Januar 2014: LU Lindt
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Lohnunternehmer Thomas Lindt aus Wächtersbach, Hessen, ist in den Bereichen Getreide- und Rapsaussaat, Zuckerrüben drillen, Mähdrusch, Futterernte und seit bereits 13 Jahren im Pflanzenschutz aktiv. Insgesamt wurden zum Zeitpunkt des Artikels zwei feste Mitarbeiter, fünf Aushilfen und ein Azubi beschäftigt. Pflanzenschutz findet im Jahr auf etwa 6500 ha (einfache Überfahrt) in den Kulturen Getreide, Raps, Zuckerrüben und Mais statt. Dafür hat Thomas Lindt einen Selbstfahrer, Bräutigam Hydrotrac mit 5000 l Agrio Aufbauspritze, und eine 6000 l Anhängespritze, ebenfalls vom Hersteller Agrio. Die Anhängespritze dient außerdem der ASL-Düngung (Sickstoff-Schwefel-Lösung).
Verzögerte Ernte
Seine Getreideaussaat im Herbst 2010, der überwiegende Anteil sind Weizen und Triticale sowie etwas Wintergerste, hatte sich durch die verzögerte Maisernte zeitlich nach hinten verschoben. In seinem Einzugsgebiet mit Mittelgebirgslage beginnt die Maisernte für gewöhnlich ab dem 20. September. Im Jahr 2010 konnten die ersten Flächen aber erst ab dem 5. Oktober beerntet werden. Zudem verzögerte sich witterungsbedingt die Bestandesentwicklung der Folgefrüchte. „Folglich konnten wir im November letzten Jahres kaum noch Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen. Im kommenden Frühjahr wird der Pflanzenschutzaufwand entsprechend höher sein als üblich", spekuliert LU Lindt und erklärt seine Standardmaßnahmen im Frühjahr. Erfahrungsgemäß startet er frühestens ab dem 20. März mit den ersten Pflanzenschutzmaßnahmen im Getreide. Der größte Teil seiner Flächen liegt am Rande des Vogelsbergs mit bis zu 400 Höhenmetern. Dort beginnen er ein bis zwei Wochen später.
In der Ackerbauregion Wetterau mit vorwiegend schweren Böden hat Lindt es bei den Ungräsern vor allem, teilweise sogar massiv, mit Ackerfuchsschwanz zu tun. Dagegen setzt er überwiegend die Herbizide Atlantis und Axial ein. Teilweise, auf Flächen ohne Rapsnachbau, arbeitet er mit dem Produkt Attribut.
Wirkungsgrad von 90 %
In der Mittelgebirgslage gibt es viele Veredlungsbetriebe, die Getreide vorwiegend im Wechsel mit Mais oder Raps anbauen. Dort ist das Leitungras der Windhalm, und in den pfluglosen Beständen auch die Trespe. Ein ständiger Begleiter in den Maisfruchtfolgen ist außerdem die Quecke. Hier arbeitet er mit Glyphosat vor der Saat auf den Mulchsaatflächen. Weitere Herbizide zur Ungrasbekämpfung im Mais sind MaisTer und Motivell.
Unkräuter, die er eigentlich immer mitbekämpft sind Kamille, Taubnessel, Ehrenpreis und Klettenlabkraut. Neuerdings entwickelt sich auch der stumpfblättrige Ampfer zu einem Problemunkraut in der Fruchtfolge Mais-Weizen.
Seine Standardmaßnahme der letzten Jahre auf den Windhalmstandorten sieht so aus, dass er im Herbst Baccara forte oder Stomp aqua in Mischung mit IPU vorlegen und im Frühjahr zum Zeitpunkt Ende Bestockung/Anfang Schossen nach Aufkommen von Klettenlabkraut und stumpfblättrigem Ampfer Starane XL oder Primus mit der Wachstumsreglerspritzung ausbringen. Da im vergangenen Jahr die Herbstbehandlung nicht durchgeführt werden konnte, müsse er im Frühjahr Husar OD in Mischung mit Starane XL so früh wie möglich einsetzen. Er strebt bei den Herbizidmaßnahmen Wirkungsgrade bis 90 % an. In der Ackerfuchsschwanzbekämpfung muss dieser Wirkungsgrad auf jeden Fall erreicht werden. Bei den Ungräsern fährt er deshalb fast immer die volle Aufwandmenge. In der Unkrautbekämpfung variiert er dabei stärker bei den Aufwandmengen.
Weniger ist mehr
Im Pflanzenschutz arbeitet das Lohnunternehmen Lindt zu 90 % mit Stammkunden und stellt bei diesen auch die Pflanzenschutzmittel. Zum Jahresbeginn spricht Thomas Lindt zusammen mit seinen Kunden die Fruchtfolgen und Pflanzenschutzmaßnahmen ab. Er ist auch der Verantwortliche für die Flächenbetreuung und Zusammenstellung der Tankmischungen. Die Ausbringung erfolgt durch seine festen Mitarbeiter. „Mit zu vielen verschiedenen Produkten zu arbeiten, macht für uns logistisch keinen Sinn", weiß Lindt.
Im Getreide arbeitet er grundsätzlich mit Wachstumsreglern und bringt sie zusammen mit der Frühjahrsherbizidbehandlung aus. „In vergangenen Jahren hatten wir aufgrund der starken Niederschläge immer wieder Probleme mit Lagergetreide. Auf unseren teilweise gebirgigen, steinigen Standorten kann Lagergetreide bei der Ernte fatal sein. Zudem können wir die Nährstoffnachlieferung bei den Veredlungsbetrieben mit langjähriger organischer Düngung schwer abschätzen und sind mit der Wachstumsreglerbehandlung auf der sicheren Seite. In der Regel behandeln wir mit Cycocel in der Mischung mit Moddus", erklärt Thomas Lindt abschließend.
Erschienen in der Lohnunternehmen Januar 2011, Bilder: Thomas Lindt