Mai 2005: LU Kobler setzt auf den Abschiebewagen
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Unsere Kunden hier in Niederbayern sind landwirtschaftliche Familienbetriebe. Meist Veredlungsbetriebe mit Betriebsgrößen von 5 bis 150 Kühen und Grünlandflächen von 5 bis 120 ha. Ackerbau wird nur zum Selbstverbrauch (2 bis 50 ha) betrieben. Im Herbst 98 haben wir einen der ersten Abschiebewagen probiert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Transport zum Großteil von den Landwirten selbst, bzw. durch den Lohnbetrieb mit Kippern zwischen 8 und 10 Tonnen und 15 bis 20 Kubikmeter erledigt.
Dieser erste Testeinsatz überzeugte uns von dem System Abschiebewagen, so dass wir im Winter 98/99 einen Fliegl Abschiebewagen Gigant mit ca. 38 m³ gekauft haben. Er wurde in extra tiefer Bauweise angefertigt, was für unsere Wiesen- und Feldstruktur aufgrund der Hanglagen sehr wichtig ist. Wir haben an den Wagen eine Bereifung 700/40-22.5 und eine Lenkachse. Erstmalig wurden auch ein abklappbares Vorderteil und ein extra 20 cm Gitteraufbau speziell für unseren Bedarf aufgebaut.
Den Kunden überzeugen Angefangen mit der Grasernte haben wir Ende der 80er Jahre mit einem 3-reihigen Claas Häcksler. Anfang der 90er Jahre sind wir dann auf den 4reihigen selbstfahrenden Häcksler umgestiegen. Damals haben wir 12 bzw. 15 m³ Kipper im Soloverleih für die Landwirte mitgebracht.
1995 investierten wir in den ersten Muldenkipper (Claas) und haben vermehrt den Transport zum Häcksler mit angeboten, ein Angebot, dass recht träge von unseren Kunden angenommen wurde. Drei Jahre später haben wir ein ?Komplettangebot? entwickelt, d.h. es gibt einen Gesamtpreis für Häcksler, Transport und Walzen. Dieses Angebot wurde auch durchaus vereinzelnd angenommen, aber erst mit dem Kauf des Abschiebewagens 1999 konnten wir unsere Kunden stärker von der Wichtigkeit der Logistik durch den Lohnunternehmer überzeugen. Mittlerweile fahren wir mit drei Abschiebewagen von Fliegl und einem Ladwagen von Veenhuis. Wir sehen besonders den Veenhuis Ladewagen Combi 2000 als gute Ergänzung unserer Transportschiene mit den Abschiebewagen, da der Veenhuis auch als Häckselwagen bestens einsetzbar ist.
Abladevorgang gut dosierbar Als Vorteile des Systems sehe ich: wenig Verschleiß, der Abladevorgang lässt sich gut dosieren, viel Volumen, niedrige Bauweise, mehr Einsatzmöglichkeiten als Abladewagen, da der Abschiebewagen auch für Getreide, Mais und Schüttgüter einsetzbar ist, was wir im Winter oder in den ruhigen Zeiten auch erfolgreich forcieren. Im Juli und August wird er zu dem auch zum Getreidetransport eingesetzt. Bemerkenswert ist die restlose Entleerung auch kleinkörniger Schüttgüter durch die Schiebeklappe.
Wir fahren heute in der Silagekette mit vier Jaguar 870; im Durchschnitt ist bei drei Maschinen immer ein Abschiebewagen mit dabei. Bei Hof-Feld-Entferungen um die 3 km pressen wir während der Befüllung nur einmal an, auch nicht zu fest, denn dann wird die Arbeit für den Verteil- und Walzschlepper leichter. Bei geringeren Hof-Feld-Entfernungen pressen wir gar nicht an. Dann reichen zwei Abfahrwagen auch ohne Pressen leicht aus. Bei 15% unserer Kunden erledigen wir den gesamten Transport. Bei 70% der Kunden einen Teil des Transports. Bemerken möchte ich: In unserem Gebiet geht man von einer durchschnittlichen Flächengröße von 1 bis 3 ha aus. Die Hof Feld Entfernungen betragen durchschnittlich zwischen 0,5 und 5 km. Wir arbeiten vorwiegend im Bereich bis 3 km mit zwei Transportfahrzeugen und erreichen pro Stunde Flächenleistungen zwischen 5 bis 8 ha.
Gewalzt wird bei der Grassilage mit Frontlader. Seit letztem Jahr ist ein Schlepper mit Siloverteiler ausgestattet. (Reck Jumbo). Das hat sich ergeben weil wir den neuen Ladewagen ohne Dosierwalzen gekauft haben und auch teilweise Ladewagen-Silage walzen müssen. Der Abschiebewagen lässt sich bei der Maissilage so gut dosieren, dass wir dann nur mit Beton-Gewicht-Schiebeschildern walzen. Das funktioniert prima. Auch bei der Grassilage reicht der Frontlader zum Verteilen, weil der Abschiebewagen sehr gut verteilt.
Bei unserem Komplettangebotwerden Transportfahrzeug und Walzschlepper (auf Wunsch Schwader und Mähwerk) nach der Arbeitszeit des Häckslers abgerechnet. Abgerechnet wird grundsätzlich nach Stunden. Wir bieten aber auch Pauschalpreise, dann kostet die Einheit, Häcksler, Transportfahrzeug, Schlepper jeweils mit AK einen bestimmten Pauschalpreis. Dieses Pauschalangebot nehmen übrigens gut 50 % der Kunden an und der Trend ist steigend, so dass wir weiter und noch intensiver diese Pauschalangebote forcieren werden.
Autor: Roland Kobler