LU Reichle: Auf Moorböden solo unterwegs

Karl-Heinz Reichle ist Chef eines Familien-Lohnbetriebes im Landkreis Ravensburg. Sein Press-Angebot umfasst Heu, Gärheu, Silage und Stroh. Seine Standorte sind empfindliche Moorböden und darin liegt der Knackpunkt.
Karl-Heinz Reichle ist viel auf moorigen und feuchten Standorten unterwegs, daher Zwillingsbereifung an der Presse und getrenntes Press-Wickel-Verfahren.

Zusammen mit Vater, Ehefrau und zwei Söhnen ist Karl-Heinz Reichle von April bis November mit zwei Lely Rundballenpressen 535v Master, 160 V Xtra) und einem Lely Solowickler unterwegs.

Karl-Heinz Reichle arbeitet im getrennten Verfahren, also Solo-Rundballenpresse und Solowickler. Zwei Fahrer, zwei Traktoren, zwei Maschinen. Der Aufwand hat seinen Grund in den zu 80 % sehr moorigen Flächen und auch Naturschutzflächen seiner Kunden, auf denen kein Kunde eine schwere Pressewickel-Kombi sehen will. Weitere Gründe für das getrennte Wickelverfahren sind Hanglagen und die engen Hochstamm-Streuobstwiesen, wo er zwischen den Baumreihen mit Presse und Wickler rangieren muss. „Da müssen wir mit unseren Maschinen schlichtweg wendig sein“, schildert Karl-Heinz Reichle.

Er und seine Familie arbeiten sowohl für Milchvieh- also auch für Ziegenbetriebe, Haupt-, wie auch Nebenerwerbsbetriebe. Im Frühjahr sind es meist die kleineren Milchviehbetriebe mit ca. 25 Kühen, die Gras und Heu pressen lassen. Im Herbst zu den letzten Grasschnitten ordern dann auch Betriebe mit 50 bis 80 Kühen die Rundballensilage. „Meist passiert das, wenn die Fahrsilos voll sind.“, erzählt er.

Er rechnet aber einen Gesamtpreis ab für Presse, Wickler, zwei Traktoren und zwei Fahrer. „Der Preis ist den Bauern ihre empfindliche Grasnarbe wert“, fügt er an. Seine Kunden sind vorwiegend kleine aber gesunde Haupterwerbsbetriebe oder Nebenerwerbsbetriebe mit geregeltem Einkommen. Beide würden pünktlich zahlen.

Wir arbeiten zu 80 Prozent auf sehr moorigen Flächen, auf denen unsere Kunden keine schwere Presswickel-Kombi sehen wollen.

Karl-Heinz Reichle, Lohnunternehmer

LU Karl-Heinz Reichle mit Vater Karl.

Die Ballensilage in seinem Gebiet ist stabil. Jedes Jahr geben kleine Milchviehbetriebe auf, nicht immer bleibt ihm die Fläche erhalten. Aber auch Lohnunternehmer hören auf und durch die Kundenwanderung kann LU Reichle die Ballenzahl weitgehend stabil halten. Sein größter Konkurrent ist die Fahrsilosilage, denn wachsende Milchviehbetriebe wechseln zunehmend zum Ladewagen bzw. Häcksler und eben Fahrsilo. Aber es gibt auch Betriebe, da wachsen die Fahrsilos nicht mit der Herde und dann kommt wieder mehr die Ballensilage ins Spiel, so seine Erfahrung.

Seine beiden Pressen arbeiten mit variabler Presskammer, bei der Silage wird auf 125 cm Ballenmaß gepresst und im Dürrfutter (Heu, Stroh) meist zwischen 120 und 150 cm, das Maß kann aber bis 2 m betragen. Geschnitten wird nach Kundenwunsch entweder mit voller Messerzahl (25) oder mit halbem Messersatz. Kurzschnitt im Stroh für Einstreu und bei der Silage für den Einsatz im Futtermischwagen. Gewickelt wird grundsätzlich meist sechsfach, schwankt aber zwischen vierfach bis achtfach.

Die Mäharbeit machen die Landwirte komplett selbst. Beim ersten Schnitt wird viel Gärheu verlangt, speziell von Pferdehaltern. Das ist leicht feuchtes Heu, in Folie gewickelt und daher staubfrei. Aber auch größere Milchviehbetriebe lassen Heu in Rundballen wickeln, weil denen der früher übliche Heulageraum fehlt.

Neben der Ballensilage und Ballenheu bietet LU Reichle noch Mähdrusch an, Maissaat, Kommunal- und Baggerarbeiten. Das Unternehmen wurde 1961 gegründet und 2015 hat Karl Heinz Reichle den Lohnbetrieb vom Vater Karl übernommen.

Hans Günter Dörpmund, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe April 2017.

Wollen Sie wirklich schon gehen?

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua.

Jetzt hier schlumpfen!