April 2005: LU Ackermann führt ältestes noch aktives Lohnunternehmen in Deutschland
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Der Lohnbetrieb Ackermann aus dem niedersächsischen Melle ist wohl das älteste noch aktive Lohnunternehmen in Deutschland. Im Jahre 1858 ging Hermann Ackermann im Alter von 19 Jahren an den Start.
1858: Das erste Geld verdiente Hermann Ackermann Mitte des 19ten Jahrhunderts mit der Flachsschwingerei. Dabei musste die Schwinge zuerst von Hand gedreht werden, später wurde sie mit einem Göpel von Pferden angetrieben und schließlich kam Hermann Ackermann auf die Idee, auch die Wasserkraft als Antrieb zu nutzen.
Die dampfende Technik hielt 1885 Einzug. Firmengründer Hermann Ackermann kaufte die erste Lokomobile – sprich Dömper und trieb damit die Schwingen an. Das waren die ersten Anfänge der Flachsschwingerei im Lohnbetrieb Ackermann.
1. Juli 1858: Hermann Ackermann gründete das Lohnunternehmen mit einer Handschwinge für Flachs.
Nun konnte man mit diesen Lokomobilen jedoch auch vorzüglich Dreschmaschinen antreiben und so stieg Hermann Ackermann zunächst mit einer geliehenen Dreschmaschine in dieses neue Dienstleistungssegment ein. Im Laufe der Jahre erhöhte sich die Zahl der dann gekauften Dreschmaschinen auf später immerhin 8 Einheiten, die zuerst von den Lokomobilen, später von den ersten Traktoren und auch vom Strom angetrieben wurden.
1914: Im Jahre 1914 übernahm dann sein jüngster Sohn Wilhelm Ackermann das Unternehmen und sechs Jahre später kamen die ersten Schlepper auf den Hof. Damals waren das 12 Lanz-Bulldog mit jeweils 12 PS Leistung. Neben den ersten Schleppern waren die Lokomobile noch bis Mitte der 20er Jahre bei Ackermann im Einsatz. 1928 tauschte Wilhelm Ackermann die 12 PS Lanz-Bulldog gegen die nächste Schleppergeneration, ebenfalls Lanz Bulldog, aber diesmal mit 28 PS. In der Spitze liefen hier 8 Dreschsätze, die auch auf weitere Distanzen mit der Bahn geschickt wurden und nicht selten über längere Zeit auswärts blieben.
2001: Ein richtiger Schritt in die Zukunft: In einer GbR roden LU Ackermann, Kaufmann und Richter gemeinsam Zuckerrüben.
1945: Mitte der 40er Jahre nahm Hermann Ackermann als die nächste Generation das Betriebszepter in die Hand. In der dreschfreien Zeit transportierte er als Fuhrunternehmer Getreide mit dem 28 PS Bulldog als Zugmaschine mit vollgummibereiften Hängern. Mitte der 30er Jahre kam ein 100 PS Hanomag mit zwei zwillingsbereiften Lindner Hängern auf den Hof, der immerhin schon um die 40 km/h schnell lief und im Fernverkehr eingesetzt wurde.Die Dreschmaschinen arbeiteten bis Anfang der 60er Jahre.
1955 wurde der erste Lanz-Mähdrescher gekauft. 1958/59 folgte ein Clayson und zwei Jahre später kam der erste Claas Selbstfahrer auf den Hof. Die Silomaisernte begann Ende der 60er Jahre bei LU Ackermann mit einem einreihigen Häcksler in der Dreipunkt. Ebenso begann damals die Rübenernte mit dem einreihigen Schmotzer Roder mit Bunker und Blattablage im Schwad.
1989: Ulrich Ackermann, der jetzige Chef übernahm 1989 das Lohnunternehmen, das damals noch weitgehend landwirtschaftlich ausgerichtet war, aber mit 2 LKW und 2 Baggern schon in die Richtung zeigte, die heute das Lohnunternehmen prägt. Ulrich Ackermann startete damals zudem mit 7 Mähdreschern, einem einreihigen Schmotzer Rübenroder, 2 Hanomag Schleppern, einem Fendt Geräteträger, 2 Lanz-Bulldog, einem 46 PS Fendt und einem einreihigen Maishäcksler.
2004: Heute kommen beim Lohnbetrieb Ackermann nur noch 20% des Umsatzes aus der Landwirtschaft. Das Gros macht der Bereich Erdbewegung und Tiefbau mit 7 Baggern (Atlas, Yanmar, Liebherr), 3 Radladern (Komatsu, Hanomag, Altas) 1 Liebherr Raupe, 6 LKW, ein Walzenzug (Bomag). In der Landwirtschaft laufen 3 Mähdrescher (Claas Lexion 540, 450 sowie Mega 204), Rüben-, Maissaat und Kalkstreuen sind weitere Dienstleistungen. 12 feste Mitarbeiter sind heute im Betrieb tätig.
Ulrich Ackermann ist heute 48 Jahre alt und hat noch keinen Grund, über eine Betriebsübergabe an die nächste Generation nachzudenken. Aber die Chancen stehen gut, dass Sohn Björn irgendwann in die Fußstapfen der Ahnen steigen und die Tradition weiterführen wird.
Hans-Günter Dörpmund
2004: Drei Ackermann-Generationen: v.l. Ulrich Ackermann, Björn Ackermann, Auguste Ackermann und Dr. Gustav Ackermann