August 2001: Kristian Draeger, neuer "Fachbetrieb"

"Anerkannter Fachbetrieb" in Schleswig-Holstein zu werden, ist nicht einfach. Doch immer mehr Betriebe gehen diesen Weg. Warum hat Kristian Draeger mitgemacht?

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Warum anerkannter Fachbetrieb?

Kristian Draeger erhofft sich durch die Auszeichnung zum "Anerkannten Fachbetrieb" klare Wettbewerbsvorteile, besonders bei den kommunalen Kunden, die mittlerweile 70 Prozent seines Kundenstammes ausmachen. Denn diese Anerkennung wird sehr stark aus dem Blickwinkel der Kundenzufriedenheit gesehen. Entsprechend wertvoll kann sie zur Kundengewinnung sein. Dafür ist er bereit, die Prüfungs- und Anerkennungsgebühr von 4000 DM zu zahlen, neben der eigenen Arbeit und Schulung, die diese Prozedur verlangt.


Auch im Außenlager hat Kristan Draeger etliche Maschinen stehen,... Hohe Hürden aufgebaut

Kristian Draeger hätte sich vor gut einem halben Jahr nicht träumen lassen, welchen Einsatz dieses Siegel fordert. Am Prüfungstag endlich war er sicher einen top organisierten Betrieb zeigen zu können. Umso erstaunter war er über all das, was die Prüfer wissen und sehen und in der dicken Bewertungsliste abhaken wollten. Vorab wurden bereits die Büroorganisation, wirtschaftliche Situation und Buchhaltung geprüft. Ebenfalls wurde vorab die Kundenzufriedenheit abgefragt, und zwar wurden aus dem Gesamtkundenstamm 50 Kunden befragt, konkret waren das 20 Landwirte, 20 Kommunen und 10 Wasser- und Bodenverbände.


...weil es in der Maschinenhalle reichlich eng wird. Alle Einrichtungen in der Halle, Werkstatt und an den Maschinen wurden von den Prüfern unter die Lupe genommen. Den Betrieb durchleuchten

Pünktlich um 9 Uhr trafen sich am 26. März vier Prüfer auf dem Betrieb Draeger im schleswig-holsteinischen Dorf Kükels, um den Betrieb gründlich unter die Lupe zu nehmen. Tagesordnungs-punkt Nr. 1: Vorstellung des Betriebes durch den Betriebsleiter: Kristian Draeger, gelernter Landwirt, hat sich mit dem Lohnbetrieb 1980 selbstständig gemacht. Erste Arbeiten waren Knickputzen, Grassilagebergung Waldkalkung, die er von Holstein bis Hessen durchführte. Heute stehen im "Draeger Lohnbetrieb" Grassilage (3 Ladewagen), Güllerühren und -fahren mit 22/15 m3 Wagen bis 24 m Breite, Knickputzen und Grasnachsaat im Vordergrund.


Ehefrau Antje Draeger ist besonders für die Bereiche Rechnungswesen und Büroorganisation verantwortlich. Auch diese Bereiche wurden von den Prüfern ausgewertet und beurteilt. Standbein kommunale Dienstleistung

1993 wurde dann neben dem landwirtschaftlichen Lohnbetrieb der "Draeger-Landschaftsbau" gegründet, mit Auftraggebern aus den Kommunen sowie Wasser- und Bodenverbänden. Hier stehen für die Kommunen die folgenden Arbeiten im Vordergrund: Baum- und Knickpflege, Holzshreddern, Mäharbeiten mit Front- und Heckanbau sowie mit Auslegern. Mähkorbarbeiten mit Rad- und Kettenbagger, Bankettfräsen mit Verladeband und Abfuhr, Bau von Biotopen und Regenrückhaltebecken, sowie Wegebau. Heute trägt der "Draeger Landschaftsbau" rund 70 % seines Gesamtumsatzes, Tendenz steigend. In beiden Betrieben werden fünf feste Mitarbeiter beschäftigt.


Der LU Draeger erwirtschaftet rund 70 % seines Umsatzes mit kommunalen Arbeiten. Im Aufenthaltsraum hängt die Karte der Wege- und Gewässernetze, die er und seine Mitabeiter zu bearbeiten haben. Nicht über den groben Daumen

Dann ging es raus in den Betrieb. Je nach Prüfgebiet teilten sich die Prüfer auf in Büro und Maschinenhalle und Werkstatt, ausgestattet mit Stift und einer 13-seitigen Checkliste mit den Krite-rien zur Betriebsanerkennung. Erfüllt die eingesetzte Technik und das Werkstattmanagement die heutigen Ansprüche aus Sicht des Kunden und der Mitarbeiter und entspricht die Arbeits- und Betriebssicherheit den Bestimmungen der BG? Da wurde nicht über den dicken Daumen gepeilt, sondern schon haarklein Details angesehen und hinterfragt.


Von den Prüfern wurde auch im Außenberich die Funktion und Sicherheit der eingesetzten Technik bewertet. Der Einsatz hat sich gelohnt

Am Nachmittag wurde dann Bilanz gezogen, ohne Betriebsleiter und ohne Presse. Das Ergebnis gab es wenige Tage später. Es lautete "bestanden", ohne Einschränkungen. Am 27. April war es denn soweit. Die Urkunde und das Schild "Anerkannter Fachbetrieb" wurde im festlichen Rahmen übergeben, durch Margret Honermeier, stellvertretende Landesvorsitzende des Lohnunternehmerverbandes. Sie weiß, was dies bedeutet, denn der Betrieb Honermeier nahm die Hürde zum "Anerkannten Fachbetrieb" vor wenigen Jahren.


Der Prüfungsausschuss bei der Arbeit. Erst muß der LU seinen Betrieb präsentieren und sich den Fragen stellen. Danach setzt sich der Ausschuss allein zusammen, um eine Gesamtbewertung vorzunehmen.