Sascha Bansberg: LU.WEB-Mitarbeiter-Tagebucheintrag Nr. 9
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HighlightsWeil das Erntewetter so sprunghaft ist, bin ich teils als "Springer" auf den Mähdreschern eingeteilt worden. Und so oft wie in diesem Jahr habe ich noch nie gedroschen. Normalerweise bin ich ja mit meiner Claas Fine-Cut unterwegs. Ein weiterer Big Body von Krampe ist im Einsatz.
AußenwirtschaftSeit gut einer Woche läuft die Getreideernte hier auf Hochtouren. Das durchwachsene Wetter bremst immer wieder den Ablauf: mal brennt die Sonne, dann wieder Regen in allen Variationen von Landregen bis zum kräftige Schauer mit Hagelschlag und Orkanböhen ist so ziemlich alles drin. Das heißt, hier in der Region ist dann auch der Wettbewerb knallhart. Wenn eine Maschine ausfällt oder der Termin nicht eingehalten werden kann, behalten einige Kunden nicht mehr die Ruhe und bestellen spontan einen anderen Drescher. Die Getreideernte macht hier auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben noch immer einen ganz wesentlichen Teil des Gesamtumsatzes aus. Darum sind die Landwirte gerade bei diesem wechselhaften Wetter sehr sensibel, wenn es um die Druschtermine geht. Für viele unserer Kunden organisieren wir auch den Getreidetransport. Für einen Teil unserer Kunden übernehmen wir die Getreide Logistik. In einigen Gegenden ist der Raps bis zu 95 Prozent Verlust ausgeschlagen worden. Da helfen auch keine steigenden Preise mehr. Der Ertrag war so gering, dass nicht mehr gedroschen wurde. Da, wo es kein Unwetter gegeben hat, sind die Erträge gar nicht so schlecht.Beim Weizen und der Triticale sieht`s anders aus: die Ähren nicht voll ausgebildet, kleine Körner, bis zu 30 % weniger Ertrag sind nicht selten. Auch einige Weizenflächen sind vom Hagel schaden betroffen, weitere 10% Verlust. Wenn ich also zum Mähdrusch eingeteilt bin, versuche ich die exakt beste Einstellung an der Maschine vorzunehmen. Trommeldrehzahl, Korbabstand, Wind und Ober- Untersiebstellung. Also alles was ich theoretisch dazu gelernt habe. Das hat sogar einen unserer erfahrensten Drescherfahrer beeindruckt. Das Dreschen ist viel ruhiger als das Stroh pressen. Die Vibrationen sind viel geringer und gleichmäßiger. Trotzdem, nichts geht über meine Claas Fine Cut 3200. Mit gut 10 km/h, je nach Stroh und Schwad, bin ich zwar nicht viel schneller als ein Mähdrescher. Dafür sind die Pakete 300 kg schwer und in bester kurzschnitt Qualität, 1,5 bis 2 cm, für die optimale rohfaserreiche Fütterung. Die Nachfrage nach gehäckseltem Stroh im Ballen ist kontinuierlich gewachsen. Die Vorzüge liegen für den Kunden auf der Hand, es lässt sich viel bequemer verteilen oder im Futtermischwagen verarbeiten. Erheblich mehr, bis zu gut 20 Prozent, an Masse ist in einem Ballen. In diesem Jahr haben die Landwirte ihr Stroh teilweise häufig gedreht, oft war es sogar so, dass es dann auch von der anderen Seite gut nass wurde. Anschließend trocknete es aber auch wieder ganz gut, sonnig und leichter Wind, auch mal ohne Regen. Das Stroh ist hier schon beinahe eine Zweitfrucht. Die Nachfrage ist ziemlich groß. Entsprechende Anforderungen werden an die Ballenqualität gestellt: sie müssen gut transportierbar sein und gleichzeitig fest und dicht gepresst, um möglichst viel Masse unterbringen zu können. Da hat sich die Claas 3400 RC mit ihrem Ballenmaß von 120 x 100 schon gut bewährt. Auch das Zusammenfahren und der Transport zum Ladeplatz werden häufig von uns übernommen. Allein drei Frontladerschlepper und Flachwagen sind mit dem zusammenfahren der Ballen im Einsatz. Gülle, Mist und Kalk streuen läuft natürlich auch schon wieder, aber eben eher nebenher. Die zwei Tebbe- Streuer und zwei Vakuum-Gülle-Fässer mit 14 bzw. 16 Kubik stehen den Kunden zum Verleih. Bevor das Wetter hier so wechselhaft wurde, haben wir auf einigen Grünlandflächen den dritten Schnitt durchgeführt. Das war auf einigen Flächen eher ein Pflegeschnitt, zum Ernten waren keine nennenswerten Erträge. Erdtransporte an den Kanälen Dortmund-Ems und am Mittellandkanal (AgriKulturKanal) laufen unbeeinflusst von der Witterung weiter. Nach wie vor sind es tausende Kubikmeter Boden, die täglich bewegt werden.
WerkstattKeine besonderen Vorkommnisse bei der Technik. Alle einsatzbedingten kleinen Reparaturen, wie Keilriemen, Klingen oder Messer wechseln, Filter reinigen oder Kühler ausblasen werden zügig erledigt - da passen die Regenstunden manchmal ganz gut. So gelingt es auch die fälligen Inspektionen pünktlich durchzuführen.
FreizeitDie Freizeit fällt auch unter Gleitzeit. War sehr unterschiedlich. An den Wochenenden geht's eben manchmal richtig rund, dafür habe ich dann in der Woche mal Gleitzeit. Die Tage nutze ich, um meine inzwischen notwendigen Behördengänge zu erledigt. Als Geselle hat man auch da plötzlich andere Verpflichtungen.
TermineAm 27.August ist die Freisprechung und Übergabe der Gesellenbriefe an die Absolventen im Bereich Fachkraft-Agrarservice. In Kleve auf Haus Riswick. Ganz wichtiger Termin!
Autor: Kai Hasse
Über das LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch:Ein Jahr lang schreiben 5 Mitarbeiter aus vier verschiedenen Lohnunternehmen monatlich abwechselnd einen Eintrag in ihrem LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch. Im LU.WEB wird wöchentlich ein neuer Beitrag veröffentlicht.