August 2002: Hans-Jürgen Petersen

Seine Maxime könnte lauten: Bloß keine Technik von der Stange!. In der Tat entwickelt und baut LU Hans-Jürgen Petersen mit seinen 17 Mitarbeitern manch taugliche LU-Technik. Die Getreidequetsche mit Dosierung ist solch eine gewinnbringende Eigenkonstruktion.

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Mit der Getreidequetsche auf Tour Seine Maxime könnte lauten: Bloß keine Technik von der Stange!. In der Tat entwickelt und baut LU Hans-Jürgen Petersen mit seinen 17 Mitarbeitern manch taugliche LU-Technik. Die Getreidequetsche mit Dosierung ist solch eine gewinnbringende Eigenkonstruktion.

Hans-Jürgen Petersen ist Lohnunternehmer im westlichen Schleswig-Holstein. Er verfügt über zwei Betriebe, ein Lohnunternehmen und ein Maschinenbaubetrieb. Derzeit werden 17 Mitarbeiter in beiden Betrieben beschäftigt. Davon sind 14 Mitarbeiter ausgebildete Landmaschinenmechaniker Gesellen und ein Meister. Petersen selbst ist ebenfalls Landmaschinenmeister.Im Maschinenbaubetrieb werden sämtliche Reparaturen durchgeführt, sowohl für Landwirte als auch für das eigene Lohnunternehmen, gleich welches Fabrikat. Die Lohnbetrieb eingesetzte mobile Getreidequetsche ist eine Konstruktion aus dem Hause Petersen, die in enger Zusammenarbeit zwischen dem Lohnunternehmen und der Firma Schaumann (Dr. Wiesmann, Herr Albertsen) entwickelt und umgesetzt wurde. Mit dieser Getreidequetsche ist Petersen fast in ganz Schleswig-Holstein unterwegs und arbeitet für Milchviehbetriebe, die ihr eigenes Getreide als Feuchtgetreide zur Verfütterung quetschen und konservieren lassen. Das Getreide wird nach dem Quetschvorgang in der Auslaufschnecke mit Schaumasil flüssig (Fa. Schaumann) eingesäuert. Die Leistung seiner selbsfahrenden Getreidequetsche erreicht 20 to/Stunde.
Die Quetsche ist nicht das einzige Model, das sich bei Petersen und dessen Mannschaft von der Idee zur Maschine entwickelt hat.
Der selbstfahrende Holzschredder und der selbstfahrende Futtermischwagengehören ebenso zu diesem Fuhrpark. „Die Arbeitsspitzen im Lohnbetrieb werden immer spitzer und die Täler immer breiter“, beschreibt Peters die Situation:“ Da muss ich zu sehen, wie ich die Leute alle beschäftigen kann. Und hier kommen zwei Dinge zusammen. Nicht nur ich bin von Landtechnik begeistert, sondern auch meine Mannschaft. Und so nutzen wir die Zeit zwischen den Ernteeinsätzen zu Verbesserungen an den Maschinen und dabei entwickelt sich das Gerät manchmal fast von alleine unter all den Händen weiter.“ Futtermischwagen mit 60 km/hAuf diese Weise entstand auch ein selbstgebauter selbstfahrender Futtermischwagen. Der erste Futtermischwagen wurde gekauft, war Petersen aber zu langsam. Also wurde mit dem TÜV in Flensburg eine Idee entwickelt und dann der eigene Futtermischwagen gebaut. Ein LKW wurde bis auf den Rahmen herunter abgebaut und mit entsprechender neuer Aufbautechnik zum Futtermischwagen gewandelt, der jetzt mit seinen 13 To Gesamtgewicht mit 60 km/h von einem Betrieb zum anderen fahren kann und all das in Hof und Stall kann, was nötig ist. Dies war bis heute seine teuerste Eigenkonstruktion. "Wir füttern pro Betrieb einmal am Tag und fahren damit regelmäßig pro Tag 20 Milchviehbetriebe an, für die wir die Fütterung übernehmen. Der Fahrer startet morgens um 7 Uhr und hat abends um 17 Uhr die 20 Betriebe abgefüttert und 200 km abgefahren,“ schildert Petersen. Die Stadt Bredstedt, vor den Toren seines Lohnbetriebes verfügt seit dem vergangenen Jahr über eine Hackschnitzelanlage zur Beheizung eines Wohngebietes, die von der Schleswag betrieben wird.. Der Lieferant dieser Hackschnitzel ist LU Petersen. Klar, dass er für diesen Job keinen Holzschredder von der Stange kauft, sondern seinen eigenen selbstfahrenden Holzschredder gebaut hat. Die Betreiber des Heizwerkes haben den Auftrag für Beschaffung und Verarbeitung des Holzes an LU Petersen abgegeben und nun hat er alle Hände voll zu tun, um aus der näheren Umgebung ausreichend Holz zu beschaffen. „Das ist gar nicht so einfach,“ berichtet Petersen, „denn hier wandert viel vom anfallenden Holz aus der Knickpflege in private Heizkessel“. Er braucht Holz für rund 2000 m³ Hackschnitzel und da hofft er auf Abfall aus der Baum- und Knickpflege, das bis zu einer Stärke von 30 cm mit dem Schredder zerkleinert wird. Die kommunale Heizanlage in Bredstedt benötigt pro Jahr ca. 4000 m³, wobei rund 2000 m³aus Weiden gewonnen werden, die als nachwachsender Rohstoff auf dem Acker von 10 Landwirten wachsen und von LU Petersen mit dem Häckslergeerntet wird. Der ehemalige Mengele Maishäcksler wurde mit einem neuen Schneidwerk und speziellem Weidenvorsatz versehen und schneidet die Weiden mit einer Stärke bis zu 9 cm. Die Weidenplantage werden mit einem Alter von vier Jahren abgeerntet und zwar in Rotation. Also von der Gesamtweidenfläche wird jedes Jahr ein Drittel abgeerntet und zu Hackschnitzel verarbeitet. Neben der Produktion von Nachwachsenden Rohstoffen bieten diese Flächen für die Kommune noch einem weiteren Nutzen,. Nach der Ernte wird die Fläche mit kommunalem Klärschlamm abgedüngt. Reizvoll für Petersen ist diese Arbeit auch besonders, weil es sich um typische Winterarbeit handelt.