Oktober 2002: Robert Christ packt sie ein

Robert Christ packt den Mais in Ballen und ermöglicht so den Transport und die Lagerung von Maissilage in den Hochlagen der Alpen.

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Maschinen, die technisch zur Pressung von Maisballensilage geeignet wären, pressen normalerweise Müll in Rundballen und verpacken ihn mit Folie. Kostenpunkt rund 400.000 Euro. Unerschwinglich für den speziellen Einsatz in der Landwirtschaft.  „Also haben wir uns Gedanken gemacht, ob und wie wir unsere Krone Combi-Pack-Presse so umgerüstet, dass hiermit auch Mais in Rundballen verpackt werden kann. Anfangs schaufelte Robert Christ bei einem Landwirt silierten Mais in die Presse, um zu sehen was passiert. Aber das, was vorn hinein kam, fiel unten aus der Presse heraus. „Wir mussten also die Presse so verändern und abdichten, dass der Mais auch in der Presse blieb und sich ein Ballen formte.“
Heute, nach über drei Jahren Entwicklungszeit kann Robert Christ mit seiner Presse eine annehmbare Leistung bei der Herstellung von Maissilageballen erreichen. Der Umbau von der normalen Combi-Pack zur Maisballenpresse bzw. umgekehrt dauert etwa eine Stunde. An der grundsätzlichen Konstruktion der Presse – so Christ – sei nichts Wesentliches verändert worden. Es gelte lediglich die Maschine für den Mais so dicht zu machen, dass nichts durchfällt. Die Beschickung der Presse erfolgt durch einen vorgeschalteten Bunker mit Kratzboden, der von Kipper oder mit dem Radlader gefüllt wird. Angetrieben wird das Gespann von einem Schlepper.Im vergangenen Jahr presste Robert Christ mit seiner Presse rund 1.500 Ballen Maissilage. Wegen steigender Nachfrage soll in diesem Jahr die Anzahl erhöht werden. Bisher hat er seinen eigenen Mais gepresst, aber künftig wird er Mais zukaufen müssen. „An Maisfläche benötigen wir für 40 Ballen rund einen Hektar. Damit verarbeiten wir bei der jetzigen Ausführung der Pressen rund 0,4 ha Silomais pro Stunde, was einer Leistung von ca. 15 Ballen pro Stunde entspricht,“ so Christ. Der Pressdruck ist etwas höher als beim Gras. Die Einbindung der Ballen in Netze ist eine sensible Angelegenheit. Es werden spezielle Netze benötigt, die Robert Christ erst nach langer Recherche aufgetrieben hat. Mit der Standardfolie werden die Maissilageballen eingewickelt, jedoch achtfach. Der Grund für die stärkere Wicklung mit Folie ist der Transport auf dem Lkw und die Methode, mit der später entladen wird. Der Lkw schiebt die Ballen einfach per Kratzboden von der Ladefläche. Grund: auf den Hochlagen Österreichs und der Schweiz, wohin die Ballen verkauft werden, gibt es nicht immer einen Schlepper mit Frontlader.