JCB Fastrac mit neuem Antrieb

Nachdem JCB das stufenlose Variogetriebe von Fendt schon seit 6 Jahren im großen Fastrac verbaut hat und von diesem Modell nach eigenen Angaben ca. 300 Maschinen im deutschen Markt platzieren konnte, bekommen die schnellen Großen nun zusätzlich ein neues Herz aus dem AGCO Konzern verpasst: Unter der Motorhaube verrichtet nun ein SISU Motor mit AdBlue Abgasnachbehandlung sein Werk.

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Den neuen 8000er Fastrac gibt es ab sofort in zwei Leistungsstufen. Der 8280 leistet 206 kW/280 PS, das Topmodell der Fastrac 8310 hat nun 228 kW/310 PS. Beide verfügen über einen 6-Zylinder AGCO SISU Power Motor mit 8,4 l Hubraum und CommonRail Einspritzung. Das maximale Drehmoment liefern die Maschinen bei 1.400 U/min. Beim 8280 liegt es bei 1.195 Nm, beim 8310 bei 1.310 Nm. Zur Einhaltung der Abgasnorm TIER 4 interim geht JCB nun auch den Weg über die Einspritzung von AdBlue in einen SCR-Katalysator. Durch die neuen Motoren versprechen sich die JCBler einen Dieselminderverbrauch von ca. 10 % im Vergleich zum Vorgänger, der noch mit einem Cummins Motor ausgerüstet war. Den Adblue-Verbrauch gibt der Hersteller je nach Auslastung der Maschine mit 3-7 % des Dieselverbrauchs an. Der Kraftstofftank fasst 550 l. Zusätzlich ist ein AdBluetank mit 70 l montiert.

Getriebe - stufenlos bis 70 km/h

Was das Getriebe angeht, so bleibt bei den 8000 Modellen alles beim Alten: Fendt liefert weiterhin den stufenlosen ML 260 Triebsatz, der aus der Vario 900 Baureihe bekannt ist. Durch eine neue Abstimmung, sowie eine verbesserte Ansteuerung soll das Getriebe im neuen Fastrac 8000 nun besser mit dem Motor harmonieren. Dank der Überarbeitung der Software sind neue Getriebefunktionen hinzugekommen. So gibt es jetzt zum Beispiel eine zusätzliche Tempomatfunktion speziell für Straßenfahrten. Als besonderes Schmankerl für alle PowerShift-Fans bietet die Getriebesteuerung von JCB einen Modus an, der Schaltstufen simuliert...

Ein Alleinstellungsmerkmal der Fastracs ist sicherlich die Höchstgeschwindigkeit. Hier können die neuen 8000er 70 km/h bei 1.780 U/min bieten. Damit sind sie voll autobahntauglich und was für landwirtschaftliche Transporte wohl noch viel wichtiger ist: Sie dürfen auf Umgehungsstraßen, die oftmals als Kraftfahrtstraßen ausgeschildert werden, fahren.

Fahrwerk - sicher und komfortabel

Natürlich sind die neuen 8000er vollgefedert - das macht einen Fastrac schließlich aus. Im Vergleich zum 8250 wurden allerdings das gesamte Fahrwerk und der Rahmen verstärkt, um die gestiegene Leistung und damit die höheren Kräfte aufnehmen zu können. Leer wiegt die Maschine nun ca. 10,5 t. Das zulässige Gesamtgewicht konnte um zwei Tonnen auf 16 t angehoben werden.

Die Hinterachse verfügt über eine automatische und gewichtsabhängige Niveauregulierung. Egal welches Gewicht am Heckkraftheber anliegt, durch die Niveauregulierung bleibt immer der volle Federweg an der Hinterachse erhalten. Aufgrund der Zulassung über 60 km/h ist der Fastrac mit einer servounterstützten Direktlenkung und ABS ausgestattet. Die Doppelsattelbremsen an allen vier Bremsscheiben sollen für eine sichere Verzögerung auch bei hohen Geschwindigkeiten und Beladungszuständen sorgen.

Was die Bereifung betrifft, so bleibt (vorerst) alles so, wie man es vom 8250 her kennt. Maximal sind an der Vorderachse 540/65 R 38 und hinten 710/70 R 38 möglich. Aufgrund der gestiegenen Schlepperleistung wären größere Dimensionen wünschenswert. JCB hat aber das Hindernis der maximalen Außenbreite von 2,55 m. Theoretisch ließen sich breitere Reifen montieren, dann würde der Fastrac allerdings seine 70 km/h Zulassung einbüßen.

Kabine - für 2 Mann-Betrieb geeignet

Die breite Kabine ist vom Vorgänger übernommen worden. Sie bietet reichlich Platz für zwei Personen und jede Menge Komfortfeatures (z.T. optional) wie Klimaautomatik, getönte Scheiben, ein Winterpaket mit beheizbarer Front- und Heckscheibe, sowie beheizbare Rückspiegel und Fahrersitz. Über einen in der rechten Armlehne montierten FarbTouchscreen erfolgen die Einstellungen sowie die Überwachung der Maschine. Das integrierte Vorgewendemanagement speichert bis zu 15 Funktionen, die auf Knopfdruck am Fahrhebel abgerufen werden können. Die Steuerung von ISOBUS-Geräten ist mit dem Bedienterminal vorerst noch nicht möglich.

Die neuen 8000er Fastracs können ab Werk für ein automatisches Lenksystem vorbereitet werden. Dafür werden die Maschinen an der Lenkachse mit Lenkwinkelsensoren sowie einem zusätzlichem Lenkzylinder hinter der Vorderachse und einem Lenkproportionalventil ausgerüstet. Der zusätzliche Lenkzylinder ist aufgrund der Direktlenkung notwendig. Der Aufbau des Terminals sowie der Antenne für die automatische Lenkung erfolgt nach Absprache mit dem Kunden in der Nachrüstung. JCB Deutschland bietet in diesem Bereich Trimble Lenksysteme an.

Hydraulik - zwei Pumpen lieferbar

Serienmäßig wird der 8000er mit einer 148 l/min Pumpe ausgeliefert. Wem diese Leistung nicht ausreicht, der kann auf die optionale 210 l/min Variante zurückgreifen. Serienmäßig werden drei elektrische Zusatzsteuergeräte geliefert, auf Wunsch kann ein viertes geordert werden. Der unabhängige Hydraulikölkreislauf wird aus einem 180 l Vorrat gespeist von dem bis zu 135 l für die Versorgung von Anbaugeräten oder Anhänger entnommen werden können.

Der Heckkraftheber des neuen 8000ers stemmt bis zu 10 t. Auf Wunsch ist ein Frontkraftheber mit einer Hubkapazität von ca. 3,5 t erhältlich.

Fazit

Die neue 8000er Fastrac Baureihe von JCB wurde in vielen Punkten gegenüber dem Vorgänger verbessert. Die neuen Motoren mit AdBlue Abgasnachbehandlung bieten jetzt mehr Leistung für die bis zu 70 km/h schnellen und sehr komfortablen Maschinen. Was die Bereifungsgrößen angeht, so sind die 8000er am Limit angekommen. Ebenfalls muss JCB am ISOBUS Kapitel weiterarbeiten.

Der JCB Vertrieb Deutschland erhofft sich mit den neuen 8000ern für das nächste Jahr einen Marktanteil von 10 % in der immer wichtig werdenden Klasse um 300 PS. Das wären ca. 60 bis 70 Maschinen.

Björn Anders Lützen, Redaktion Lohnunternehmen