Julien Goffin: Auslandstagebuch aus Belgien

Julien Goffin aus Belgien berichtet in diesem Jahr über sein Lohnunternehmen. Die Saison fing mit Werkstatt- und Kommunalarbeiten an.

Tagebuchautor Julien Goffin

Zu meiner Person
Mein Name ist Julien Goffin, ich lebe in Recht, das liegt im deutschsprachigen Teil Belgiens (im Dreiländereck Belgien – Luxemburg – Deutschland). Ich bin 23 Jahre alt und selbstständig als Lohnunternehmer für land- und forstwirtschaftliche sowie kommunale Dienstleistungen. Ich habe 2014 mein Abitur mit Schwerpunkt Landwirtschaft abgeschlossen und mich 2013 schon während meiner Schulzeit selbstständig gemacht. Nach meiner Schulausbildung habe ich in Deutschland noch eine Ausbildung als Besamungstechniker gemacht und auch ca. ein Jahr in diesem Beruf gearbeitet.

Außenarbeiten
Im Moment ist sehr ruhig bei uns. Da wir schon seit September keine längere Trockenphase mehr hatten, konnten wir keine Wegebauaufträge mit unserem Steinbrecher und auch keine Forstmulcharbeiten machen. Es stand eine größere Arbeit in den belgischen Ardennen an, bei der wir mit der Lichtraumprofilsäge und dem Mulcher auf unserem Ausleger ca. 50 km Waldwege von Vegetation am Straßenrand befreit haben. Während dieses Auftrags ist auch der Arm unseres McConnells Ausleger gebrochen. Der Ausbau des kaputten Teils erwies sich einfacher als gedacht, jedoch ist es noch nicht aus der Reperatur für den Wiedereinbau zurück, da unsere Werkstatt über die Feiertage geschlossen hatte.

Wir haben die ruhige Zeit für die Maschinenpflege genutzt. Die Rundballenpresse und die schwere Forstfräse wurden eingewintert, der Valtra S 353 wurde gewaschen und einige Sachen (Umpositionierung von Lampen, Kotflügel wurden schmaler gemacht) wurden modifiziert.

In der Werkstatt haben wir ein Ordnungssystem für Ersatz- und Verschleißteile installiert und eingeräumt. Wir haben Inventur gemacht und geschaut, welche Teile wir noch für die kommende Saison auf Stock legen müssen. Außerdem haben wir einen neuen Lieferwagen gekauft, der für den Service der Maschinen im Wald usw. eingesetzt wird. Der Lieferwagen wird mit Werkzeug (Werkstattwagen, Schweißgerät, Stromaggregat usw.) bestückt.

Anfang Januar haben wir auch endlich mit vier Monaten Verspätung den neuen Muldenkipper von Beco geliefert bekommen.

Ende November haben wir noch eine größere Demonstration mit Thema „Pflege der Straßenränder“ abgehalten. Vorgestellt wurde in Zusammenarbeit mit dem Hersteller eine Bankettfräse mit Verladeband, ein Böschungsmulcher und eine Grabenfräse. Da genug Anfragen sind, haben wir uns entschlossen, die Grabenfräse und die Bankettfräse mit Verladeband zu kaufen.

Büro – Verwaltung
Ende Dezember haben wir die letzten Rechnungen für dieses Jahr geschrieben, sowie die Steuererklärung gemacht. Es wurden auch Kalender und Weihnachtskarten als Werbegeschenk verschickt. Ich habe einige Kunden selber besucht und ein Neujahrsgeschenk vorbeigebracht.

Mitte Dezember hat auch der BUS – Kurs gestartet. Der BUS Kurs ist eine Unternehmerschulung, die sich über drei Jahre in jeweils drei Modulen verteilt. Außerdem standen einige Termine an, beispielsweise auf der Bank für die Projekte in 2018 durchzusprechen, mit der Gemeinde für eine Parzelle in der Industriezone, in der wir uns ansiedeln möchten, zu kaufen, bei Kunden Angebote zu erstellen.
Da wir auch einen Arbeiter suchen, hatten wir Ende Dezember jemanden für einen Probetag hier.

Freizeit
Da das Wetter die meisten Arbeiten im Moment nicht zulässt, war in den letzten Wochen notgedrungen viel „Freizeit“. Vor Weihnachten habe ich die Zeit genutzt, um mit meiner Freizeit Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Zwischen den Feiertagen haben wir die gemeinsame Zeit genutzt und eine paar Aktivitäten (schwimmen gehen, ein paar Spaziergänge...) in unserer Region zu machen.