlich ein neuer Beitrag veröffentlicht.