März 2011: LU Brants setzt auf Gülleverschlauchung
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„Ich habe meinen Betrieb vor 12 Jahren als damaliger Mitarbeiter übernommen. Schon damals waren die Gülleausbringung sowie das Pressen und Handeln mit Stroh die Hauptumsatzträger und das ist bis heute im Grunde so geblieben", erläutert er. Ebenfalls ein wichtiger Geschäftszweig ist für ihn die Gewässerunterhaltung für Kommunen und Entwässerungsverbände. Bei seinen landwirtschaftlichen Kundenbetrieben, die im Schnitt 80 ha groß sind und eine durchschnittliche Flächengröße von 5 ha haben, handelt es sich entweder um Schweinebetriebe mit Getreideanbau oder Milchviehbetriebe mit Grünland. So bietet er auch die komplette Grünfutterernte mit mähen, schwaden und zwei Häckselkolonnen und drei Ladewagen an, sowie Wickelsilage in Rund- und Quaderballen.
Auf die Gülleverschlauchung gekommen
Eine Besonderheit in seinem Dienstleistungsangebot ist seit 7 Jahren die Gülleverschlauchung, ein besonderes Verfahren der Gülleausbringung, „das in den Niederlanden seit Jahren erfolgreich praktiziert wird", so Peter Brants. Zur Verschlauchungs-Kolonne gehören zwei auf dieses Verfahren geschulte Mitarbeiter, ein Verteilschlepper (150 PS) mit 12 m Schleppschuhgestänge bzw. 27 m Schleppschlauchgestänge und ein Pumpschlepper (250 PS) mit Kreiselpumpe und Zwischenpumpfass.
Dieses Duo ist vor allem dann im Einsatz, wenn Niederschlag und Bodenzustand den Einsatz eines herkömmlichen Verteilfasses nicht zulassen. „Heute arbeiten wir auf einer Gesamtfläche von 50 ha Grünland von Landwirt Jan Rijpma. Wir sollen Rindergülle mit 15 cbm/ha ausbringen", erklärt Peter Brants. „Es hat die letzten Tage so stark geregnet, dass wir mit einem Schlepper mit Güllefass entweder gar nicht erst auf die Flächen kämen oder gravierende Strukturschäden hinterlassen würden", ist er sich sicher. Neben der Verschlauchung hat er in der Gülleausbringung ein 14000 l Tandemfass und ein 22000 l Tridemfass laufen.
Zur Ausstattung der Verschlauchungskolonne gehören außerdem sogenannte Schlauchbrücken für das Überqueren von befahrenen Straßen und insgesamt 2000 m Schlauch, die an beiden Schleppern auf einer Haspel mitgeführt werden. Und nicht zu vergessen ist der Betriebsfunk, über den sich die zwei Fahrer permanent abstimmen müssen.
Der Gülleschlauch besitzt einen Durchmesser von 125 mm und besteht aus 100 m Abschnitten, die mittels Aluminiumkupplungen aneinander gekoppelt werden. „Wir können mit unserer Verschlauchungsanlage auf maximal 4 km Schlauchlänge (Hof-Feldentfernung) arbeiten, müssen dann allerdings eine zweite Pumpe zwischenschalten. Dieses Verfahren der Gülleausbringung ist begrenzt durch die Entfernung zwischen Güllebehälter und Zielfläche", gibt er zu bedenken und macht eine weitere Einschränkung: „Die vorbereitenden Arbeiten sind bei diesem Verfahren so zeitintensiv, dass es sich bei sehr kleinen Teilstücken im Grunde nicht lohnt."
Augenmaß und Erfahrung sind gefragt
Zu den vorbereitenden Arbeiten gehört das Verlegen der Schläuche. Dabei wird unterschieden zwischen dem größeren Zubringerschlauch (125 mm Durchmesser), der zwischen dem Güllebehälter und der Zielfläche verlegt wird, und dem Verteilerschlauch der den Zubringerschlauch mit dem Verteilschlepper verbindet und auf der Zielfläche zum Einsatz kommt. Der Verteilerschlauch wird in Schlangenlinien am Feldrand vorne abgelegt. Der Schlepper bearbeitet die Fläche immer von vorne nach hinten, so dass der Schlauch am Ende der Fläche vollständig stramm gezogen ist und beim Verlassen der Fläche mit der Haspel wieder aufgewickelt werden kann. „Die Schläuche müssen sehr strapazierfähig sein, denn sie sind dem größten Verschleiß ausgesetzt. Deshalb setze ich auf Qualität aus den Niederlanden. Alle 2 Jahre kaufe ich dort neue Schläuche", so Peter Brants abschließend.
Anne Ehnts, Redaktion Lohnunternehmen