Stefan Wolff: LU.WEB Mitarbeitertagebuch-Eintrag Nr. 9

Die Ernte ist auch in Meßdorf bei LU Metzger immer wieder von Schauern unterbrochen. Und unser Tagebuchautor Stefan Wolff hat trotzdem nicht die Flinte ins Korn geschmissen, stattdessen die Stange auf den Fuß. Handy macht`s möglich.

Älterer Beitrag

Dieser Beitrag ist bereits vor mehreren Jahren erschienen und enthält möglicherweise nicht optimal dargestellte oder veraltete Inhalte.

HighlightsBin wieder am Start! Nachdem ich zwei Wochen außer Gefecht gesetzt gewesen bin. Was ein Anruf auf dem Handy alles verursachen kann, das habe ich immer für ein Gerücht gehalten. Jetzt habe ich es selbst gespürt. Ich will den Zylinder der Schleifeinrichtung am Häcksler einbauen. Da klingelt das Handy. Ich greife danach. Hab das Handy in der Hand, da rollt mir die Welle vom Tisch und rums auf den Fuß - direkt hinter die Stahlkappe auf den Spann. Da waren der Knochen hin und das Gespräch auch schon beendet.Am 19. August war ich mit drei Kollegen auf dem Case Feldtag in Niederdodeleben auf dem Gelände der Agro Bördegrün. Schon am 18. August war dort ein Lu-Treffen organisiert und am 19. Eben die Praxisvorführung. Da waren wir dann auch mit einem unserer Veenhuis-Fässer vertreten. Jede Menge interessanter Technik wurde ausgestellt und vorgeführt. Es gab auch einen Themenpark zu nachwachsenden Rohstoffen. Die kleine Tagestour hat sich echt gelohnt. Der neue BiG X 650 ist eingetroffen, ca. 800 Hektar Maisfläche haben wir dazu bekommen. Unsere neue Strohmühle, die Roto Grind ist auch schon im Einsatz. Seit gut 5 Tagen geht das Dreschen, ohne Schauer. Mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres haben jetzt Tim Homann, Fachkraft Agrarservice, und Daniel Weiss, Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik, bei uns angefangen. Damit haben wir jetzt sieben Auszubildende.

AußenwirtschaftAlle neun Drescher sind jetzt im Einsatz. Die heiße Phase läuft auf Hochtouren. Der Regen, in all seinen Varianten hat die Stimmung der Bauern zwar feuchter aber nicht fröhlicher gemacht. Mit bis zu 30 % weniger Ertrag beim Weizen haben sich viele schon abgefunden. Jetzt ist die Sorge, dass auch die Qualität verloren geht, denn das Getreide ist auf vielen Flächen bereits schwarz. Es wird auch nicht mehr lange gefackelt, wenn es um die Feuchte-Prozente geht. Lieber mit 15 % gedroschen als wieder 40 Liter Regen. Wer eine eigene Trocknung hat, nutzt sie in diesem Jahr intensiv und lagert, wenn möglich das Getreide ein. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Weizenpreise weiter klettern. Wer nicht einlagern kann, macht sich keine Illusionen. Da heißt es eher "retten was zu retten geht". Die Drescher fahren jetzt faktisch von Feld zu Feld. Kaum ist die Maschine auf einer Fläche fertig, hat der nächste Kunde seine Wagen bereits am benachbarten Flurstück positioniert. Gestern hat ein Kollege allein an diesem Tag 50 ha gedroschen. Natürlich ist der Tau der begrenzende Faktor. Aber, wie gesagt, die Landwirte zögern nicht mehr. So haben wir auch Hafer am Vormittag mit 16 % geerntet. Parallel ist die Stoppel-Gülle-Saison ebenfalls auf dem Höhepunkt. Mit sechs Fässern sind wir im Einsatz. Auf den Stoppelflächen bringen auch wir überwiegend mit Prallteller aus und anschließend wird es mit dem Grubber direkt eingearbeitet. Aber auch unser Horsch- Direktverteiler mit sechs Metern Arbeitsbreite ist bereits gut ausgelastet. Die Rot Grind ist vor allem bei landwirtschaftlichen Betrieben mit Milchkühen im Einsatz. Die schafft ca. 50 Ballen die Stunde, egal ob Stroh oder Heu. Die 24 Schlegel der Hammermühle zerkleinern das Stroh auf 1 bis 5 cm, dadurch wird die wasserabweisende Wachsschicht der Halme aufgebrochen und eine höhere Wasseraufnahme ist gewährleistet. Das verbessert die Hygiene im Stall und damit auch die Tiergesundheit.

WerkstattIn der Werkstatt ist inzwischen wieder alles um dekoriert. Zurzeit steht zwar der Schwader, der Krone Schwadro mit 14m Arbeitsbreite 14 m zur Durchsicht in der Werkstatt. Insgesamt stehen aber eher die Häcksler im Focus. Ja, zum dritten Schnitt im Gras, aber auch der Mais wirft seine Schatten voraus. Die Häcksler rüsten wir komplett auf Mais um.

FreizeitJa, davon hatte ich während der letzten Wochen genug. Die ersten fünf Tage nach dem Telefonat und der Wucht der eisernen Fakten auf meinem Fuß, durfte ich erst einmal gar nicht mehr laufen: Stillhalten und ruhig liegen - also waagerechtes Erholen.

TermineFür Ende August ist unser Erntefest auf dem Betrieb eingeplant. Geplant ist ein kleiner Ausflug zum 2. Dampfpflugfest nach Calberwisch. Das ist eine große Ausstellung von historischen und modernen Landmaschinen. Den Tag lassen wir dann gemütlich mit einem gegrillten Spanferkel auf dem Hof ausklingen.

Autor: Kai Hasse

Über das LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch:Ein Jahr lang schreiben 5 Mitarbeiter aus vier verschiedenen Lohnunternehmen monatlich abwechselnd einen Eintrag in ihrem LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch. Im LU.WEB wird wöchentlich ein neuer Beitrag veröffentlicht.