LU Walkling: Flexibel in der Aussaat

Eine Trennung von Bodenbearbeitung & Aussaat ist nicht immer sinnvoll, wie unsere aktuelle Umfrage zeigt. Wir haben u.a. LU Carsten Walkling befragt.
Carsten Walkling, Lohnunternehmer (Foto: privat)

Carsten Walkling ist mit seinem Lohnunternehmen im östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins unweit von Bad Oldesloe ansässig. Eine landwirtschaftlich vielseitig aufgestellte Region.

Die Bodenqualitäten reichen von leichten Geestböden mit 18 Bodenpunkten bis hin zu schweren Lehmböden. So unterschiedlich wie die Böden sind auch die Kulturen, die hier angebaut werden. Mais spielt eine zentrale Rolle, aber auch Kulturen wie Raps, Weizen Gerste sowie Bohnen werden in der Region angebaut. Zum Kundenkreis von LU Walkling gehören neben Milch- und Ackerbaubetrieben auch einige Biogasanlagen, für die er sowohl in der Aussaat als auch in der Ernte unterwegs ist. Pro Jahr legt sei Lohnunternehmen rund 1.300 ha Mais sowie 400 ha Getreide und Raps.   

Klassische Bodenbearbeitung

Mit Blick auf die Bodenbearbeitung sind die Landwirte in der Region überwiegend pragmatisch eingestellt. „Nach nassen Jahren wird gepflügt, nach den zuletzt trockenen Sommern wird gerne und konsequent pfluglos gearbeitet“, beschreibt Carsten Walkling die Präferenzen seiner Kunden bei der Bodenbearbeitung. Dienstleistungen rund um die Bodenbearbeitung werden bei ihm jedoch deutlich weniger in Auftrag gegeben, als dass es bei der Aussaat der Fall ist. Grund dafür ist eine hohe Eigenmechanisierung der Landwirte im Speckgürtel zwischen Hamburg und Lübeck. Die Arbeitsqualität bei der Vorbereitung der Flächen für die Aussaat durch die Landwirte sieht er mitunter kritisch. In einigen Fällen sei die Vorbereitung sogar so nachlässig, dass er für die eigentlich hohe Ablagepräzision seiner Drillen in diesen Fällen nicht die Hand ins Feuer lege. Doch auch hier kann Carsten Walkling helfen. Sein Lohnunternehmen ist für alle Eventualitäten in der Bodenbearbeitung von der Saatbettbereitung bis zum Stoppelsturz gerüstet.

Beratung wächst

Bei der mittlerweile komplex gewordenen Drilltechnik nutzen die Landwirte der Region allerdings häufiger die Expertise von Lohnunternehmern wie Carsten Walkling. Das spiegelt sich auch in einem wachsenden Beratungsanteil wider. „Gerade mit Blick auf die Reihenabstände sind manche Kunden unsicher, was unter ihren spezifischen Bedingungen die passende Lösung ist“, sagt Carsten Walkling, der aufgrund seiner Erfahrungen Antworten auf diese Fragen liefern kann. 

Flexible Sätechnik

Das gilt auch für die Sätechnik, die der Lohnunternehmer einsetzt. „Wir arbeiten aktuell mit zwei Väderstad-Drillen“, so Carsten Walkling. Insbesondere die hohe Flexibilität sowie die Stabilität der Einzelkornsämaschinen vom Typ Tempo V hat für ihn bei der Investitionsentscheidung eine Rolle gespielt. „Mit den 8-reihigen Maschinen lassen sich Reihenabstände von 39 bis 80 cm darstellen, so dass wir den unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden gerecht werden können“, erläutert der Lohnunternehmer. Der überwiegende Teil seiner Kunden hat sich in den letzten Jahren im Mais auf einen Reihenabstand von 50 cm festgelegt.  Seine Fahrer schätzten die Einzelkornsämaschinen, von denen eine mit einem Mikrogranulat-Streuer ausgestattet ist, aufgrund ihrer einfachen Bedienung ebenfalls. Ein weiterer Grund für die Investitionsentscheidung sei darüber hinaus die sehr gute Ersatzteilversorgung gewesen.

„Die beiden Sämaschinen nutzen wir zwar überwiegend zum Maislegen, aber auch für die Aussaat von Raps im Einzelkornverfahren“, so Carsten Walkling. Die hohe Präzision bei der Aussaat werde dabei auch bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 18 km/h gehalten. Sowohl bei der Mais- als auch bei der Rapsaussaat entscheiden sich seine Kunden auch immer häufiger für eine Unterfußdüngung, die sich mit den Maschinen ebenfalls darstellen lässt.  Wenn es um die Aussaat von Getreide, Ölfrüchten und Gräsern geht, kommt in dem Lohnunternehmen eine Universal-Drille aus der Pronto-Baureihe von Horsch mit zuschaltbaren Discsystem zum Einsatz.

Stephan Keppler, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Die vollständige Umfrage finden Sie in der LOHNUNTERNEHMEN-Ausgabe 03/2021.