Drei Fragen an Dr. Hartmut Matthes

Welche Rolle spielt die DeLuTa aus Sicht des Verbandes für die Mitglieder und die gesamte LU-Branche?
Drei Begriffe beschreiben das Wesen der DeLuTa sehr gut: Information, Dialog und Unterhaltung. Informationen liefern wir zum einen über unser umfangreiches Vortragsprogramm, das den Teilnehmern Impulse für die betriebliche und persönliche Weiterentwicklung bieten soll. Informationen erhalten die Teilnehmer aber auch durch unsere fördernden Mitglieder mit ihren Präsentationsständen in den Hallen. Mit der DeLuTa schaffen wir außerdem eine Super-Plattform zum Dialog. Dazu zählt das Gespräch der Lohnunternehmer und der Mitarbeiter untereinander, aber auch zwischen den Lohnunternehmern und unseren fördernden Mitgliedern. Lohnunternehmer und ihre Lieferanten für Technik, Service und Betriebsmittel können sich auf Augenhöhe auf der DeLuTa austauschen und vernetzen. Die Mitglieder können ihre Anliegen den teilnehmenden Herstellern direkt vortragen, diese wiederum hören heraus, wo z.B. der Schuh aktuell drückt bzw. wo Bedarf besteht und welche Lösungen erwartet werden. So wie man sich Kamingespräche zum Austausch im kleinen Rahmen vorstellt, kann man die DeLuTa als „Lagerfeuer“ betrachten, an dem Hersteller und Kunden miteinander reden, sich geschäftlich und persönlich austauschen.
Den dritten Part – die Unterhaltung – bringen wir mit der DeLuTa-Party an den Start und bieten damit auch den Mitarbeitenden in den Lohnunternehmen eine Plattform zum Austausch und Feiern. Für uns ist die DeLuTa eine der wenigen Veranstaltungen, bei der wir als Verband in so großer Zahl direkten Kontakt zu den Mitarbeitenden haben.
Wird die DeLuTa 2022 wieder so stattfinden können, wie wir sie alle kennen und schätzen gelernt haben oder rechnen Sie mit Einschränkungen?
Wir gehen nicht davon aus, dass sämtliche Hürden fallen werden, sondern es weiterhin Hygiene-Regeln geben wird, die wir einhalten müssen. Wir werden uns die Entwicklung anschauen und unsere Vorbereitungen entsprechend an die Vorgaben anpassen. Als ein Beispiel möchte ich die Planung unserer Vorträge in den Foren nennen. Hier haben wir bereits 2020 in der Vorplanung die Zahl der Säle von fünf auf drei reduziert, damit wir die Sitzabstände einhalten konnten. Ich denke, wir werden auch in diesem Jahr wieder mit diesen Abständen planen müssen. Möglichweise wird es aber auch bessere Belüftungsmöglichkeiten geben, welche die Situation wieder entspannen könnte.
Eine zweite wichtige Veränderung im Vergleich zu den vorherigen Tagungen werden der Einlass und die Kontrolle sein. Es wird mit Sicherheit ein Impf- bzw. Genesenennachweis erbracht werden müssen, darauf werden die Behörden bestehen. Außerdem ist davon auszugehen, dass zum Herbst mit Beginn der neuen Erkältungssaison auch die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigt. Ich kann nur jedem empfehlen, der auf die DeLuTa gehen möchte, sich impfen zu lassen. Als Veranstalter werden wir die Anordnungen der Behörden befolgen, die zum Zeitpunkt der DeLuTa gelten. Es wäre verantwortungslos gegenüber sämtlichen Teilnehmenden, wenn wir diese nicht durchsetzen würden. Aber ich denke, dass die meisten dies auch verstanden haben.
Wie ist Ihre Einschätzung – freuen sich Ihre Mitglieder nach eine langen Corona-Pause wieder „in Präsenz“ zusammen zu kommen?
Die Lohnunternehmer wollen sich wieder persönlich treffen. Aktuell werden aufgrund der fallenden Corona-Auflagen wieder vermehrt Präsenzveranstaltungen abgehalten – und der Zulauf ist trotz hoher Inzidenzen hoch. Digitale Formate sind gut und wir nutzen diese heute als tägliches Handwerkzeug in unserer Verbandsarbeit. Den persönlichen Austausch können sie aber nicht ersetzen. Wir haben schon im Jahr 2020 gesehen, dass viele Lohnunternehmer trotz Pandemie bereit gewesen wären, im Dezember nach Bremen zur DeLuTa zu fahren. Wir mussten die Tagung aufgrund der Corona-Lage damals aber absagen. Jetzt, zwei Jahre später, lechzen alle danach, sich wieder zu treffen. Das gilt für unsere fördernden Mitglieder, die gerne wieder ihre Kunden direkt und persönlich ansprechen möchten, genauso wie für die Lohnunternehmer. Daher gehe ich davon aus, dass sich alle unsere fördernden Mitglieder anmelden werden und auch der Zulauf durch die Lohnunternehmer ähnlich hoch sein wird wie in den Vor-Corona-Jahren. Wir jedenfalls freuen uns auf die DeLuTa 2022!
Die Fragen stellte Björn Anders Lützen, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN
Das Interview lesen Sie in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe 5/22. Hier bestellen als
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