Stefan Wolff: LU.WEB Mitarbeitertagebuch-Eintrag Nr. 10

„I am back, die Schwellung ist weg.“ Stefan Wolff, unser Tagebuchautor bei LU Metzger ist wieder rund um Meßdorf voll im Einsatz. Der geschwollene Fuß hat seine alte Größe zurück. Die Grasernte im dritten Schnitt neigt sich dem Ende, die ersten Schneisen im Mais sind gehäckselt und die Rübenroder stehen am Start.

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HighlightsWir haben tatsächlich noch einen Mähdrescher für Getreide bereit stehen. Es sind noch gut 70 ha Weizen - der Kunde hat die Hoffnung auf die Sonne noch nicht aufgegeben. Unser 3. Schnitt im Gras lief eigentlich ganz gut, wenn man von den nicht wenigen und reichlichen Regenschauern absieht. Den ersten Mais haben wir gehäckselt. Überwiegend streifenweise, bzw. Schneisen in die Flächen gehäckselt. Damit die Wildschweine nicht die Orientierung verlieren. Mein Häcksler hat, nach der Durchsicht und Umbau auf Mais, bei der Testfahrt angefangen zu qualmen. Da war der Motor hin. Wohl zu sehr auf den Mais gefreut. Neue Technik pünktlich zur Maisernte ist auf dem Hof: eine NawaRo-Maus von Ropa, ist eine umgebaute Rübenmaus zum Überladen von Silomais und ein „Pistenbully von Kässbohrer GreenTech mit einem schön breiten Schild und Raupenlaufwerk für die Silomieten. Ein neuer sechsreihiger Grimme Rübenroder ist da: „Rexor 620". Der ist statt mit einem Köpfer mit einer Putzwelle ausgerüstet. Die Rüben werden also nicht mehr geköpft, sondern „entblättert". Am 16.09.2010 hat für 30 Krone Vertriebspartner aus den GUS-Staaten ein Agrartraining mit Klaus Semmler zum Thema Häcksler, Schwader und Mäher bei uns stattgefunden. Neben dem praktischen Einsatz auf dem Feld informierten sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen über unser Lohnunternehmen.

AußenwirtschaftDer dritte Schnitt geht dem Ende zu, wir wären wohl schon fertig, wenn es nicht immer wieder geregnet hätte. Mit zwei kompletten Häckselketten sind wir noch im Einsatz. Die Erträge sind ganz zufriedenstellend. Der spät gedrillte Mais und der nach der GPS angebaute haben den frühgedrillte Mais ganz schön überholt. Den Kältestress des Frühjahrs und dann die Trockenheit haben die jungen Pflanzen nicht ganz kompensieren können. Dieser Mais ist zwar auch 2 und mehr Meter hoch, der spätere ist aber über drei Meter. Jetzt häckseln wir bereits die Schneisen in die Flächen. Damit die Jäger wenigstens zählen können, wie viel Schweine im Mais sind. So eine Rotte Wildschweine fällt im Mais nicht durch Bescheidenheit auf, da sind schnell mal einige Tonnen am Boden und die Kolben weg. Hier ist dann unser kleiner Häcksler der BiG X 500 im Einsatz. Nein, da steht kein Jäger drauf. Auf den Einsatz der NawaRo-Maus sind wir alle gespannt. Wenn alles so funktioniert, brauchen wir nur noch zwei Abfuhrgespanne auf dem Feld und der Häcksler hat keine Wartezeit. Die Abfuhr mit LKW mit 60 Kubik Ladevolumen ist schneller und kostengünstiger bei den Entfernungen von teilweise 20 km bis 30 km. Da sind sonst gut 15 Traktorgespanne im Einsatz. Gülle und Mist geht immer, wenn der Acker befahrbar ist. Zurzeit sind wir noch mit 7 Fässern im Einsatz, die beiden Annaburger mit je 21 Kubik und Breitverteilung und das 25 Kubik Veenhuis mit Schleppschlauch im Raps. Im Mist sind die beiden Annaburger Streuer mit 22 und 18 Kubik im Einsatz. Jede Menge Rindermist, aber auch Hühnermist und Substrat aus den Biogasanlagen wird von uns verteilt auf 18 m bzw. 20 m. Da ist im Moment nicht so ein Druck wie im Frühling, wenn die Lager alle voll sind. Die Getreidemühle war noch auf einigen Milchviehbetrieben im Einsatz. Und mit der neuen Roto Grind Strohmühle haben wir bei einigen Betrieben Vorführungen gefahren, die wollten einfach erst einmal ausprobieren, wie das Stroh dann aussieht. Klar, die waren begeistert.

WerkstattEs wird nur ein Mähdrescher auf Körner-Mais umgebaut. Also die Siebe, Trommel austauschen, gleichzeitig alle Keilriemen und Lager überprüfen. So nach und nach haben wir die übrigen Häcksler auf Mais umgerüstet. Einer unserer zwei bereits vorhandenen Grimme Roder "Maxtron 620" ist zum Erntecheck in der Werkstatt. Lager und Wellen werden überprüft. Natürlich steht bei einigen Schleppern wieder die übliche Inspektion an. Seit der Getreideernte haben wir in der Werkstatt ja Schichtdienst, dies hat sich wieder gut bewährt. So hat sich nichts aufgestaut und auch diese üblichen Inspektionen können neben den akuten Fällen kontinuierlich abgearbeitet werden. Während der Maissaison werden wir wohl eine weitere Schicht einführen, da dann ja faktisch rund um die Uhr gearbeitet wird.

FreizeitJa, Freizeit. Da sich die Freizeit ja auf die regenfreien Tage konzentriert hat, und dann aber mit 200 % war man beinahe froh, wenn es dann mal wieder geregnet hat - der Tag war dann schon notwendig zum Regenerieren: Freunde treffen und im Haus mal einiges wegzuräumen.

TermineMais, das ist sicher. Dann die Rüben. Alles andere hängt vom Wetter ab. Und im Dezember zur DeLuTa, klar, wohin auch sonst.

Autor: Kai Hasse

Über das LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch:Ein Jahr lang schreiben 5 Mitarbeiter aus vier verschiedenen Lohnunternehmen monatlich abwechselnd einen Eintrag in ihrem LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch. Im LU.WEB wird wöchentlich ein neuer Beitrag veröffentlicht.