Dezember 2006: LU Hoppe will pro Lademaus 200000 t Rüben verladen
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Das Lohnunternehmen Agrar-Logistik Hoppe in Meerbusch hat seine Wurzeln in der Landwirtschaft und ist seit seiner Gründung im Jahr 1989 stetig gewachsen. In den 90igern hat Betriebsleiter Andreas Hoppe die von der Rübenfabrik Pfeifer & Langen ins Leben gerufene ?Aktion 15?, mit der der Rübenabtransport neu organisiert wurde, genutzt, voll ins Rübengeschäft einzusteigen. Heute betreibt das Unternehmen eine Lademaus der Firma Kleine, in Spitzenzeiten arbeitet man mit einem Maschinenring zusammen.
1996 gründete Andreas Hoppe die Transportgemeinschaft Meerbusch, in der 210 Rübenanbauer zusammengeschlossen sind. 70 Prozent der anfallenden Fuhren werden von Landwirten und nur 30 Prozent von gewerblichen Speditionen übernommen. ?Die starke Einbindung der Landwirte in diese Transportgemeinschaft war mir wichtig?, erläutert LU Hoppe,? denn die Rübenbauern geben dieses Geschäft nicht so gerne aus der Hand.?
Planung noch mit Excell Derzeit werden die drei Zuckerfabriken Appeldorn, Jülich und Elsdorf angefahren, im Jahr 2005 betrug die Liefermenge 120.000 Tonnen Quotenrüben. Damit liegt Hoppe aus logistischer Sicht am oberen Limit für eine Lademaus. Die Region rund um Meerbusch ist geprägt vom Gemüsebau, entsprechend kleinparzelliert sind die Flächen mit der Folge, dass die Lademaus häufiger als anderswo bewegt und umgesetzt werden muss. Trotz dieses Standortnachteils achtet Hoppe darauf, mit Hilfe sehr flexibler Abholpläne einen Rübenabtransport nach Wunsch zu gewährleisten. Für die Planungsphase hat er ein individuelles excell-Programm entwickelt, die Abfuhr wird über die Zutra-Software (http://www.zutra.de/) organisiert.
Diese soll ab dem nächsten Jahr auch die Planungsarbeiten übernehmen. Die komplette Fahrzeugkoordination beim Verladeprozess steuert sein Mitarbeiter auf der Lademaus vom Bordcomputer aus, auf dem sämtliche Abfuhrdaten gespeichert sind. Die Ladezeiten und ?mengen werden auf einem Chip gespeichert, der dann von der Rübenfabrik gelesen und ausgewertet wird. Lieferscheine im traditionellen Sinne gibt es nicht mehr. Große Veränderungen 2007 wird für die Rübenlogistik und damit auch für die Agrar-Logistik Hoppe große Veränderungen bringen. ?Derzeit gibt es noch viele, zu viele, kleine Logistik-Anbieter auf dem Markt,? so Hoppes Einschätzung. ?Diese werden den angezogenen Anforderungen der Zuckerfabrik nicht mehr gewachsen sein.? Das Erfüllen eines 200.000 Tonnen-Kontingents durch eine Ladeeinheit wird aber auch für ihn eine große Herausforderung. Geplant sei seitens der Zuckerfabrik, dass ab 2007 rund 200000 to mit einer Ladeeinheit verladen werden.Dafür würde dann Andreas Hoppe nicht mehr 3 Monate Zeit haben, sondern von 3,5 Monaten ist die Rede. Bisher lief die Zuckerrübenkampagne für ihn vom 10. September bis 18. Dezember mit 16 Stunden am Tag. Künftig könnte Mitte Januar Ende sein, bei 24 stündiger Abfuhr. ?Man muss sehen, ob die Möglichkeit der 24-Stunden-Anlieferung und die Verlängerung der Erntekampagne ausreichend Spielraum schaffen, das Lieferkontingent zu erfüllen.?
Doch Andreas Hoppe ist da zuversichtlich und will weiter kräftig im Rübengeschäft mitmischen. ?Wir stecken mitten drin in einem Strukturwandel und in der Zentralisierung des Rübenanbaus. Dies betrifft sowohl die landwirtschaftlichen Betriebe als auch die Zuckerfabriken. Unsere Region wird aufgrund der hier erzielbaren Spitzenerträge und der Nähe zur Fabrik mit Sicherheit ein attraktiver Rübenstandort bleiben. Weiter entfernte Flächen lassen sich zukünftig möglicherweise über den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wirtschaftlicher nutzen.?
Rübenmieten zentralisieren Den neuen Anforderungen des Kampagnejahres 2007 sieht Andreas Hoppe gelassen, aber auch kritisch entgegen. ?Von der Effektivitätssteigerung der Rübenlogistik profitiert in erster Line die Zuckerfabrik, für die Landwirte bedeutet es Mehraufwand und für die Lohnunternehmen niedrigere Tarife, die über eine effektivere Verladung aufgefangen werden müssen. Was die Logistik betrifft, wird es jedoch einfacher werden, da die Abholpläne straffer organisiert sein müssen?, so seine Einschätzung. Das gewohnte Anfahren aller Flächen mit der Lademaus wird wohl nicht mehr möglich sein, vielmehr werden die Landwirte dazu angehalten, ihre Rüben zu festgelegten Ablagestellen zu transportieren. ?Den Wegfall der individuellen Betreuung und die nicht honorierte Mehrbelastung unserer Kunden müssen wir aber auffangen?, davon ist Hoppe überzeugt. Seine Aufgabe als Dienstleister sieht er unter anderem darin, die Kommunikation untereinander noch transparenter zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise die zeitnahe Auswertung aller logistischen Daten. ?Innerhalb einer Woche erhält jeder Landwirt eine exakte Auflistung aller Züge und die Mitteilung über die Höhe der Abliefermenge. Darüber hinaus will Andreas Hoppe mit der Einstellung von Fachpersonal die Kundenbetreuung sichern und weiter verbessern. ?In diesem Jahr haben wir auch erstmals einen Auszubildenden zur Fachkraft Agrarservice eingestellt. Trotz aller Rationalisierung darf der Servicegedanke niemals zu kurz kommen.?
Friedericke Krick