Agravis entwickelt Farmmanagement-Konzept
Die Agravis Raiffeisen AG erarbeitet seit Jahren integrierte Mehrwert- und Lösungskonzepte und setzt dabei auf gesamtunternehmerisches Denken sowie die Vernetzung des Expertenwissens ihrer Bereiche. Mit dem Projekt Farmmanagement, das am 1. Juli startete, geht das Agrarhandelsunternehmen einen weiteren Schritt in Richtung Komplett-Anbieter. Verkauft wird dabei keine Einzelleistung, sondern ein umfassendes Konzept – inklusive Beratung, Service und Umsetzung.
Die Idee
Gemeinsam mit regionalen Raiffeisen-Genossenschaften will die Agravis gerade in der Veredelung aktiven Betrieben die Möglichkeit bieten, auch den Betriebszweig Ackerbau weiter zu stärken. Dabei bieten Agravis und die genossenschaftlichen Partner Landwirten ein komplettes Dienstleistungspaket im Ackerbau an.
Sieben Betriebe im Kreis Steinfurt/Münsterland sind aktuell in das Projekt integriert. „Wir starten mit 530 ha Ackerbau und 110 ha Grünland ins erste Jahr“, erklärt Franz Schulze Eilfing, Bereichsleiter Pflanzenbau-Vertriebsberatung. „Das ist ein guter Anfang, der uns und den beteiligten Landwirten Aufschluss geben wird, wie unser Konzept in der Praxis funktioniert und an welchen Stellschrauben wir noch drehen müssen.“
Wie bei anderen Projekten des Unternehmens, beispielsweise dem Precision-Farming-Spezialisten Agravis NetFarming GmbH oder dem Portal für die Landwirtschaft „myfarmvis“, arbeiten auch beim Farmmanagement verschiedene Agravis-Bereiche eng zusammen. „Wir nutzen viele Schnittstellen, zum Beispiel die Zonenkarten der Agravis NetFarming GmbH“, erläutert Schulze Eilfing.
Die Praxis
In der Praxis funktioniert das Farmmanagement wie folgt: Die Pflanzenbau- Vertriebsberatung stellt die Mitarbeiter, die die Konzepte auf dem Feld umsetzen. Die für die Arbeit auf dem Acker benötigten Maschinen kommen von der Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH, über den Agravis Financial Service kann finanziert werden. Wenn der Landwirt es möchte, werden die Betriebsmittel bei der örtlichen Genossenschaft bezogen. Gemeinsam mit dem Landwirt plant die Agravis das Ackerbau-Jahr. „Der Landwirt entscheidet über die Fruchtfolge, über die Intensitäten beim Pflanzenschutz und Dünger. Wir nehmen ihm dann die praktische Umsetzung ab und setzen dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Lohnunternehmen“, erklärt Franz Schulze Eilfing. Alle Daten fließen auf ein Dashboard. „Damit kann der Landwirt jederzeit beispielsweise auch auf dem Smartphone nachschauen, wie es auf seinem Acker aussieht, was wir gemacht haben und wo wir stehen“, erläutert Franz Schulze Eilfing. Die Daten sollen perspektivisch auch unter dem Portal „myfarmvis“ über eine Ackerschlagkartei abrufbar sein. Die Agravis ist überzeugt, dass dieses Konzept Zukunft hat. Viele Betriebe stehen an einer Wachstumsschwelle und kommen dabei personell an ihre Grenzen. „Pro Hektar können wir ihnen sechs, sieben Arbeitsstunden im Jahr abnehmen. Unsere Mitarbeiter sind von der Aussaat über die Bodenbearbeitung, den Pflanzenschutz, die Düngung und die Dokumentation fest für den jeweiligen Betrieb zuständig. Die Ernte übernimmt dann ein Lohnunternehmer“, erklärt Franz Schulze Eilfing und ergänzt: „Die Landwirte wissen die Fläche in guten Händen, können durch unser Expertenwissen auf gute Erträge hoffen und haben volle Transparenz, was auf ihrem Acker passiert.“ Daneben sei auch die Preisstellung klar nach Gesamtkosten pro Hektar geregelt – als Paketleistung für Personalkosten und Kosten der Arbeitserledigung.
Statement der Agravis Raiffeisen AG, Münster