LU Janinhoff: Spargel Spezial

Das Lohnunternehmen Janinhoff arbeitet seit 37 Jahren für die Landwirte der Region. Einer der Schwerpunkte in der Dienstleistung ist die Bodenbearbeitung. Das hat seinen Grund unter anderem im intensiven Spargelanbau im nördlichen Ruhrgebiet an der Grenze zum Münsterland. Die Redaktion hat sich in einem Gespräch vor Ort die Besonderheiten erklären lassen.
Heiner Janinhoff und sein Sohn Christian führen das Lohnunternehmen gemeinsam.

„Vor etwa 35 Jahren haben wir mit der Arbeit im Dienstleistungsbereich begonnen. Das Lohnunternehmen ist damals Schritt für Schritt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb entstanden. Ich selbst habe vor der Gründung des Lohnunternehmens das Studium der Agrarwissenschaften in Soest absolviert. Der elterliche Betrieb war für den Lebensunterhalt zu klein, daher habe ich damals den Pflanzenschutz für die örtliche Genossenschaft übernommen“, erklärt Senior-Betriebsleiter Heiner Janinhoff. Als weitere Dienstleistung wurde dann das Kalkstreuen ebenfalls für die Genossenschaft begonnen, später kamen das Strohpressen und – als heute einer der wichtigsten Umsatzträger – die Bodenbearbeitung, speziell auch für den Spargelanbau, hinzu. 2004, als Christian Janinhoff nach seiner Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker in das Unternehmen eingestiegen ist, wurde die Janinhoff GbR gegründet. Mittlerweile sind außerdem drei Mitarbeiter fest im Lohnunternehmen angestellt: „Dazu kommen etwa fünf Aushilfen, so Heiner Janinhoff.

Eine der wichtigsten Kulturen in der Region ist der Spargel: „Im Spargelanbau sind wir mittlerweile sehr stark. Wir machen für einige Betriebe fast alles in Bezug auf Anbau und Pflanzenschutz. Das reicht von der vorbereitenden Bodenbearbeitung über das Pflanzen bis hin zur Anlage der stechfähigen Dämme mit Folienauflage. Insgesamt ist der Spargel eine Kultur, bei der sehr häufig der Boden bearbeitet wird“, so Christian Janinhoff. Insgesamt werden etwa 250 ha Spargel betreut, was bei etlichen verschiedenen Arbeitsgängen mit verschiedenen Werkzeugen zur Bodenbearbeitung jährlich einen großen Aufwand bedeutet. Der Spargelanbau biete unter anderem die Möglichkeit ganzjährig zu arbeiten, dies sei auch mit dem Hintergrund der ganzjährigen Auslastung von Mitarbeitern und Maschinen ein Glücksgriff: „Mittlerweile beginnt die Spargelsaison für uns schon im Februar, da die Anbauer unter Zuhilfenahme einer mehrfachen Folienabdeckung versuchen immer früher mit dem ersten Spargel an den Markt zu treten, denn der frühe Spargel erzielt den höchsten Preis“, so Heiner Janinhoff. Auch aktuell, also Mitte Dezember, sei man noch in der Anlage der Winterdämme und Bodenpflege auf den Spargelflächen unterwegs. Dies ziehe sich dann bis etwa Weihnachten. Die erste Ente des Spargels erfolgt, je nach Witterung, Ende März.

Insgesamt ist der Spargel eine Kultur, bei der sehr häufig der Boden bearbeitet wird.

Christian Janinhoff

Der Vorlockerer kann solo oder in Kombination mit der Drille eingesetzt werden und lockert bis in eine Tiefe von maximal 50 cm.

Bei der Neuanlage einer Spargelfläche werde zuerst eine Tiefenlockerung durchgeführt, wie Christian Janinhoff erklärt. Im darauffolgenden Frühjahr wird die Fläche vor der Pflanzung mit der Spatenmaschine einmal vorbereitet: „Die Spatenmaschine wird außerdem auch für die Aussaat von Getreide in einem Arbeitsgang eingesetzt“, erläutert er weiter. Im Anschluss erfolgt die Pflanzung, die LU Janinhoff mit dreireihiger RTK-Unterstützung übernimmt. Besonders im Spargelanbau sei es von existenzieller Bedeutung, dass der pH-Wert stimmt: „Wir übernehmen auch die Kalkung der Flächen, da der Spargel einen sehr hohen pH-Wert benötigt. Für einige Kunden bringen wir vor dem Einsatz der Spatenmaschine auch Kompost oder sonstige organische Dünger mit einer hohen Humuswirkung aus“, so Heiner Janinhoff.

Nach der Pflanzung soll nach Möglichkeit im ersten Jahr kein Herbizid auf der Fläche eingesetzt werden, um den Spargel nicht in seiner Entwicklung zu bremsen: „Die Unkrautbekämpfung führen wir dann mit einer Hacke durch. Außerdem wird – in den folgenden etwa zehn Erntejahren – jeweils nach der Ente auch die Deckschicht der Dämme bewegt, um eine Minimierung des Samenpotenzials zu erreichen“, so Christian Janinhoff. Aus der Kulturdauer ergebe sich dementsprechend bei einem 100-ha-Betrieb eine Neuanlagefläche von 10 ha. Daraus ergebe sich für viele Kunden ein Problem, denn der Spargel ist eigenunverträglich und der Nachbau auf derselben Fläche führe direkt zu einer deutlichen Ertragsdepression.

Die Bodenbedingungen seien zwar in der Region recht vielfältig, es überwiege aber eine Auflage aus sandigen Lehmen, teilweise durchsetzt mit Moorstandorten und schwereren Böden. Die Flächengröße liegt im Durchschnitt bei etwa 3-5 ha. Daher würden häufig Flächen getauscht, da insbesondere bei Spargel und Kartoffel die Anbauabstände eingehalten werden müssen. Neben dem Spargel seien Getreide, also Weizen, Gerste und Roggen sowie Mais die wichtigsten Kulturen in den ortsüblichen Fruchtfolgen. Weiterhin spielen die Kartoffel und Erdbeeren eine wichtige Rolle. Neben dem Getreide sei insbesondere der Mais für den Lohnunternehmer eine wichtige Kultur im Pflanzenschutz: „Zusammengenommen machen wir jährlich etwa 3.000 ha Pflanzenschutz mit einer gezogenen Spritze“, so Heiner Janinhoff. Im Spargel hingegen wird Spezialtechnik für den Pflanzenschutz eingesetzt. Aufgrund der hohen Intensität kämen hier auch etliche hundert Hektar Überfahrtfläche zusammen.

Ein Teil der Kundschaft, die überwiegend aus viehhaltenden Betrieben besteht, hat mehr oder weniger alle Außenarbeiten an den Lohnunternehmer abgegeben: „Das geht für viele Kunden schon in die Richtung der Komplettbewirtschaftung, auch wenn wir derzeit noch keine festen Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen haben. Zum einen wollen sich viele Betriebsleiter auf die Arbeit im Stall konzentrieren und zum anderen ist der Schritt häufig naheliegend, wenn wir den Pflanzenschutz übernehmen, dann auch die Bodenbearbeitung und die Düngung zu erledigen, da wir die Flächen der Kunden immer gut im Blick haben. Lediglich von der Ernte lassen wir die Finger, Diese übernimmt ein anderer Lohnunternehmer in der Region, mit dem wir uns aufgrund dessen gut ergänzen“, so Heiner Janinhoff.

Auf vielen Flächen sind in den letzten Jahren Ertragsdepressionen aufgrund von Bodenverdichtungen erkennbar geworden.

Christian Janinhoff

Pflug oder Spaten? Die Kunden fragen je nach Bedingungen beides nach. Fotos: Rohmann, Janinhoff

Bei einem Blick in die Maschinenhalle von LU Janinhoff wird deutlich, dass viele verschiedene Geräte für die Bodenbearbeitung zur Verfügung stehen: „Die Anbaumethoden und Wünsche der Kunden, aber auch unsere betriebliche Entwicklung haben dazu geführt, dass wir in diesem Bereich sehr breit aufgestellt sind. Die Spatenmaschine wurde zum einen für den Spargelanbau beschafft, aber eben auch für die Grundbodenbearbeitung vor der Maisaussaat und im Getreide in der Kombination mit einer Sämaschine zur Bodenbearbeitung und Aussaat in einer Überfahrt“, so Christian Janinhoff. Die Kosten für die Dienstleistung und den Maschineneinsatz lägen damit um etwa 30 % niedriger als bei der Standardvariante mit Pflug. So ein ganzjähriger Einsatz der aufwendigen Technik umsetzbar. „Wir haben dann die Verbindung von Spatenmaschine mit der Drilltechnik selbst umgesetzt und fahren mit dem System nun sehr effektiv und kostengünstig. Die Auflaufergebnisse im Getreide sind denen des klassischen Verfahrens mit Pflug, Grubber und Säkombination ebenbürtig“, erläutert er weiter. Allerdings seien die Einsatzmöglichkeiten begrenzt, da viele Landwirte gerade in der Bodenbearbeitung nach wie vor gut technisiert seien. Grundsätzlich seien die Vorteile des Systems aber auch in der Kundschaft angekommen: „Wir sind mit der genannten Kombination in einem Arbeitsgang sehr zügig und günstig, ohne dass dies auf Kosten der Auflaufergebnisse geht“, so Christian Janinhoff. Ein großer Vorteil der Spatenmaschine sei aus ackerbaulicher Sicht die gute Durchmischung und Einarbeitung des organischen Materials ohne die Entstehung einer Strohmatte im Boden: „Selbst die Aussaat in Maisstroh oder Zwischenfrucht ist damit kein Problem mehr. Allerdings muss der Maisstoppel aufgrund der Fusariumproblematik gemulcht werden. Zünsler gibt es allerdings bei uns bisher nicht. Wir wären aber mit unserem Müthing-Mulcher darauf vorbereitet“, so Heiner Janinhoff. Der Pflug werde nach wie vor immer wieder nachgefragt: „Viele Landwirte wollen auch aus Feldhygienegründen einmal in der Fruchtfolge den Pflug eingesetzt wissen, also werden die meisten Flächen alle drei bis vier Jahre einmal gepflügt.“

Selbst die Aussaat in Maisstroh oder Zwischenfrucht ist mit der Kombination aus Spatenmaschine und Drille kein Problem mehr.

Heiner Janinhoff

Ob klassische Aussaat nach dem Pflug oder Direktsaat mit Spatenmaschine, LU Janinhoff kann beides. Die Aussaat mit der Spatenmaschine ist allerdings deutlich kostengünstiger.

Auf vielen Flächen seien in den letzten Jahren Ertragsdepressionen aufgrund von Bodenverdichtungen erkennbar geworden: „Daraufhin sind viele Kunden zu uns gekommen und haben nach einer Lösung für das Problem gefragt. Wir setzen jetzt zum einen den Tiefenlockerer ein, haben aber auch in der letzten Saison einen Vorlockerer angeschafft, der direkt vor der Drillmaschine läuft und die Verdichtungen im Unterboden aufbricht. Für den Pflug hatten wir anfänglich auch Untergrunddornen, die die Pflugsole unterbrechen und Fahrschäden beseitigen sollten, dieses System hat sich aber aufgrund der vielen Steine unter dem Pflughorizont nicht durchgesetzt. Es war technisch zu anfällig“, sagt der Junior-Betriebsleiter. Der Tiefenlockerer arbeite bis in eine Tiefe von 90 cm, der Vorlockerer bis in etwa 50 cm: „Wir sind diesbezüglich gut ausgestattet und die Maschinen sind gut ausgelastet, da das Thema Aufbrechen von Verdichtungen immer wichtiger wird. Und dies beschränkt sich nicht nur, wie man meinen könnte, auf die schwereren Standorte sondern durchaus auch auf die sandigen Flächen.“ Im Allgemeinen sei das Standardverfahren mit Pflug noch weitverbreitet: „Mulchsaatverfahren haben sich bei uns im Getreide noch nicht durchgesetzt, im Mais breitet sich die Strip Till-Technik allerdings immer mehr aus.

Das Thema Greening sieht Christian Janinhoff nicht nur negativ: „Der Zwischenfruchtanbau ist zwar in unserer Region schon vor dem Greening gerade bei den Kartoffelbetrieben fest etabliert gewesen, das Ganze scheint sich aber weiter zu professionalisieren. Das heißt für mich das – auch wenn derzeit meist wenig Herzblut in die Zwischenfrucht gesteckt wird – auf Dauer ein guter Winterzwischenfrucht-Bestand an Bedeutung zunehmen wird.“ Derzeit sät der Lohnunternehmer Zwischenfrüchte wie Ölrettich, Senf oder Phacelia mit einem 4-m-Grubber und aufgebauten Saatguttank. In der nächsten Saison soll aber ein Lemken Heliodor mit sechs Metern Arbeitsbreite hinzukommen, hinter dem eine Solitair-Sämaschine laufen soll, um auch Zwischenfrüchte noch intensiver zu etablieren.

Die Düngung sieht LU Heiner Janinhoff als passende Ergänzung zur Bodenbearbeitung: „Wir bieten sowohl die organische Düngung mit unserem Festmiststreuer als auch die mineralische Düngung an. Wir könnten zwar auch flüssige Mineraldünger ausbringen, das ist aber von Seiten der Kunden bisher nicht gefragt. Gerade im Spargel werde viel Kalk aber auch viel Kalidünger ausgebracht. Um auch in diesem Bereich, wie auch im Pflanzenschutz und der Aussaat exakt zu arbeiten, arbeiten wir mit RTK-Technik. Derzeit sind vier unserer sieben Schlepper damit ausgestattet“, sagt Christian Janinhoff.

Johannes Rohmann, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Der Artikel ist in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe Januar 2017 erschienen.

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