September 2013: LU Binder & Söhne
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„Seit 2010 haben wir den Bandschwader Merge-Maxx 900 von Kuhn im Testeinsatz. 2011 ist er die komplette Kampagne durchgefahren und hat an die 800 ha geschwadet", erzählt Lohnunternehmer Herbert Binder.
Bevor Herbert Binder den Bandschwader kaufte, arbeitete er mit einem Schmetterlingsmähwerk, dass das Gemähte direkt ins Schwad legte. „Der Grünschnittroggen und das Gras hat beim Mähen oftmals nur einen TS-Gehalt von 20%, so mussten wir nach dem Mähen und Schwaden meistens drei Tage warten, bis das Material den gewünschten TS-Gehalt von 30 bis 32% erreicht hatte." Das obere Futter war dann oft zu trocken und das untere gelb und noch zu nass, ergänzt er. Hinzu kam, dass der Boden im Bereich des Schwads durchnässt war. Hierdurch kam es zu Straßenverschmutzungen durch die Traktoren mit den Häckselwagen, die durch die nassen Bereiche gefahren waren.
Flexibel bei unsicheren Wetterlagen
„Ich war mit dieser Technik immer auf ein Minimum an drei
trockenen Tagen angewiesen", sagt Herbert Binder. Mit dem Bandschwader sei er
nun wettertechnisch flexibler, was ihm insbesondere bei der schwierigen
Wetterlagen schon weiter geholfen hätte: „Mit dem Bandschwader können wir vier
bis fünf Stunden nach dem Mähen mit dem Schwaden beginnen und sofort danach
häckseln. Wenn wir morgens um 8 Uhr mähen, können wir also mittags um 13 Uhr
das Material einfahren."
Dies wäre zwar auch mit einem Kreiselschwader möglich, der hätte
aber insbesondere bei Ackerfutter den Nachteil, dass er das Futter am Boden
transportiert und somit auch Steine und Erde mit ins Schwad gelangen würden.
„Der Bandschwader hingegen nimmt das Futter vom Boden auf und selektiert dabei
Steine und Erde mit der Pickup aus und transportiert das Futter auf dem
Förderband sauber aufs Schwad", betont der Lohnunternehmer.
Sauberes Schwad - geringe Verschleißkosten
Letzteres ist für LU Binder auch das ausschlaggebende Argument
für den Bandschwader. Durch die saubere Schwadaufnahme habe er weniger
Verschleißkosten am Häcksler: „Im letzten Jahr haben wir einmal bei
Grünschnittroggen einen Kreiselschwader hinzu genommen und dabei doppelt so
viele Messer am Häcksler verschlissen wie mit dem Bandschwader im Vorfeld."
Der Bandschwader sei ungefähr doppelt so teuer wie ein
'normaler' Kreiselschwader. Für Binder spielt dies aber keine Rolle: „Ich sehe
für unseren Betrieb keine Alternative zum Bandschwader mehr und ich glaube,
dass sich die Mehrkosten für den Bandschwader durch die Ersparnis am Häcksler
wieder ausgleichen werden."
Mähen nur mit Aufbereiter
Als weiteren Vorteil des Bandschwaders gegenüber einem
herkömmlichen Kreiselschwader nennt Binder die große Schlagkraft: „Wir fahren
mit dem Merge-Maxx 15 bis 18 km/h, das schafft die Pickup. Bei großen
ebenen Flächen sind 10 ha in der Stunde machbar." Der Bandschwader hat
9 m Arbeitsbreite und kann gleichzeitig Seitenschwade und Mittelschwade
anlegen. Dies sei vor allem in späten Schnitten mit wenig Aufwuchs ein großer
Vorteil, weil er viel Fläche auf ein Schwad legen könne.
„Die Ackerfutterkulturen stellen hohe Anforderungen an den
Schwader. Eine Kultur wie Sorghum lässt sich zum Beispiel nicht mit einem
Kreiselschwader schwaden. Die Stängel sind zu hart, da brechen einem die Arme
weg", berichtet Herbert Binder weiter. Wie die anderen Biogaskulturen auch,
wird das Sorghum gemäht, einen Tag liegen gelassen, dann geschwadet, gehäckselt
und einsiliert. Gemäht wird mit einem 9,5 m breiten Claas-Mähwerk mit
Walzenaufbereiter: „Ein Zinkenaufbereiter funktioniert bei Sorghum nicht. Ohne
Aufbereiter geht es aber auch nicht, weil der Sorghum nach dem Mähen
kerzengerade zwischen den Stoppeln liegt und die Pickup so Probleme beim
Aufnehmen des Materials bekommen würde." Dieses Problem würde bei allen
Ackerfutterpflanzen bestehen, die als Reihenkulturen angebaut werden.
Nachfrage ist hoch
Zu berücksichtigen beim Einsatz des Bandschwaders ist das hohe
Gewicht. In der Ebene bräuchte man mindestens 120 PS Schlepperleistung, in
Hanglagen - alleine schon aus Sicherheitsgründen 180 PS. Genaue Aussagen zum
Kraftstoffverbrauch kann Herbert Binder nicht treffen, geht aber durch das
höhere Eigengewicht und den höheren Anteil an angetriebenen hydraulischen
Elementen von ca. 5 bis 10 % mehr Kraftstoffverbrauch aus.
In seinem Lohnunternehmen mit zehn festen Mitarbeitern bietet LU
Binder „das volle Programm" von der Bodenbearbeitung, über die Aussaat,
Pflanzenschutz, Mähdrusch etc. Der Merge-Maxx ist aber mit den Arbeiten für
Binders Biogasanlage gut ausgelastet. Die Anlagen benötigen im Jahr bis zu
65.000 t Tonnen Futter. „Ich habe aber durchaus Kunden, die sehr an der
Arbeit der Maschine interessiert sind. Die Nachfrage wäre da, wenn wir noch
freie Kapazitäten hätten", sagt Herbert Binder abschließend.
Geschrieben von Mirja Plischke, Redaktion Lohnunternehmen