Marketing-Blick auf die Agritechnica

Natürlich stehen Gespräche und Technik im Mittelpunkt der Agritechnica. Aber so eine Messe ist auch immer aus Marketing-Gesichtspunkten interessant. Was war augenfällig toll, was nicht so gut - hier eine subjektive Auswahl.

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Anschauliches

Wie zeigt man, was im Inneren eines Pflanzenschutzmittel-Tanks spannendes vor sich geht? Nein, kein Video, sondern Tank aufschneiden, Plexiglasfront anbauen und das ganze zum Funktionieren bringen. Wer das gesehen hat, dem braucht man nicht mehr viel zu erklären.

 

 

 

 

 

 

 

Wie zeigt man anschaulich die Robustheit der eigenen Oberflächen? Wieder kein Video, auch kein dozierender Wissenschaftler, sondern am konkreten Beispiel. Hier wurden drei verschiedene Modelle gezeigt, unterschiedliche Materialien wurden gleichem Stress ausgesetzt. Das Ergebnis kann jeder sehen und begreifen.

 

 

Anschaulichkeit, Dinge zeigen und begreifbar machen, das kommt gut an.Vor allem bei Praktikern.

Service 

Wie lockt man die Kunden an den Stand, bringt sie zum Verweilen? Hier zwei Ansätze:

Eine Friseuse schneidet die Haare (oft ließen sich junge Kerle die Haare schneiden und ihre Kumpel2 schauten sich das Standangebot an - ein positiver Nebeneffekt).

An einem anderen Stand lockern zwei Masseurinnen lockern Messestress. Diese Idee kann man noch weiter spinnen, indem man Top-Kunden separat einlädt. Erst Massage, dann Kaffee und Kuchen und schon ist man im locker-angenehmen Gespräch.

 

Moderne Stände präsentieren alles modern und hochwertig. Was ganz relaxed aussieht, braucht extrem viel Technik im Hintergrund. Hier der Blick in die eine Hälfte des Technikraums eines großen Standes - alles ist super vorbereitet und perfekt durchgeführt. Ein perfektes Produkt braucht eine perfekte Präsentation, nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

 

 

So richtig interessant werden Ausstellungsstücke wenn man nicht alles sieht. Das hat dieser Pressenhersteller gut umgesetzt und seine Maschine teilweise versteckt. Sieht doch viel interessanter aus als bei den vielen anderen Herstellern und macht viel neugieriger, oder?

 

 

 

Nicht überzeugend:

An sich eine clevere Idee der Werbestrategen, denn Reparaturen sind immer zeitkritisch. Eher handwerklich orientierte Menschen könnten aber auch denken, dass hier der Schraubenschlüssel kein bisschen zur "Schraube" passt. Querdenker könnten sogar am grundsächlichen maschinenbaulichen Verständnis der Firma zweifeln.

 

 

 

 

 

Englische Claims sind ja ok, aber dieser hier? "Unsere Erfahrung kann nicht gekauft werden, desshalb bekommen Sie sie kostenlos" übersetze ich mal holprig. Und denke holprig weiter: Die Erfahrung von dieser Firma kann man nicht kaufen, es gibt sie kostenlos. Dann kann die Erfahrung dieser Firma ja auch nicht viel wert sein - was nix kostet, ist auch nix wert. Oder habe ich dazu weit interpretiert?