Januar 2006: LU Lassen bringt die Gülle mit schnellen Fässern aus

Pro Jahr bringt Gert Lassen ca. 140000 m3 Gülle aus und diese Menge wächst derzeit jährlich. Ein Wachstumsgeschäft, keine Frage. Dort in seinem Arbeitsbereich, dicht an der dänischen Grenze und nahe der Ostsee, werden Schweineställe und Biogasanlagen gebaut.

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Gert Lassen braucht für die Gülleausbringung PS-Stärken über 300 PS.

Die Standorte sind gut, 70 Bodenpunkte und mehr sind die Regel. Sie liefern top Rapserträge und sind für Mais fast zu schade. Die meisten Landwirte hier haben neben dem Ackerbau Schweine und Milchvieh. Stecken also bis zum Hals in Arbeit. Gute Aussichten für die Partnerschaft mit dem Lohnbetrieb.

Gert Lassen arbeitet seit 8 Jahren mit Schleppschlauch und derzeit mit zwei Güllefässern. Ein 8 Jahre altes Ag-Chem-Fass (22 m³) mit Tridemachse und 18 m Schleppschlauchverteiler. Dieses Fahrzeug ist ausgerüstet mit Reifendruckregelanlage. Er fährt an diesem Fass die Michelinreifen auf dem Feld mit 0,8 bar und auf der Straße mit 5 bar. Bei dieser recht hohen Spanne lohne die Reifendruckregelanlage besonders, meint er. Thema Fassvolumen: Vom Gewicht her haben alle großen Güllefässer ein Problem– erzählt Gert Lassen - aber das Samsonfass sei vom Grundgewicht ca. 4 Tonnen leichter, als das 22 m³ Ag-Chem-Fass.

Das Ag-Chem-Fass sei aufwendiger gebaut, habe einen stärkeren Rahmen und verfüge zudem über ein verschiebbaren Fassaufbau (1 m nach vorn schmiebar). Das bringt Sicherheit und Komfort, aber offenbar auch Gewicht. Mit dem leichteren Samson-Fass habe er die Möglichkeit 3 m³ Gülle mehr zu laden.

Das Ladevolumen gewinnt an Bedeutung, weil die Hof-Feld-Entfernungen zunehmen werden. Gert Lassen erreicht mit dem Samsonfass eine Leistung von rund 100 m³/h bei einer Hof-Feld-Entfernung von 300 bis 500 m. Rekord war eine Stundenleistung von 155 m³, dann liegt der Güllebehälter quasi neben dem Feld.

Gert Lassen arbeitet ausschließlich mit 24 m Schleppschlauchverteiler, sowohl auf dem Acker, wie auch auf Grasland. Rindergülle mit Schleppschläuchen auf Grasland klappt seiner Meinung dann, wenn man sie früh ausbringt. Je mehr Zeit zwischen erster Ausbringung und dem 1. Schnitt liege, desto besser. Ansonsten ist das mit der dicken Rindergülle auf Grasland umstritten, weil diese Würste sich später in der Silage wieder finden können. Alternativ ist schlitzen auf Grasland, das aber ist aufwendiger und teuerer und auch beim Einschlitzen bleibt nach Erfahrung von LU Lassen ein erheblicher Teil der Gülle oben auf der Narbe liegen. "Am besten ist es, die Rindergülle mit Schleppschlauch auf Grasland früh ausbringen und gleich abzuschleppen. Dann genügt etwas Regen und die Gülle ist weg."
Seit acht Jahren arbeitet Gert Lassen mit Schleppschäuchen.


Geschwindigkeit ist alles. Im Turm seines Fasses befindet sich eine Kreiselpumpe, die das 25 m³ Samsonfass in 2,25 Minuten füllt (theoretische Entleerungszeit ca. 3 Minuten).

Thema Fasspumpen: Seine Ansprüche an ein neues Fass sind in einem Satz formuliert: schnell voll – viel mit - schnell leer. Dabei verlangt er im Turm eine Kreiselpumpe, die das 25 m³ Fass in 2,25 Minuten füllt (theoretische Entleerungszeit ca. 3 Minuten). Ohne Schaum, wie beispielsweise sein Samsonfass. Das verfügt über ein Schaumrohr, das den Schaum wieder herausdrückt. Dies alles funktioniert Computergesteuert. Ferner hält er eine Segmententleerung für nötig. Gute Erfahrungen hat er auch mit der Liftachse gemacht, mit der sich das Gewicht nach vorn verlagern lässt und damit das Gewicht auf der Schlepperhinterachse erhöht. Er fährt zudem mit Kugelkopf und Untenanhängung. Mehr kann man kaum für die Zugkrafterhöhung des Schleppers tun. Bei Fassgrößen von über 20 m³ sollte das der Standard sein. Gern würde er auch größere Fässer fahren, aber das erlaubt der Gesetzgeber nicht. "Wir rechnen pro Stunde ab", schildert er, "aber der Kunde rechnet sich immer den Preis pro Kubikmeter aus. Nach meinem Motto: schnell voll – viel mit – schnell leer, ist aber mein Kubikmeter-Preis relativ günstig."

Deshalb ist auch der PS-starke Schlepper vor den Fässern so wichtig. Nicht nur um auf der Straße schnell fahren zu können, sondern damit er das Fass auf dem Acker schnell leer bekommt. LU Lassen fährt beim Ausbringen bis zu 15 km/h. Am Computer des Fasses wird eingegeben, wie viel m³/ha ausgebracht werden sollen und dann regelt dies der Computer selbstständig in Abhängig von der Fahrgeschwindigkeit. Dieser Computer am Fass kann bei Bedarf am Ende des Auftrages auch einen Leistungsnachweis für den Kunden ausdrucken. Allerdings gibt es keinen Bedarf seitens der Kunden für diesen Leistungsnachweis. Aber wenn verlangt, kann er ihn bieten. Durch die Modulationszahlungen und Dokumentationspflichten dürfte dieses aber künftig sehr wohl mehr an Bedeutung gewinnen.

Thema Wachstumsfeld Gülle: Wird es mehr mit der Gülle? Er antwortet mit einem eindeutigen "Ja" und berichtet von einem neuen Kunden, bei dem er 20000 m³ Schweinegülle auf 10 km fahren soll, also 20 km hin und zurück. Das System Zwischentransport war bis jetzt nicht nötig, und er sieht es auch skeptisch, eben weil es deutlich mehr Personal verlange. Im Feldrandcontainer als Zwischenlager sieht er einen möglichen Kompromiss. Die Personalkosten seien entscheidend und mit einem großen Fass und schnellem Schlepper habe er ausreichend Schlagkraft. "Bei solch einem Kunden mit 20000 m³ Güllevolumen fahren allein wir 130 bis 150 Stunden Gülle im Jahr (einiges fährt der Kunde auch selbst) und da müssen wir schon Schlagkraft und Zuverlässigkeit bieten. Denkbar, dass wir deshalb auch mit zwei Fässern zeitgleich bei dem Kunden fahren werden."

Um seine anderen Kunden nicht vernachlässigen zu müssen, wäre dann aber früher oder später ein drittes Fass fällig. Er denkt darüber nach, sieht aber sehr wohl, dass diese Entscheidung schnell 280000 Euro kosten kann für Fass und für den passenden Schlepper. "Aber wenn wir nicht investieren, dann tut´s der Kollege. Nach unserer Berechnung muss solch ein neues Gespann mindestens 500 Stunden im Jahr laufen", rechnet er vor. Jetzt fährt er mit seinen beiden Fässern immerhin schon rund 900 Stunden/Jahr.


Pro Jahr bringt Gert Lassen ca. 140000 m³ Gülle aus, seit acht Jahren mit Schleppschlauch und diese Menge wächst derzeit jährlich. Hier mit seinen beiden Fässern und seinen Mitarbeitern.

Thema Arbeitsspitzen: Wie neue Großkunden oder wachsende Stammkunden mit zusätzlichen zigtausend Kubikmetern einplanen, wenn die Gülletage durch Wetter und Gesetz eher weniger als mehr werden? Rund 90% seiner Kunden sind Stammkunden und bei denen weiß er ab Dezember in etwa was auf ihn an Gülleausbringung zukommt. Bei Arbeitsspitzen arbeitet er mit seinem Kollegen Rüdiger Bahnsen zusammen, der hat auch 20 m³-Fässer und kommt von der Nordseeküste zu ihm herüber. Sönke Berndsen und Fa. Jessen aus Holzacker sindweitere Kollegen, die mit ihren Fässern bei Lassen Arbeitsspitzen brechen. Das dürfte in diesem Jahr besonders zwingend passieren, wenn der neue Kunde mit seinen 20000 m³ mit zwei Fässern bedient werden will. "Ohne diese Zusammenarbeit mit den Kollegen, wäre es nahezu unmöglich Neukunden mit dieser Menge zu bedienen", gibt er zu. Eine durchaus vernünftige Lösung für alle. Sie bringt schnell kostenneutrale Leistung. Aber auf Dauer wird sich Gert Lassen wohl doch mit dem dritten Fass anfreunden wollen. Jedenfalls dann, wenn der Neukunde zum Stammkunden und weiterhin neue Ställe gebaut werden. Ein neues Feld könnte auch die Logistik für Biogasanlagen werden. Zwar gibt es bei ihm noch kein spruchreifes Projekt, aber wie überlall in der Republik, gibt´s auch dort ernste Überlegungen. Dann jedenfalls dreht es sich um Mindestmengen von 15000 bis 20000 m³.

Autor: Hans-Günter Dörpmund

Weitere Infos zum Lohnunternehmen Lassen:
www.lassen-soerup.de