Mechanische Unkrautregulierung im Mais

Wegen zunehmender Resistenzen bei Unkräutern, dem Wegfall von Wirkstoffen werden Striegel und Hacke in der Unkrautregulierung im Mais immer wichtiger.
Fotos: Mücke

Da der Mais in der Jugendentwicklung ausgesprochen konkurrenzschwach gegenüber Unkräutern ist, haben Regulierungsmaßnahmen in dieser Zeit einen erheblichen Einfluss auf den Anbauerfolg. Einsätze mit Striegel und Hacke sind sehr anspruchsvoll, was Technik und Timing betrifft und verlangen dem Dienstleister Knowhow, Präzision und Fingerspitzengefühl ab.

Der Unkrautregulierungserfolg mechanischer Verfahren hängt im hohen Maß von Unkrautentwicklung, Unkrautarten, Bodenart, Bodenzustand und der Witterung ab. Elementar sind deshalb regelmäßige Schlagkontrollen und die Witterungsbeobachtung. Wichtig ist zudem schlagkräftige, funktionale Regulierungstechnik. Denn unbeständige Witterungsbedingungen lassen für den idealen Zeitpunkt zum Striegeln oder Hacken möglicherweise nur kleine Zeitfenster zu oder das Kulturstadium erlaubt nur eine geringe Arbeitsgeschwindigkeit. Zudem müssen Geräteeinstellung und Arbeitsgeschwindigkeit stets schlagspezifisch an Bodenzustand, Kulturgröße und Unkräuter angepasst werden. Besonders Neueinsteiger unterschätzen häufig den Zeitaufwand für die korrekte Einstellung von Hacke oder Striegel, sowie für die regelmäßige Kontrolle auf Regulierungserfolg und Kulturpflanzenverluste während der Arbeit.

Vor der Saat

Bei zu erwartendem hohem Unkrautdruck kann ein Scheinsaatbett sinnvoll sein. Dazu erfolgt drei bis vier Wochen vor der geplanten Maisaussaat die Grundbodenbearbeitung und eine direkt folgende Saatbettbereitung (Scheinbestellung). Die folgenden auflaufenden Unkrautwellen können dann bis zur eigentlichen Aussaat mit dem Striegel oder anderen flach arbeitenden Bodenbearbeitungsgeräten reguliert werden. Durch die Bearbeitung werden weitere Unkrautsamen zum Keimen angeregt. Diese Pflänzchen werden je nach Krautdruck entweder bei einer weiteren Überfahrt oder mit der Bearbeitung zur Aussaat der Kultur reguliert. Die Bearbeitungstiefe sollte dabei möglichst flach gewählt werden, um die Bodenfeuchte für die spätere Maiskeimung nicht zu beeinträchtigen. Zuvor muss jedoch geprüft werden, aus welcher Tiefe die Unkräuter keimen, um auch möglichst alle Keimlinge zu erwischen. Besonders Knötericharten können auch aus tieferen Bodenschichten keimen. Gegebenenfalls muss dann doch tiefer bearbeitet werden. 

Im Vorauflauf

Eine äußerst wichtige Arbeit bei der mechanischen Unkrautregulierung im Maisanbau leistet der Zinkenstriegel. Mit ihm lässt sich schon frühzeitig nach der Saat der Unkrautdruck deutlich reduzieren. Seine Hauptwirkung ist das Verschütten der noch kleinen Unkräuter. Den höchsten Regulierungserfolg erzielt dieses Gerät deshalb im frühen Fädchen- und Keimblattstadium der Unkräuter. Unter guten Bedingungen sind Wirkungsgrade von über 80 % je Striegeldurchgang möglich.

Bereits wenige Tage nach der Aussaat kann ein erstes Blindstriegeln im Vorauflauf erforderlich sein. Da der Mais auf etwa 4 bis 6 cm Tiefe abgelegt wird, kann hier intensiv gearbeitet werden. Mit jedem Striegeldurchgang wird erneut Boden bewegt, wodurch weitere Unkrautsamen zum Keimen angeregt werden. Deshalb sind weitere Striegeleinsätze an erneut keimenden Unkräutern auszurichten.

Für eine gute Striegelwirkung ist ein ausreichend lockerer, schüttfähiger und nicht zu grobkrümeliger Boden wichtig. Gegebenenfalls sollte nach der Saat gewalzt werden. Ideal ist zudem trockenes, sonniges und windiges Wetter, damit die Unkräuter nach dem Striegeln schnell vertrocknen und nicht wieder anwachsen.

Im Nachauflauf

Im Nachauflauf bleibt der Striegel ein zentrales Regulierungsgerät in Ergänzung zur Schar- oder Rollhacke. Auch hier gilt der gezielte Einsatz in den genannten frühen Unkrautstadien. Genauso müssen beim Striegeln im Nachauflauf die unterschiedlichen Empfindlichkeiten in den frühen Entwicklungsstadien der Maispflanze beachtet werden.

Der Mais ist sehr striegelempfindlich, wenn der Keimling kurz vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche ist, oder sich bereits im Aufgang befindet. In diesen Stadien sollte nicht gestriegelt werden. Ab dem 1. Laubblatt (BBCH 11) verträgt der Mais diese Maßnahme immer besser. In dieser Phase muss mit reduzierter Arbeitsgeschwindigkeit (ca. 2 – 5 km/h) und ggf. weicherem Striegelzinkendruck oder verringertem Anstellwinkel der Zinken gearbeitet werden. Das Striegeln sollte grundsätzlich erst ab dem Spätvormittag erfolgen, wenn der Zelldruck in den Pflanzen abnimmt und die Pflanzen elastischer sind und damit nicht so schnell abbrechen. Es ist darauf zu achten, dass die Maispflanzen nicht durch eine zu hohe Arbeitsgeschwindigkeit verschüttet oder schräg gestellt werden. Sie richten sich nur sehr langsam wieder auf und würden in der weiteren Entwicklung zurückbleiben.

Sowohl beim Blindstriegeln als auch im Nachauflauf kann es sinnvoll sein, diagonal oder im 90°-Winkel zur Särichtung zu arbeiten, um so auch die Verkrautung innerhalb der Maisreihen besser zu erfassen. Im Nachauflauf sind Pflanzenschäden durch die Schlepperräder nicht auszuschließen, der Unkrautregulierungserfolg dieser Maßnahme kann jedoch sehr hoch sein. Breitbereifung und reduzierter Reifendruck können dabei helfen, Pflanzenschäden zu verringern.

Markus Mücke
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Fachbereich Ökologischer Landbau

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der LOHNUNTERNEHMEN 04/2021.

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