LU Pommer: Grenzschließung führt zu Einbußen

Das Lohnunternehmen Pommer im bayerischen Schorndorf liegt 20 km entfernt von der tschechischen Grenze. Die ist seit 13.03. geschlossen - mit Folgen für das Geschäft.

Arbeitsschwerpunkte des Unternehmens mit vier Vollzeitkräften und fünf geringfügig Beschäftigten sind die Grünfutterernte, Gülletransport und –ausbringung, die Bodenbearbeitung, sowie die Heu-, Strohbergung und Mähdrusch.

„Seit Samstag, den 21.03., gelten in Bayern erweiterte Ausgangsbeschränkungen. Das betrifft unsere Arbeit aber nicht, da wir für die Nahrungsmittelproduktion tätig sind und für uns eine entsprechende Ausnahmeregelung gilt“, erklärt LU Wolfgang Pommer. Er fügt hinzu: „Wir haben für unsere Mitarbeiter ein entsprechendes Schreiben aufgesetzt, in dem wir bestätigen, dass sie für uns arbeiten und dass wir in der Landwirtschaft tätig sind.“ Kontrollen gab es bisher allerdings noch nicht.

Kontakt vermeiden

Die Fahrer sind dazu angehalten, in den Kabinen zu bleiben und den direkten Kundenkontakt möglichst zu vermeiden. Entsprechende Hinweise sind an den Fenstern der Traktoren bzw. Lkw angebracht. Falls jemand den Fahrer sprechen möchte, so kann er ihn über das Handy anrufen. Die Mitarbeiter und Kunden hätten mittlerweile Verständnis für diese Maßnahmen.

Ein Fahrer ist im Moment dauerhaft zu Hause. „Dieser ist quasi meine Backup-Lösung. Wir fahren für eine Molkerei flüssige Abfallstoffe und müssen regelmäßig dort einen Abtransport sicherstellen. Falls wir eine Corona-Infektion im Betrieb bekommen und in Quarantäne müssten, dann kann dieser Mitarbeiter das Fahrzeug übernehmen. Das ist zwar eine aufwändige Lösung für uns, wir können aber sicherstellen, dass wir unseren Kunden weiterhin bedienen können“, fügt der Lohnunternehmer hinzu.

Gärsubstrat nach Tschechien

Direkt betroffen von der Corona-Krise ist das Lohnunternehmen Pommer durch die Schließung der Grenze nach Tschechien, da unter anderem für Kunden aus Deutschland Gärsubstrat nach Tschechien transportiert und dort ausgebracht wird. „Wir haben die Zeit bis zur Grenzschließung so gut es ging ausgenutzt und möglichst viele Transporte gefahren und dort das Gärsubstrat ausgebracht. Es ist uns aber nicht gelungen, die geplante Gesamtmenge auszubringen. Hier geht mir nun Umsatz verloren. Es ist theoretisch möglich, noch über ausgewiesene Grenzübergänge nach Tschechien zu fahren. Das bedeutet aber einen Umweg und viel Wartezeit an der Grenze, die der Kunde mir nicht bezahlt. Somit ist dieses Geschäft uninteressant für mich“, so Wolfgang Pommer über die aktuelle Lage.

Arbeit gibt´s genug

Generell sieht er die Situation für sein Unternehmen aber nicht kritisch: „Solange die Mitarbeiter sich nicht infizieren, sind wir voll im Einsatz. Es gibt derzeit genug zu tun. Die Wiesen müssen gemäht, die Felder bestellt und Gülle ausgebracht werden. Die Tiere benötigen Futter – trotz der Corona-Krise.“

Björn Anders Lützen, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN