LU Ludger Cordt: Spezialisiert auf Pferdeheu

"Zu 80% bestehen die Weiden in Deutschland aus Deutschem Weidelgras. Das ist für die Pferdefütterung aber ungeeignet, da es zu zuckerreich ist.“

LU Ludger Cordt beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren intensiv mit der bedarfsgerechten Fütterung von Pferden, denn er selbst betreibt eine Pferdepension. „Wir haben unser Heu untersuchen lassen. In den Weidelgras-Proben waren bis zu 20% Zucker. Das ist zu viel für Pferde.

Sie werden zu fett, denn sie benötigen nicht die Energiezufuhr einer Milchkuh“, erklärt Ludger Cordt und fügt hinzu: „Wir haben daraufhin unsere eigene Grassaat gemischt. Mit dieser erreichen wir Zuckergehalte von 5% und weniger im Heu. Das ist ideal für Pferde.“

Die für ihn passenden Mischungen zu finden, hat einige Jahre gedauert. Zuerst hat er sich Standard-Pferdeheu-Gräsermischungen ausprobiert. Diese haben die Ergebnisse aus seiner Sicht schon etwas verbessert, aber: „Auch hier waren Gräsersorten enthalten, die wir für unsere Tiere nicht gebrauchen können.

Deshalb sind wir schließlich dazu übergegangen, einzelne Komponenten einzukaufen und selbst zu mischen. Über die Zusammensetzung der Sorten können wir die Nährstoffinhalten des Heus jetzt selbst steuern.“

Schnitt vor der Blüte

Anlass, sich überhaupt mit dem Thema so intensiv auseinander zu setzen, war, dass Ludger Cordt als Pferdehalter selbst ein Tier mit Hufrehe im Bestand hat. Sein Tierarzt empfahl ihm, sein Heu analysieren zu lassen, da Rehepferde häufig zu energiereich gefüttert werden.

Optimaler Schnittzeitpunkt ist kurz vor der Blüte, da hier die Staubbelastung im Gras noch niedrig ist. Durch die Auswahl der passenden Gräserarten passt der Rohfasergehalt zu diesem Zeitpunkt ebenfalls. Er schneidet das Gras für die Pferdeheuproduktion mit 8 bis 10cm relativ hoch.

Der lange Schnitt stellt sicher, dass das Gras schneller wieder austreiben kann, da das Energiedepot an der Pflanze belassen wird. Dies, und der Umstand, dass Ludger Cordt Flächen mit 70 Bodenpunkten für die Heuproduktion nutzt, hat ihm auch durch die beiden trockenen Jahr 2018 und 2019 geholfen, recht stabile Erträge von den Flächen zu ernten.

Björn Anders Lützen, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe 06/2020.

LU-Tipp

Fahrplan: Grundfutter

Sie wollen mehr Wissen zur Grundfutterernte? Dieses Praxis-Statement entstand im Rahmen unserer Serie „Fahrplan Grundfutter“, welche in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Futtersaaten, Futterbau und Futterkonservierung e.V., kurz AG FUKO erstellt wurde. Sie unterstützt seit den 1960er Jahren ihre Mitglieder bei den Herausforderungen der Grobfuttererzeugung. Als Zusammenschluss von Landwirten, von Institutionen aus der grünen Branche und der Wissenschaft bilden fachliches Know-how und ein vereinseigenes Futtermittellabor die Basis.

Über folgende Themen haben wir in den letzten fünf Ausgaben der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN berichtet:

•Pflegemaßnahmen im Frühjahr
• Idealer Schnittzeitpunkt + Reifeprüfung
• Grassilierung: Erntetechnik und Konservierung im Fahrsilo
•Rundballensilage
•Heuwerbung