LU Holters: Pflugsohle ade

Karl Holters trafen wir erstmals vor drei Jahren. Damals erzählte er von seiner Bodenbearbeitung und dass er Pflug und Spatenmaschine im Einsatz habe. Wie hat sich das Geschäft seitdem entwickelt und was wollen die Kunden: Pflug oder Spaten?
Vor der Spatenmaschine läuft bei LU Holters ein 250-PS-Schlepper. Gearbeitet wird meist bis zu einer Tiefe von 25 cm und in einer konstanten Geschwindigkeit von 6,5 bis 7 km/h bei 1.000 U/min der Zapfwelle. Den Dieselverbrauch beziffert er mit 24 bis 28 l/ha. Foto: Holters

Heute stellt Lohnunternehmer Karl Holters klar fest: Seine Kunden wollen mehr Bodenbearbeitung und sie ordern zunehmend die Spatenmaschine. „Mein 5-Schar-Pflug macht kaum noch Hektar, dafür kommt die Spatenmaschine mittlerweile auf mehr als 350 ha“, schildert er. Wie kommt das? Das Hauptargument für die Spatenmaschine sei die nicht vorhandene Pflugsohle.

Karl Holters ist Lohnunternehmer in Ahaus, nahe der holländischen Grenze. Dort ist die Mastschweine- und Sauenhaltung stark ausgeprägt. Landwirte also, die kaum noch Zeit haben für Ackerarbeiten und diese an Profis wie Karl Holters auslagern. LU Holters arbeitet mit vier festen Mitarbeitern und zwei FAS-Azubis. Sein Angebot umfasst den kompletten Maisanbau mit Pflege und Ernte, Gülle, Grünfutterernte mit zwei Häckslerketten und Silierwagen, Ballensilage, Mähdrusch, Pflanzenschutz und eben die Bodenbearbeitung.

Getreide als Kombi, solo in Mais
Die Flächen seiner Kunden sind eher kleinstrukturiert. Es handelt sich meist um anmoorige bis lehmige Böden bis 30-50 Punkten. Für die Bodenbearbeitung hat LU Holters im Angebot neben seinem 5-Schar-Pflug eine 4-m-Scheibenegge mit Walze, einen Tiefengrubber, eine Fräse, einen Universalmulcher und eben seit acht Jahren eine Spatenmaschine (Imants). Im Frühjahr, zur Maissaat, läuft die Maschine auf rund 200 ha im Solobetrieb. Dann folgt die Maissaat mit fünf Maschinen 4-,6-, 8- und 12-reihig. „Wir haben auch die Kombination versucht, also Spatenmaschine plus 4-reihige Maisdrille. Aber das Gewicht der Kombi ist schlichtweg zu hoch“, schildert er. Ab September sät er auf rund 150 ha Getreide in einem Arbeitsgang mit der Kombi Drille, Spatenmaschine und Fronttank. „Ein Vorteil ist, wir fahren auf festem Boden und kommen erst zum Pflanzenschutz wieder auf die Fläche“, schildert Karl Holters. Staunässe sei so gut wie nicht mehr vorhanden. Er hat auch versucht mit diesem Gespann Ackergras zu säen, allerdings war ihm die Fläche für Grassaat hinterher nicht eben genug.

LU Karl Holters arbeitet mit der Imants Spatenmaschine, sowohl solo als auch in Kombination mit der Getreidedrille. Foto: Dörpmund

Viele Kunden sind auch begeistert von diesem Verfahren wegen der sehr guten Erträge bei der Ernte.

Karl Holters, Lohnunternehmen

Seine aktuelle Spatenmaschine ist drei Jahre alt, und wurde im letzten Jahr mit drei Reißzahnreihen vor der Maschine nachgerüstet. Das habe die Bodenlockerung verbessert, meint er. Er arbeitet mit der 3-m-Maschine 25 cm tief. Davor läuft bei ihm ein 250-PS-Traktor mit einer Fahrgeschwindigkeit von 6,5 bis 7 km/h bei 1.000 U/min. Der Schlepper ist mit RTK ausgerüstet, wodurch sich ein exaktes Saatbild ergibt. Bei schweren Böden muss man schon mal langsamer fahren, meint er. Grundsätzlich hänge aber die Antriebsleistung und auch die Fahrgeschwindigkeit von der Anzahl der Meißel auf der Welle der Spatenmaschine ab.

8 Euro/ha Verschleißkosten
Die 32 Meißel seiner Maschine werden alle 150 bis 200 ha gewechselt. Bei sehr trockenem Frühjahr könne das auch schon mal früher passieren, meint er. Der Wechsel der Meißel dauere rund 2,5 h und sei recht anstrengend. Karl Holters beziffert die Verschleißkosten auf 6 bis 8 €/ha. Er kauft ausschließlich Original-Verschleißteile, direkt beim Hersteller.

Der Arbeitspreis für die Spatenmaschine liegt bei Karl Holters über den Preis für den Pflug. Abgerechnet wird zu 90 % nach Hektar, bei kleineren Flächen nach Stunden. Der Diesel wird bei Holters immer extra ausgewiesen. Vor der Spatenmaschine brauchen seine 250-PS-Traktoren (Fendt 828, John Deere R 6215) zwischen 24 und 28 l/ha. Viele Kunden sind auch begeistert von diesem Verfahren wegen der sehr guten Erträge bei der Ernte, betont abschließend Karl Holters. Rund 9 bis 10,5 t/ha Getreide seien nicht selten.

Hans-Günter Dörpmund, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Der Artikel ist in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe Januar 2018 erschienen.

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