Januar 2008: LU Franz Schumacher ist stark im Holzgeschäft
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Ein guter Freund, der als forstlicher Lohnunternehmer arbeitet, gab Lohnunternehmer Franz Schumacher den entscheidenden Anstoß: Für die Räumung und Beseitigung von Kronen- und Astmaterial, besonders bei Problembaumfällungen in Siedlungsgebieten und an Straßenrändern, war es damals schwer, fähige Lohnunternehmer zu finden. Schumacher freundete sich mit dem Gedanken an und investierte in einem ihm bis dahin vollkommen fremden Bereich.
Vor zwölf Jahren kam mit einem Heizohack (Einzug 40 x 1,20 Meter) der erste Hacker auf dem Hof, mit dem auch sperriges Kronenmaterial sowie dickere Äste schnell und unkompliziert gehackt werden konnten. Dass damals Holz bis 40 Zentimeter Durchmesser gehackt werden konnte, war relativ neu – und sprach sich schnell herum. Aufträge kamen von Kommunen und kommunalen Firmen, von Tiefbauunternehmen, Privatleuten und von Landschaftsgärtnern.
Verschmutztes Astwerk sowie Wurzeln werden nicht gehackt, sondern mit einem Doppstadt-Schredder zerkleinert.
Mit der Baumschere kann LU Schumacher Stämme und Äste in 8 m Höhe schneiden.
Schumacher entdecke, dass der Markt noch mehr Leistungen abverlangte, die bislang nur unzureichend angeboten wurden: Eine Baumschere für den Baggeranbau, mit der Bäume bis in acht Metern Höhe und mit bis 40 Zentimeter starken Ästen beschnitten werden konnten, kam hinzu. Später wurde aufgrund der Nachfrage eine zweite Astschere angeschafft. Auch, um die für die Region so typischen Kopfweiden für Landwirte und Naturschutzbehörden zu pflegen. Die Schere wird besonders gut nachgefragt, da nur wenige Mitbewerber dieses Gerät im Einsatz haben.
Hecken können ebenfalls mit den Scheren ausgezeichnet auf den Stock gesetzt werden. Dazu bietet Schumacher einen weiteren Service an: „Auf Wunsch fräsen wir mit unserer Meri-Forstfräse den Heckenschnitt auch vor Ort gleich bis zu 30 Zentimeter tief in den Boden ein.“
Fräsen mit Rückfahreinrichtung
Für das bessere, komfortablere und gesundheitsschonende Arbeiten – auch seiner zwei Mitarbeiter - mit dieser und einer weiteren Forstfräse hat sich Schumacher für 10.000 Euro eine Reichhardt-Rückfahreinrichtung auf seinen John-Deere 7920 bauen lassen.
Dabei wird das Lenkrad abgebaut, der Sitz geschwenkt und über ein kleines Steuerrad an der Treckerlehne die Lenkbewegung gesteuert. Der 7920 ist mittlerweile verkauft, inzwischen steht ein neuer 8530 mit Forstausrüstung (Astabweiser etc.) auf dem Hof. Doch auch der neue Schlepper soll demnächst eine Einrichtung für den besseren Rückblick bekommen.
Rückblickend hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast der komplette Kundenstamm gewandelt. Nur das Pressen und Packen von Rundballen und Silage sowie das Ausbringen von Feuchtkalken ist heute noch dem klassischen landwirtschaftlichen Umfeld zuzuordnen. Aber mit dem geänderten Kundenstamm änderten sich auch die Entfernungen: Waren die Auftraggeber früher in den Dörfern der näheren Umgebung zu finden, muss Schumacher heute weite Strecken – etwa um 50 Kilometer um seinem Firmensitz – fahren. Die Nachbarlandkreise Gütersloh, Hamm und Warendorf sind längst kein Tabu mehr und sogar am Steinhuder Meer und in Düsseldorf war Schumacher schon tätig. Für den Baggertransport im Straßenverkehr hat der Lohnunternehmer sich einen Tieflader beschafft.
Alles aus einer Hand
„Bei uns gibt es eben alles aus einer Hand“, versucht Schumacher die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre zu erklären. Von der Problembaumfällung oder Flächenräumung über die Zerkleinerung mit Hacken oder Schreddern bis hin zum Abtransport des Hackgutes erledigt der 48-Jährige alles.
Ein John Deere wurde mit einer Rückfahreinrichtung von Reichhardt ausgestattet. Dieser Schlepper wird unter anderem vor einer Forstfräse eingesetzt.
Von der Problembaumfällung oder Flächenräumung über die Zerkleinerung mit Hacken oder Schreddern bis hin zum Abtransport des Hackgutes erledigt Franz Schumacher alles.
Sehr gute Erfahrungen hat Schumacher mit einem Brecher für den Baggerkran gemacht, den er seit fünf Jahren sein Eigen nennt. Damit spaltet er auch dicke Stämme in Längsrichtung auf, die dann regelrecht auf ganzer Länge aufplatzen. Dadurch wird zum einen das Holz in Dimensionen gebracht, die seine Hacker verarbeiten können. Zum anderen trocknet das Holz auch hervorragend aus, die Wassergehalte der Hackschnitzel sinken.
Verschmutztes Astwerk sowie Wurzeln werden nicht gehackt, sondern mit einem Doppstadt-Schredder zerkleinert. Dieses Material geht überwiegend in große Biomasseheizkraftwerke. Zu den wichtigsten Kunden der Schreddertechnik gehören kommunale Kompostplätze. So fährt Schumacher mit seinem Doppstadt einmal monatlich für vier Tage die Kompostplätze von Soest und Unna an, um kommunalen Strauchschnitt und Kompost zu schreddern.
Autor: Christian Mühlhausen