Stefan Wolff: LU.WEB Mitarbeitertagebuch-Eintrag Nr. 8

„Ein Bett im Kornfeld…“ summt Stefan Wolff bei der Jungfernfahrt auf dem neuen Lexion 570. Auch bei LU Metzger in Meßdorf dreht sich alles ums Korn. Die Ernte-Termine liegen wieder im kalendarischen Plan. Nur die Erträge auf den Flächen sind so unterschiedlich wie nie.

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Highlights:Mit den zwei neuen Claas Lexion 570 mit 9 Metern Arbeitsbreite haben wir jetzt noch mehr Schlagkraft, pünktlich zum Start der Getreideernte. Beide Drescher sind mit dem kompletten Profiprogramm ausgestattet, wie Feuchtigkeitsmessung, Ertragskartierung, usw. Kleines Wunder: trotz der lang anhaltenden Trockenheit, tagelang über 30 Grad Celsius und keinem Niederschlag, ist unser Horsch-Gülleverteiler mitten im Feld gute 40 Zentimeter im Mais versunken. Es gab kein rauskommen mehr, wir mussten mit einem der Zubringerfässer abpumpen und erst dann konnten wir ihn wieder rausziehen.

Außenwirtschaft:Alle neuen Mähdrescher sind im Feld und dreschen Gerste und zum Teil auch Raps. Für einige ökologisch wirtschaftenden Betriebe sind wir auch schon im Weizen. Dinkel ist bereits gedroschen. Die Einstellungen von Wind und Sieben sind exakt auf Korngröße und Kundenwunsch abgestimmt. Kunden, die eine eigene Reinigungsanlage haben, nehmen eher Fremdbesatz in Kauf. Die Gerste brachte teilweise ca. 60 dt. Es gab aber auch wesentlich höhere Erträge. Die drei Quaderpressen und auch die Rundballenpressen laufen im Stroh und sind gut beschäftigt. Tendenziell nimmt der Strohverkauf zu. Das ist inzwischen ein richtig aktiver Markt geworden und es sind nicht mehr nur Holländer, die Stroh kaufen. Unsere Krone BiGPack 1290 HDP läuft mit einem Vorbauhäcksler, dem sogenannten X-Cut. Die Milchviehbetriebe bevorzugen gehäckseltes Stroh im Ballen. Das lässt sich später auch besser im Futtermischwagen weiterverarbeiten.Ein Teil der gedroschenen Gerste haben wir gleich am Feld geschrotet. Hier in der Region lagern die Betriebe, die die Gerste zur Fütterung einsetzen, nicht mehr das ganze Korn ein. Unsere Hawe-Mühle schafft mit ihrem 12 Tonnen Bunker und ihren 500 PS gut weg, was der Drescher bringt. Für den Landwirt bringt es den Vorteil, die Gerste auch mit Feuchte von knapp 16 % schon zu ernten. Das anschließende Silieren des Getreideschrotes, meistens setzen die Landwirte hier Luposil ein, verbessert die Verdaulichkeit. Der zweite Schnitt im Gras war in der Erntemenge sehr unterschiedlich und extrem strandortabhängig. Das reichte von nicht vorhanden bis ganz ordentlich. Auf den guten Standorten war der zweite Schnitt besser als der erste. Auf den schlechteren waren vielleicht noch 30 % vom ersten Schnitt zu ernten. Geerntet wurde sowohl mit Häckselkette als auch mit Ladewagen und Presse. Die Gülleausbringung im Mais ist beinahe nahtlos in die übliche Saison auf den Getreidestoppel übergegangen. Späte Drilltermine und die langsame Entwicklung im Mais haben die Ausbringung in den Mais verzögert, bzw. zeitlich weiter verschoben. Sicher, teilweise hat der Mais eine Höhe von 3 m, an anderen Stellen ist er nur 1,80 m und der späte Mais teilweise erst bei 60 cm und der kann die Gülle gut gebrauchen - aber Wasser bräuchte der auch. Bisher hat der Regen nur gereicht, um das Dreschen abzubrechen.Auf den Getreidestoppel bringen wir die Gülle überwiegend mit Breitverteilung aus. Zurzeit sind unsere drei Annaburger Tridem-Fässer mit 21 Kubikmeter im Einsatz. So wie der Kunde es möchte. Mit Schleppschlauch oder geschlitzt wird dann später, wenn es in die Bestände geht, wieder nachgefragt.

Werkstatt:In der Werkstatt ist, wie wohl bei allen unseren Kollegen, nach der konsequenten Durchsicht der Mähdrescher, jetzt nur „Tagesgeschäft". Das heißt vor allen anderen Dingen: Messer und Klingen müssen scharf sein. Zum Glück haben wir ein Aqua-Non-Stop-Gerät im Einsatz. Da läuft das Schleifen zuverlässig und exakt. Und es muss nicht jedes Messer einzeln bearbeitet werden. An guten Tagen sind das schnell über 200 Messer die geschliffen werden müssen. Während der Getreideernte ist wieder ein Schichtdienst in der Werkstatt eingeteilt. Die eine Schicht geht von 6.00 h bis 14.00 h, die zweite von 14.00 h bis 22.00 h und ein Kollege ist praktisch abrufbereit zur eventuellen Unterstützung.

Freizeit:Wenn es sich einrichten ließ, habe ich die gute Seite des heißen Sommerwetters genutzt und die langen warmen Abende viel mit Freunden rund um den Grill verbracht. Inzwischen hat es ja auch schon einige kleine Schauer gegeben und es ist kühler geworden.

Termine:Nein, keine Termine außer Kundenbesuche oder genauer gesagt Feldtage in der Region: Gerste, Raps, Roggen und Weizen bis zum Regen oder zumindest bis zum Tau.

Autor: Kai Hasse

Über das LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch:Ein Jahr lang schreiben 5 Mitarbeiter aus vier verschiedenen Lohnunternehmen monatlich abwechselnd einen Eintrag in ihrem LU.WEB Mitarbeiter-Tagebuch. Im LU.WEB wird wöchentlich ein neuer Beitrag veröffentlicht.