Dezember 2010: LU Quentin meint - wenn streuen, dann mit LKW

„Der LKW ist eindeutig die bessere Variante“. Jedenfalls meint das Udo Quentin. Der Lohnunternehmer aus Südniedersachsen setzt seinen Actros plus aufgebauten Tebbe Streuer rund ums Jahr für Klärschlamm-, Mist- und Carbokalkausbringung ein. Im Mittel werden pro Jahr ca. 15.000 t mit dem LKW ausgebracht.

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Die Idee dazu kam Udo Quentin vor Jahren auf der Agritechnica. Dort sah er bei der Firma Tebbe einen LKW mit Streuerausbau und wurde neugierig. Er kaufte einen Actros 6x4 Allrad als Basisfahrzeug und baute mit Hilfe eines Kollegen einen Tebbe Streuer auf den LKW. „Der Achstand vom LKW musste vergrößert werden, damit die Reifen passen", erinnert er sich. Auch musste er sich damals mit dem mechanischen Streuerantrieb begnügen. Heute sei der hydraulische Antrieb Standard.
Dieser LKW mit Streueraufbau läuft nach wie vor und hat 8.700 Stunden auf dem Zähler. Der LKW laufe eleganter über den Acker als der Trecker. Besonders bei Bergauffahrt sei der LKW dem Schlepper überlegen. Weniger Schlupf und weniger Spuren, meint er. Er fährt am LKW mit 850er Breitbereifung.

Kunden anfangs skeptisch
„In den ersten Jahren sagen die Landwirte meinen LKW Streuer sehr skeptisch, nach dem Motto, der LKW gehört nicht auf den Acker", erzählt Udo Quentin. Das habe sich aber im Laufe der Jahre gedreht. Heute würden die Landwirte darauf drängen, dass mit dem LKW Mist oder Klärschlamm ausgebracht wird.
Beim Transportvolumen sieht er keine Vorteile des LKW gegenüber dem Traktorgespann. Sein LKW ist mit 62,5 km/h zwar autobahntauglich, aber er nutzt die Autobahn so gut wie nie. Denn meist muss der Radlader auch zum Kunden und der fährt über die Landstrassen. Er hat jetzt einen JCB Radlader 416 S Farm Master mit 150 PS im Einsatz, weil der gerade für den landwirtschaftlichen Einsatz gut vorbereitet sei. Wegen der Höhe des LKW ist er mit einem verlängerten Hubgerüst ausgestattet, Schaufelgröße 2,3 m³.
Beim Kunden selbst wird bei 90 % auf arrondierten Flächen gearbeitet mit eher geringen Hof-Feld-Entfernungen. Hauptargument der Fahrer nicht auf die Autobahn zu gehen sei aber, dass der LKW dann total sauber sein müsse, damit bei hohen Geschwindigkeiten den Autofahrern kein Schmutz vor die Scheibe fliegt.

LKW von der Stange recht preiswert
Zu diesem LKW Streuer setzt Quentin auch ein Traktorgespann zum Streuen von Mist und Klärschlamm ein. Wenn allerdings die Aufträge zunehmen, würde er das Traktorgespann gegen einen zweiten LKW-Streuer ersetzen. „Also wenn Wachstum, dann mit LKW", betont er. Ein Grund für diese Wahl sei auch der geringere Kraftstoffverbrauch gegenüber dem Traktor. Er kann heute einen LKW von der Stange recht preiswert bekommen und zudem sei mit Wechselaufbauten eine gute Auslastung für den LKW machbar, jedenfalls, wenn mit der Mulde Erde und mit dem Häckselwagenaufbau noch Grünmasse transportiert werden kann. Sein LKW ist als Geräteträger mit der entsprechenden Schlüsselnummer zugelassen und er fährt mit grüner Nummer.

Hans-Günter Dörpmund, Redaktion Lohnunternehmen