August 2019: Manuel Schlichting, LU Trinkies

Manuel Schlichting ist seit dem ersten Lehrjahr bei LU Trinkies angestellt und hat sich dort unentbehrlich gemacht - als einer der ersten FAS.
Manuel Schlichting ist seit 14 Jahren bei LU Trinkies angestellt.

Manuel Schlichting lerne ich kennen, als ich für seine Chefin Claudia Trinkies auf dem Betrieb in Lamstedt im Landkreis Cuxhaven ein Fotoseminar halte – ein Geschenk der Belegschaft zu ihrem Geburtstag. Für mich ist dies ein erstes Zeichen für eine gute Zusammenarbeit zwischen Chefs und Angestellten.

„Mein Arbeitsbeginn bei LU Trinkies war am 01.08.2005, einem Montag, und der Start meiner FAS-Ausbildung“, erzählt Manuel Schlichting. Er fing mit 13 weiteren Lehrlingen die Ausbildung Fachkraft Agrarservice als niedersachsenweit erster Durchgang an der Berufsschule in Nienburg an – und als erster Auszubildender bei LU Trinkies. „Ich habe mich hauptsächlich für dieses Lohnunternehmen entschieden, da es im Umkreis das einzige zu der Zeit war, das die FAS-Ausbildung angeboten hat“, erklärt er und hat es laut eigener Aussage bis heute nicht bereut. Vorher hat er eine Lehre zum Metallbauer begonnen, die er aus gesundheitlichen Gründen nicht beenden konnte. „Ich bin auf dem Land und in der Landwirtschaft aufgewachsen, so war mein Berufswunsch in diese Richtung vorgegeben“, sagt er.

Von der Werkstatt ins Büro

Während seiner Ausbildung hat Manuel Schlichting alle Bereiche des Betriebes durchlaufen. Das Spektrum reichte von der Werkstatt über das Fahren sämtlicher Maschinen bis hin zu den Büroarbeiten. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung hat LU Trinkies die Fachkraft Agrarservice übernommen. „Ich habe die ersten Jahre in der Werkstatt und als Fahrer gearbeitet. Seit knapp drei Jahren bin ich im Büro tätig. Ein sehr schöner Nebeneffekt sind die relativ geregelten Arbeitszeiten, so hat man noch genug Zeit für die Familie“, erzählt er.

Manuel Schlichting vertritt hier bei Bedarf den Disponenten Ole Raydt und kontrolliert Aufträge sowie die Arbeitszeiten – alles mit der Software Agrarmonitor. „Ich habe vor zwei Jahren mitgeholfen, das System von Papier auf digital umzustellen“, sagt Manuel Schlichting. Dies erleichtere insbesondere die Disposition und Logistik der vielen Gülletransporte. In der Praxis sieht die Aufgabenverteilung folgendermaßen aus: Disponent Ole Raydt nimmt die Aufträge an, die Fahrer setzen diese um, Manuel Schlichting kontrolliert sie und übergibt sie dann an die Buchhaltung, wo die Rechnungen dann geschrieben werden. „Dank Agrarmonitor ist die Arbeitszeiterfassung viel genauer. Wir rechnen damit rund 5 % mehr ab, da wir die Arbeitsstunden in Rechnung stellen“, sagt Manuel Schlichting. Dies beuge auch Konflikte mit Kunden vor, da jeder Arbeitsschritt minutengenau dokumentiert wird. „Alle Angestellten haben dafür ein eigenes Tablet“, erklärt er.

In der Ernte ist Manuel Schlichting mit einem Xerion 3800 unterwegs.

Springer in der Ernte

Das Wohlergehen der Mitarbeiter liegt LU Trinkies am Herzen. „Das Unternehmen hat die Sonntagsarbeit auf ein Minimum reduziert im Sinne der Familienfreundlichkeit“, sagt Manuel Schlichting, ergänzt aber: „Nur in den Hauptzeiten ist dies unmöglich einzuhalten, da die Branche stark vom Wetter abhängig ist. In der Maisernte fahren wir im Zweischichtsystem mit zwei Kolonnen nonstop.“ Allerdings ist der weiteste Kunde nur rund 50 km entfernt, sodass die Fahrer nach Schichtende nach Hause fahren können.

Die Maisernte lässt sich Manuel Schlichting nicht entgehen: In dieser Zeit ist er auf dem Silo auf einem Xerion 3800, der mit 5-m-Schiebeschild ausgestattet ist, anzutreffen. „Ich bin bei uns hauptsächlich für das Festfahren der Gras & Maissilos zuständig. Der Xerion kommt damit auf rund 800 Betriebsstunden pro Jahr – hauptsächlich mit mir“, erklärt er. Mit fünf Häckslern erntet das Unternehmen jährlich rund 4.000 ha Mais, hauptsächlich für Milchviehbetriebe. „Ich springe natürlich auch ein, wenn uns ein Fahrer fehlt und helfe regelmäßig im Schichtdienst bei einer Biogasanlage aus, an der mein Chef Stefan Trinkies beteiligt ist. Ich verbringe rund 50 % meiner Arbeitszeit im Büro, den Rest auf dem Xerion oder wo ich sonst im Unternehmen gebraucht werde – zum Beispiel für den Kundenkontakt“, erzählt die Fachkraft Agrarservice. Am Ende des Jahres verschenkt die Firma selbsterstellte Fotokalender an die Kunden und nutzen dies, um über Neuerungen im Unternehmen zu berichten. „Wir verteilen ca. 300 Kalender an Kunden und Zulieferer, wovon ich etwa 250 ausliefere. Der nicht so angenehme Teil ist, wenn etwas schiefgelaufen ist, dies im persönlichen Gespräch „geradezubiegen“, um im Guten für das Jahr auseinanderzugehen“, sagt Manuel Schlichting.

Geringe Fluktuation

Manuel Schlichting ist nicht der einzige Auszubildende, der bei LU Trinkies geblieben ist: „Seitdem ich hier bin, wurden noch acht weitere Lehrlinge ausgebildet, von denen fünf immer noch hier angestellt sind“, erzählt er. Aktuell hat das Unternehmen drei Auszubildende beschäftigt: zwei für den Beruf Fachkraft Agrarservice und einen für den Beruf Landmaschinenmechaniker. „Bei LU Trinkies sollen die Lehrlinge hauptsächlich für den eigenen Betrieb ausgebildet werden. Deshalb suchen wir in einem Umkreis von rund 30 km nach geeigneten Kandidaten, da diese die Kunden und die Umgebung häufig schon kennen“, erklärt Manuel Schlichting. Und dieses System habe sich bewährt: Bisher habe das Unternehmen keine Probleme, Lehrlinge zu finden.

Da das Lohnunternehmen immer weiter wächst, und der im Ortskern befindliche Ursprungsbetrieb mit dem Büro nicht erweitert werden kann, hat LU Trinkies im Gewerbegebiet einen weiteren Standort eröffnet. „Auf dem Ursprungsbetrieb wird das Waschen der Maschinen erledigt, während z.B. die Werkstatt und der Maschinenpark in das Gewerbegebiet verlagert wurden“, erzählt Manuel Schlichting.

Mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen will das Unternehmen auch dazu beitragen, die Ausbildung zu optimieren – ähnlich sieht es bei den Berufsschulen aus: „Als wir unsere Lehre begonnen haben, war die Berufsschule noch etwas überfordert mit den Lehrinhalten, da es z.B. noch keine Lehrbücher für uns gab. Dies hat sich in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert“, erzählt Manuel Schlichting. Bereut hat er seine Entscheidung für diesen Beruf nie. Aber einen Meister möchte er aktuell nicht machen: „Ich bin froh, dass ich in meiner jetzigen Position genug Zeit für meine Familie habe“, erklärt er.

Nantke Lena Neumann, Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Zeitschrift LOHNUNTERNEHMEN Ausgabe Februar 2019.

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