Tobias Reher: LU.WEB Mitarbeitertagebuch-Eintrag Nr. 4

„Gülle, Mist und Mais!" meldet unser Tagebuchautor Tobias Reher bei LU Mücke aus Raitzen in Sachsen. Auf viele Flächen ist der Weizen nur noch Vorfrucht zur Mais-Mulch-Saat.

Älterer Beitrag

Dieser Beitrag ist bereits vor mehreren Jahren erschienen und enthält möglicherweise nicht optimal dargestellte oder veraltete Inhalte.

HighlightsDie  Fendt Fahrerschulung bei der Baywa in Oberschöna. Der Schwerpunkt lag hier klar auf Sprit sparen und Teach In, also Vorgewende Management! Das wurde erst in einer Präsentation, anschließend draußen an einer Maschine vorgeführt. Nicht alles war  neu, aber einige sehr gute Tricks und Kniffe für die zukünftige Arbeit mit unserem Dieselross konnte ich mitnehmen. Absolutes Highlight war die Fahrerschulung bei Krone für die neuen Häcksler 700 und 1100. Dazu sind mein Kollege Heiko und ich nach Spelle gefahren. Die Schulung ging über zwei Tage. Quasi ein Heimspiel für mich und nicht weit von meinem Zuhause entfernt. In den zwei Tagen wurde uns der Aufbau und Bedienung der Häcksler sehr detailliert beigebracht. Im praktischen Teil der Schulung haben wir Pick-up, Einzug und Cracker mal an- und abgebaut. Klar, anschließend  Werksbesichtigung. Insgesamt zwei ziemlich fordernde Tage, bei denen ich aber ziemlich viel lernen konnte!

Außenwirtschaft Gülle, Gülle, Gülle und Mist!  Gülle Kolonne läuft auf Hochtouren, ich hab mehrere Tage mit der Gülle zugebracht. Die Gülle aus der Biogas Anlage bringen wir nun auf den zahlreichen ausgewinterten Weizen-Flächen aus. Das ist hier sowieso das allbeherrschende Thema, ich glaube uns hat es hier mit am schlimmsten in ganz Deutschland erwischt.  Wir haben mal so überschlagen und hochgerechnet, was wir so in der Feldmark an ausgewinterten Flächen gesehen haben. Ich schätze, in unserer Region werden wohl mehrere tausend Hektar umgebrochen. Das zieht natürlich einen ziemlich langen Rattenschwanz hinter sich her, Saatgut für Sommergetreide ist bis auf das letzte Korn ausverkauft, Rübenqoute ist ja eh voll, also wird hier viel auf Mais hinauslaufen! Das Ende vom Lied kann man dann an den Preisen ablesen!  Aber zurück zur Gülle & Mist: Gülle zugefahren, und dann auch noch Mist/Gärsubstrat/Kompost gestreut mit unserem 933 und Bergmann Miststreuer. Eine ziemlich coole Aufgabe, bis auf einen kleineren Schaden lief alles tadellos. Die hintere Zapfwelle beim Miststreuer ist abgescherrt und hat dabei ein paar Ölleitungen gekappt. Nach einem Tag Reparatur konnte die Arbeit jedoch weiter gehen. Soviel erst einmal zum Thema Außenarbeit, hatte ja jetzt 2 Wochen Schule, deshalb war da nicht so viel Abwechslung drin.

Werkstatt Werkstatt... gute Frage, da war ich schon länger nicht mehr! Die meiste Action spielt sich zurzeit ja wirklich draußen ab. Unsere Schlosser halten die Stellung und werden wohl noch Arbeit finden. Ich denke in den kommenden zwei Wochen noch die Ehre haben zu dürfen, etwas schrauben zu können.

FreizeitDie ist während der Güllesaison natürlich knapp bemessen. Da geht's ja  von morgens 7.00 h bis abends um 21.00 h. Das Freizeit-Programm besteht also aus Frühstücken, Duschen und Schlafen! Während meiner zwei Wochen Schule war es dann wieder ganz anders: man wurde von Freizeit fast erschlagen. Also hatte ich endlich Zeit mein Herbarium für die praktische Zwischenprüfung fertigzustellen! Die schriftliche Prüfung habe ich ja auch hinter mich gebracht.  Diese Freizeit nach der Schule habe ich genutzt für die Vorbereitung auf die praktische Zwischenprüfung, besonders Unkraut Bestimmung. Nützt alles nix, gutes Wetter abgewartet und dann einfach rausgefahren, in den Beständen oder Wegrändern Unkräuter bestimmt oder nachschlagen. Ebenso die Entwicklungsstadien der einzelnen Kulturen. Und wenn mir dann gar nix mehr einzufallen drohte, bin ich raus zu unserer Gülle Kolonne und hab mir beim Ausbringer mal das Fass genau zeigen und erklären lassen. Quasi: praktische Fortbildung, kommt man während der Arbeit ja kaum dazu!

TermineDa war ja mal was, mein Schweißer Lehrgang ist vorerst ausgefallen. Stattdessen bin ich in die unterschiedlichen Schichten zum Maislegen eingeteilt. Meine Schicht geht von 14.30 Uhr bis 23 Uhr. Da wir ca. 1500 ha Mais legen müssen, kommt mein Urlaub am 27. April wohl auch unter die Erde, aber erst einmal abwarten. Der Termin zur Zwischenprüfung am 26. April bleibt natürlich bestehen.