März 2006: LU Wessendorf schnürt Biogas-Pakete

Ein zunehmendes Geschäft für Lohnunternehmer ist die Logistik für Biogasanlagenbetreiber. Agrar-Service-Wessendorf arbeitet für fünf Biogasanlagen mit Leistungen von 100 bis 500 kW. Die Erntefläche betrug in 2005 rund 400 ha, erreicht eine Gesamterntemenge von 20000 to.

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Familie Wessendorf

Der Lohnbetrieb Agrar-Service-Wessendorf wirtschaftet in Ochtrup, nahe der holländischen Grenze. Das Unternehmen wurde 1968 gegründet. Heute hat der Lohnbetrieb 40 feste Mitarbeiter, davon 7 Mitarbeiter im Büro. Der Jahresumsatz betrug 2004 rund 5.6 Mio. Euro. ?Durch das Energie-Einsparungsgesetz hat sich für uns Lohnunternehmer ein großes Feld aufgetan. Wir haben das erkannt und uns darauf eingestellt. Wir bieten den Biogasbetreibern komplette Pakete: Vermittlung nachwachsender Rohstoffe, Ernte und Transport, Dokumentation und die Entsorgung des anfallenden Gärsubstrates.? Derzeit werden vom Agrar-Service-Wessendorf fünf Biogasanlagen betreut mit Leistungen von 100 bis 500 kW. Die Erntefläche betrug in 2005 rund 400 ha, erreicht eine Gesamterntemenge von 20000 to und dauerte vom 22. 09. bis 06. 10. Die Maisflächen umfassen im Mittel 3 ? 4 ha. Der TS Gehalt betrug 26 % bis 34 % und die Häcksellänge 6 bis 12 mm. Die Leistung des Häckslers lag nach Schilderungen von Benedikt Wessendorf im Mittel bei 1,6 ha/h bei Silo-Feld-Entfernungen von 3 bis 12 km. Agrar-Service-Wessendorf koordinierte für den Biogasanlagenbetreiber die Erntetermine und Abläufe bei den einzelnen Landwirten.
Wie lief nun diese Kampagne ab? Hier stichwortartig die einzelnen Schritte: Planung

  • ca.1 - 2 Wochen vor Erntetermin Erfassung der Lieferanten und der Silomaisflächen inkl. Kartierung und Probenahme
  • Einteilung der Silomaisflächen nach Reifegrad, Erntetermin und Transportentfernung
  • Erstellung eines Einsatzplans bezüglich benötigter Häcksler-, Transport- und Walzkapazitäten
  • Erstellung der notwendigen Dokumente für die BLE Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (www.ble.de)


Die Erntefläche betrug in 2005 rund 400 ha, erreicht eine Gesamterntemenge von 20000 to.


Komplette Verwiegung des Ernteguts inkl. Probenahme durch fachkundiges Person auf der Waage der Biogasanlage und oder auf dem Feldhäcksler.

Ernte

  • Gruppenleiter (Fachkundige Person) organisiert und dokumentiert vor Ort
  • Je nach Entfernung der Ernteflächen 1 ? 2 Feldhäcksler, 2 Radlader und bis zu 10 Transportfahrzeuge 30-60 m³ Ladevolumen
  • Komplette Verwiegung des Ernteguts inkl. Probenahme durch fachkundiges Person auf der Waage der Biogasanlage und oder auf dem Feldhäcksler. Sowohl der Claas als auch der John-Deere Häcksler waren mit Ertragserfassungssystemen ausgerüstet, die mit einer Genauigkeit von +- 3-5% den Ertrag angaben. Diese Systeme am Häcksler wurden auf jeder fläche neu kalibriert, dass heißt mit der echten Verwiegung der Häckselmenge verglichen. Das lief folgendermaßen: Der Wagen kommt zum Häcksler, der Häcksler gibt dann ein ?Referenzwiegung?. Dieser Hänger wird bei der Biogasanlage gewogen und dann diese gewogene Menge am Häcksler entsprechend kalibriert.

Nachbearbeitung

  • Abdeckung der Silomiete mit Folie, Netze und Sandsäcken inkl. Lieferung der Folien und Netze (Erstausstattung bei Neuanlagen)
  • Reinigung eventuell verschmutzter Straßen


Derzeit werden vom Agrar-Service-Wessendorf fünf Biogasanlagen betreut mit Leistungen von 100 bis 500 kW.

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Der TS Gehalt des Maises für die Biogasanlagen betrug 26 % bis 34 % und die Häcksellänge 6 bis 12 mm. Die Leistung des Häckslers lag nach Schilderungen von Benedikt Wessendorf im Mittel bei 1,6 ha/h bei Silo-Feld-Entfernungen von 3 bis 12 km.

Abrechnung und Dokumentation

  • Erstellung der Ernteabrechnung auf Basis Kilometer-Tonnen
  • Vorbereitung der Erntegutschrift für die Lieferanten der Biogasanlage
  • Erstellung der Erntemitteilungen für die Landwirtschaftskammer und die BLE

Hans Günter Dörpmund