Oktober 2013: LU Bauch
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Der Köckerling Master wurde erstmals im Februar 2011 auf der SIMA in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Master ist ein Strip Till Gerät für die Ausaat von Zuckerrüben, Raps und Mais bei gleichzeitiger Bodenbearbeitung und Unterfußdüngerausbringung. Als Einzelkornsämaschine kann laut Hersteller jede beliebige anbaubare Einzelkornsämaschiene verwendet werden.
Gut geformter Rübenkörper
Nach dem Testeinsatz des Prototypen
in der Saison 2010 entschied sich das Lohnunternehmen Bauch, in ein
solches Gerät zu investieren. Jan Fabian Günther, Agrarservicemeister und
Unternehmensnachfolger, erläutert die Kaufentscheidung folgendermaßen: „Zum
einen versuchen wir uns von der Konkurrenz abzusetzen und das heißt auch,
innovative Technik einzusetzen. Zum anderen agieren wir hier in einer Gegend
mit eher sandigen Böden. Durch die unmittelbar vor der Aussaat stattfindende
Bodenbearbeitung, holt man die feuchte Erde nach oben und kann so die für die
Rübe notwendige Keimfeuchte nutzen. Hinzu kommt der Schutz vor Wind- und
Wassererosion sowie die bessere Befahrbarkeit der Böden bei der Ernte." Weiterer
Vorteil bei der Rübenaussaat sei, dass der 4 cm breite Meißelschar, den
Wuchsraum der Rübe vorlockert und vorformt. „Wir haben festgestellt, dass die
mit dem Master gelegten Rüben weniger ‚beinig' sind und einen wohlgeformten
Rübenkörper aufweisen", berichtet Jan Fabian Günther. Gearbeitet wird bei der
Rübenausaat in ca. 25 cm Tiefe.
Im Lohnunternehmen Bauch läuft vor dem 12reihigem Master mit 6 m Arbeitsbreite in diesem Jahr ein Fendt Vario 927. „Ab 220 PS benötigt man für den Einsatz des Masters schon. Wir arbeiten zwar vorwiegend auf Sandböden, ab und zu sind dazwischen aber auch Lehmkuppen zu finden", meint Jan Fabian Günther.
Beim Mais flach vorarbeiten
Neben dem Haupteinsatzgebiet „Zuckerrüben legen", wird der
Master auch in der Maisausaat eingesetzt 2011 auf rund 80
ha. Hier wird der Boden in einer Tiefe von
ca. 20 cm bearbeitet und das
Maiskorn etwas flacher als bei der konventionellen Aussaat abgelegt. Für die
Maisausaat mit dem Master rät das Lohnunternehmen seinen Kunden allerdings, ca.
2 Wochen vor der Aussaat eine flache Bodenbearbeitung durchzuführen - das sei
bei seinen Kunden meist sowieso nötig, da viel mit Stallmist gedüngt würde.
Aber auch ohne vorherige Bodenbearbeitung sei die Maisausaat auf den leichten
Böden möglich, so Jan Fabian Günther. Wenn das Frühjahr warm genug ist, ist
auch bei der Aussaat der Boden nicht mehr allzu kalt. Evtl. müsse man den Mais
etwas später legen und den Boden sich zunächst erwärmen lassen.
Jan Fabian Günther überlegte, nach dem Master einen Striegel zu kaufen, mit dem die Flächen für die Rüben- und Maisausaat im Frühjahr einmal flach bearbeitet werden können: „Es reicht schon, wenn die Flächen einmal ‚angekratzt' werden, um die Rückstände der vorangegangenen Ernte oder Zwischenfrucht zu beseitigen. Das kann schon im Februar oder März erledigt werden.
Momentan wird bei der Maisausaat mit 75 cm Reihenabständen gearbeitet. Ziel ist es aber den Mais mit 50 cm Reihenabständen zu legen. „Dann müssen wir die Zinken nicht mehr umsetzen, wobei auch dies kein Problem wäre, da zusätzliche Laschen für den 75 cm Reihenabstand vorhanden sind", sagt Jan Fabian Günther.
Was sagen die Kunden?
„Viele Kunden, für die wir Rüben legen, wollen das auch einmal
beim Mais ausprobieren. Oft haben diese für eine aufwendige Bodenbearbeitung
vor der Aussaat keine Zeit. Einige Landwirte stehen dem System natürlich
kritisch gegenüber, andere wiederum fragen schon, ob wir damit auch Raps
drillen", erzählt Jan Fabian Günther.
Die Technik
Der Köckerling Master kombiniert Bodenbearbeitung,
Unterfußdüngung, Sattbettbereitung und Aussaat. Das Lohnunternehmen Bauch setzt
einen Master Master 600/12.50 ein, d.h.
6m Arbeitsbreite mit 12 Reihen und 50cm Reihenabstand.
Vor der Einzelkornsäschiene laufen verschiedene Bodenbearbeitungskomponenten, die das Saatbett vorbereiten sollen. Grubberzinken kombiniert mit 4 cm breiten Meißelscharen lockern den Boden. Direkt dahinter laufen die Rohre für die Unterfußdüngung. Hinter dem Zinkenfeld ist ein Scheibennivellator angeordnet, mit dem der gelockerte Boden wieder zurück in die Furche geführt werden soll. Eine anschließend folgende hydraulisch verstellbare Andruckrolle soll Hohlräume schließen und eine gleichmäßige Rückverfestigung erzielen. Die danach laufende STS-Walze mit Striegel soll schließlich ein feinkrümeliges Saatbett hinterlassen. Optional sind Schneidscheiben erhältlich, die vorhandene organische Masse zertrennen sollen.
Geschrieben von Mirja Plischke, Redaktion Lohnunternehmen