April 2014: LU Mäser

Norbert Mäser ist Landwirt, Lohnunternehmer und Landhändler in einer Person. Er baut auf eigenen Flächen an und kann diese Praxiserfahrung an seine Kunden weitergeben. Immer wieder gibt es schwierige Getreidejahre, doch der Lohnunternehmer hält an seiner Fugizid-Strategie fest.

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Das Lohnunternehmen Mäser ist in der Region Wetterau in Hessen rund um Büdingen seit 20 Jahren eine feste Größe. Rinderspezialisten sind Kunden von Norbert Mäser, für einige große Betriebe hat er die Komplettbewirtschaftung übernommen. In den letzten Jahren sind auch die Betreiber von Biogasanlagen hinzugekommen. Auf rund 2.000 ha erledigt er die Maisarbeiten, Ernte- und Silagekette komplett, etwa 1.000 ha davon sät er auch ein und erledigt Pflegearbeiten wie den Pflanzenschutz. Im Getreide hat er auf rund 500 ha eigenen und Kundenflächen die Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt. Weitere Tätigkeitsfelder sind die organische Düngung, die Grasernte auf rund 1.300 ha, die Grassilierung sowie die Zuckerrübensaat und Stroh pressen.
Entsprechend ist sein Maschinenpark ausgestattet. Zu den Schlüsselmaschinen zählen 12 Fendt-Schlepper zwischen 160 und 360 PS, vier Claas Häcksler mit 6 - 12 Reihen, sieben Claas-Mähdrescher mit 3,90 - 7,50 m Arbeitsbreite und sechs Bergmann Häckselwagen mit 45 m³. Hinzu kommen die gesamte Transportlogistik, die Sätechnik für Getreide, Rüben und Mais sowie die klassischen Bodenbearbeitungsgeräte inklusive Pflug und Gülletechnik.

Im Pflanzenschutz zu Hause
Neben einer modernen Amazone-Spritze bietet Norbert Mäser auch Pflanzenschutzberatung, sowie den Einkauf der Produkte an. Zudem ist er in der Getreidevermarktung aktiv. Alle Partien, die er im Kundenauftrag erntet und vom Feld abtransportiert, landen zunächst in seinen eigenen Silos und werden nach der Aufbereitung von dort aus auf den Markt gebracht. Dafür steht eine Lagerungs- und Trocknungskapazität von 6.000 t zur Verfügung.
Dieses strategisch aufeinander abgestimmte Unternehmenskonzept ist Mäsers Alleinstellungsmerkmal: er ist Landwirt, Lohnunternehmer und Landhändler. Landwirt Mäser nutzt seine eigenen 500 ha landwirtschaftliche Flächen gern und oft, um Praxiserfahrungen zu sammeln, neue Anbauerkenntnisse umzusetzen und auch Risiken einzugehen. Lohnunternehmer Mäser und dessen Kunden profitieren davon, denn seine Erfahrungen fließen in die Beratung der Kunden ein. Landhändler Mäser kümmert sich um den Bezug der Betriebsmittel und den Absatz der Ernteerzeugnisse zu guten Konditionen. Unterstützt wird er dabei von vier festangestellten Mitarbeitern, einem Auszubildenden und rund 30 Saisonarbeitskräften.

Überzeugungsarbeit leisten
Das liest sich einfacher, als es in der Praxis manchmal ist. "Wenn man mit etwas Neuem kommt, erntet man nicht automatisch Zuspruch, sondern stößt auch auf Skepsis". Norbert Mäser nimmt es gelassen. In manch schwierigem Getreidejahr hat er bewiesen, dass es sich durchaus lohnt, neue Wege zu gehen und konsequent an der eigenen Überzeugung festzuhalten. "Der April und der Mai mit seiner Hitze hat den einen oder anderen dazu verleitet, die Pflanzenschutzmaßnahmen im vergangenen Jahr nicht konsequent zu Ende zu bringen", erläutert Mäser. "Die Abschlussbehandlung im Getreide schien nicht mehr erforderlich, im Allgemeinen ging man von einer sehr frühen Ernte ohne gravierenden Krankheitsdruck aus."
Doch Norbert Mäser hatte sein Pflanzenschutzpaket fest geschnürt und alle geplanten Maßnahmen auch durchgeführt. Er setzt auf Sicherheit und behandelte seine Weizenflächen dreimal mit Fungiziden. Mit situationsangepassten Aufwandmengen setzte er im Stadium EC 32 Input Xpro ein, im EC Stadium 49 Aviator Duo Xpro und als Abschlussbehandlung im Stadium EC 63 noch einmal Prosaro ein.
"Mit der Abschlussbehandlung habe ich mich dann schon einiger Kritik ausgesetzt", erinnert sich Mäser. Viele Landwirte verzichteten darauf, weil sie hier eine Möglichkeit sahen, risikofrei Kosten einzusparen. Hinzu kommt, dass die Effektivität von Fungizidmaßnahmen in Getreide nicht so offensichtlich zu Tage treten wie beispielsweise bei der Unkrautbekämpfung im Mais. "Die Kunden lassen einem viel größere Freiheiten, wenn Ergebnisse sofort visuell auszumachen sind", weiß Mäser aus Erfahrung.

Stroh ist gut verkäuflich
Es kristallisiert sich heraus, dass selbst in Extremjahren die Dreifach-Behandlung zumindest kostenneutral bleibt, ein lohnender Einsatz für Sicherheit und Qualität. Zudem bewahrheitet es sich, dass ein hoher Körnerertrag immer auch mit einem guten Strohertrag verbunden ist.
Für den Lohnunternehmer Norbert Mäser hat die Pflanzenschutzstrategie auch arbeitswirtschaftliche Vorteile. "Nach einer dreimaligen Behandlung bedarf der Weizen keiner Aufmerksamkeit mehr. Das schafft viel Freiraum. Ich bin für meine Kunden wesentlich präsenter. Die Zeit, die ich einspare, kommt vor allem der Grasernte zugute. Die ist für mein Unternehmen ebenfalls ein wichtiges Standbein und die Landwirte verlangen eine Ernte „just in time".

Erschienen in der Lohnunternehmen Februar 2012
Bilder: Redaktion Lohnunternehmen