Waschhallen-Serie: Gebäudehülle

Die Grundlage der Planung der Waschhalle ist gelegt. Entscheidend für die dauerhafte Funktion ist im nächsten Schritt die Gebäudehülle.
Hochdruckreinigung von Traktor in Waschhalle
Die Gebäudehülle einer Waschhalle muss Feuchtigkeit, Hochdruckreinigung und Temperaturunterschieden standhalten. (Foto: Meier-Brakenberg)

Viele Waschhallen werden zunächst wie klassische Maschinenhallen geplant. In der Nutzung zeigt sich jedoch schnell, dass die Anforderungen deutlich darüber hinausgehen. Feuchtigkeit, Hochdruckreinigung und Temperaturunterschiede wirken dauerhaft auf die Konstruktion ein. Die Gebäudehülle muss diese Belastungen aufnehmen. Entscheidend ist nicht die Bauweise an sich, sondern die Nutzung.

Nutzung bestimmt den Aufbau

Während bei klassischen Hallen vor allem statische und energetische Anforderungen im Vordergrund stehen, wirken in der Waschhalle zusätzlich Wasser, Reinigungsdruck und Schmutz auf alle Bauteile. Diese Einflüsse bestimmen den Aufbau von Wänden, Dach und Öffnungen.

Wandaufbau und Materialwahl

Im unteren Wandbereich ist die Belastung durch Spritzwasser und mechanische Einwirkung besonders hoch. Hier werden idealerweise Betonsandwichelemente bis etwa 1,5 bis 2,0 m Höhe eingesetzt.

Entscheidend ist die Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Reinigungsmitteln, da ungeeignete Materialien die Lebensdauer der gesamten Halle deutlich reduzieren. In der Praxis haben sich zusätzliche Beschichtungen auf Epoxidharzbasis zur Erhöhung der Oberflächenbeständigkeit bewährt. Darüber kommen gedämmte Wandpaneele zum Einsatz, beispielsweise mit 100 mm PIR-Dämmung und einem U-Wert von etwa 0,23 W/m²K.

Belüftungsskizze
Der Wasserdampf in der Waschhalle muss über Entlüftung abgeführt werden. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Dach und Feuchteverhalten

Auch die Dachkonstruktion ist dauerhaft feuchter Luft ausgesetzt. Neben der Dichtigkeit spielt vor allem die gezielte Ableitung von Feuchtigkeit eine Rolle. In der Praxis kommen daher feuerverzinkte oder zusätzlich beschichtete Stahlträger sowie Thermodachpaneele mit entsprechender Dämmstärke zum Einsatz.

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Entlüftung. Während der Reinigung entsteht Wasserdampf, der abgeführt werden muss, um die Trocknung der Maschinen zu ermöglichen und Sichtbehinderungen zu vermeiden. Warme Luft steigt nach oben und wird über Öffnungen im Firstbereich abgeführt. Voraussetzung ist eine ausreichende Hallenhöhe sowie eine geeignete Dachneigung von etwa 12 bis 15 Grad, um den Kamineffekt zu unterstützen.

Die erforderliche Luftleistung lässt sich aus dem Hallenvolumen ableiten. Bei einem Volumen von 1.000 m³ und etwa zehn Luftwechseln pro Stunde ergibt sich ein Luftbedarf von rund 10.000 m³ pro Stunde. Bei einer Luftgeschwindigkeit von etwa 0,6 m/s entspricht dies rund 2.160 m³ pro Stunde je Quadratmeter Öffnungsfläche. Daraus ergibt sich eine notwendige Firstöffnung von etwa 4,6 m².

Hallenskizze
Richten Sie die Torabmessungen der Waschhalle an den eingesetzten Maschinen aus. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Wichtig ist dabei die Nachströmung. Die abgeführte Luft kann nur ersetzt werden, wenn ausreichend Zuluft nachströmt, beispielsweise über geöffnete Tore.

Tore und Öffnungen

Die Torabmessungen richten sich nach den eingesetzten Maschinen. Häufig kommen Sektionaltore mit Abmessungen von etwa 6,50 × 6,00 m zum Einsatz. Neben der Größe ist die Ausführung entscheidend. Bauteile müssen korrosionsbeständig, idealerweise mit Edelstahlbeschlägen ausgeführt werden, um den dauerhaften Belastungen standzuhalten.
Fensterbänder im oberen Wandbereich unterstützen die gleichmäßige Belichtung der Halle.

Ausblick

Im nächsten Teil der Serie wird die Abwasserführung betrachtet. Im Fokus stehen Schlammfang, Abscheidung und grundlegende Anforderungen an die Entwässerung.

Autor: Wolfgang Meier
Unternehmen: Meier-Brakenberg
Link: www.meier-brakenberg.de

Der Autor und sein Team begleiten die Planung von Waschhallen und Hochdrucksystemen und unterstützen Lohnunternehmen dabei, Anlagen von Anfang an richtig auszulegen.