Mai 2009: LU Gruber wächst stark mit den Biogaskunden

LU Siegfried Gruber ist bereits 2004 in das Geschäft mit Biogasanlagen eingestiegen. Mit 6 Anlagen hat er heute langfristige Verträge abgeschlossen. "Wir garantieren dem Kunden eine qualitativ hochwertige rasche und möglichst stressfreie Ernte mit einem Ansprechpartner zum Wunschtermin oder 3 Tage um den Wunschtermin zu im Voraus kalkulierbaren Preisen", erklärt Siegfried Gruber die vertraglichen Vereinbarungen mit seinem Biogaskunden.

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LU Siegfried Gruber ist bereits 2004 in das Geschäft mit Biogasanlagen eingestiegen. Mit 6 Anlagen hat er heute langfristige Verträge abgeschlossen. "Wir garantieren dem Kunden eine qualitativ hochwertige rasche und möglichst stressfreie Ernte mit einem Ansprechpartner zum Wunschtermin oder 3 Tage um den Wunschtermin zu im Voraus kalkulierbaren Preisen", erklärt Siegfried Gruber die vertraglichen Vereinbarungen mit seinem Biogaskunden. Für diese Anlagen häckselt er, stellt die Abfahrkette und sorgt auch für die Verdichtung auf dem Silo. Außerdem übernimmt er die Entsorgung. Bei weiteren 6 Anlagen werden einzelne Dienstleistungen erbracht. "Das Geschäft mit den Biogasanlagen hat sich für uns sehr gut entwickelt. Wir haben für unsere Region sehr schlagkräftige Technik im Einsatz und sind damit beinahe konkurrenzlos. Mit unserer Schlagkraft konnten wir unsere Kunden von uns überzeugen", ist sich Siegfried Gruber sicher. Die Kunden würden deshalb auch nicht ausschließlich auf einen niedrigen ha-Preis pochen. Die Abrechnung erfolgt bei LU Gruber individuell nach Fläche, Einsatzstunden und zum Teil auch nach Tonnage. Gewogen wird bei einigen Biogasanlagen vor Ort.
Seit 2007 herrscht quasi Stopp, was Bau von Biogasanlagen in Österreich angeht. Schuld daran ist die fehlende Einspeisegarantie für den produzierten Strom. "Es finden sich deshalb kaum Investoren, die ihr Geld jetzt in diese Technik anlegen wollen. Der momentane Baustopp ist politisch bedingt. Ich denke, wenn die Regierung mehr Energie aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren will, um zukünftigen Klimazielen gerecht zu werden, dann kommt sie um die Förderung der Biogasanlagen nicht herum", meint der Unternehmer. Zurzeit seien ca. 300 Anlagen in Österreich am Netz.


Siegfried Gruber: "Ich versuche innovativere Abrechnungssysteme in unserer Region einzuführen und nicht mehr einfach nur nach Hektar abzurechnen. Damit habe ich den Nerv meiner Kundschaft getroffen."

Beim Transport des Siliergutes müssen Entfernungen von bis zu 35 km überbrückt werden. Grenzüberschreitende Fahrten seien auch dabei. So werde zum Bespiel in regelmäßigen Abständen Silage aus Tschechien nach Österreich transportiert.
"Hier stoßen wir natürlich mit unserer Transportlogistik mit Schlepper und 45m³ Transportwagen an Grenzen und müssen teilweise mit 8 in einem Extremfall sogar mit 12 Transporteinheiten arbeiten. Wenn dann auch noch zwei Häckselketten am Laufen gehalten werden sollen, benötige ich in dieser Erntephase auch schnell mal 30 Personen", so Gruber. Glücklicherweise handelt es sich bei diesen sehr weiten Entfernungen nur um extreme Ausreißer. In der Regel liegt die Hof-Feld-Entfernung bei 5 bis 10 km.
AgrarService Gruber bedient heute in der Silageernte ca. 20 Kunden in einem Umkreis von bis zu 200 km. "Wir benötigen deshalb gute und flexible Mitarbeiter, die bei diesen Aufträgen mitziehen. Die Tage werden schon mal etwas länger, wenn wir so weit anfahren müssen", erklärt Siegfried Gruber. Wenn der Anfahrtsweg zu weit wird, übernachten die Mitarbeiter dann vor Ort beim Kunden oder in einer Pension und fahren nur bei Schlechtwetter nach Hause.

Erd-, Wasser- und Holzhackguttransport als zweites Standbein

Der Transport mit Muldenkippern auf Baustellen ist zu einer festen Größe für LU Gruber geworden. Er setzt dort permanent 3 Schleppergespanne ein. "Häufig sind es Straßenbauprojekte. In Österreich sind wir eines der wenigen Unternehmen, die diese Gespanne auf Baustellen einsetzen", so Siegfried Gruber.

Ausschlaggebend für den Einstieg in dieses Geschäftsfeld war eine deutsche Baufirma, die bei ihm angefragt habe. "Die Firma wollte Traktor-Dumper Gespanne einsetzen, weil sich in Deutschland so gute Erfahrungen damit gesammelt hat. Also habe ich kurzfristig die passende Technik für diesen Auftrag angeschafft", blickt Siegfried Gruber zurück. Steuerlich sind seine Gespanne in diesem Bereich dem LKW gleichgestellt: "Es gibt hier im gewerblichen Transport auch keine Vergünstigung für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Meine Traktoren müssen genauso wie LKW versteuert werden." Die Besteuerung erfolgt dabei nach dem zulässigen Gesamtgewicht, das wie in Deutschland auf max. 40 t. beschränkt ist. Die Einhaltung der zulässigen Gewichte würde gerade bei Erdtransporten häufig überprüft.
Im Holzhackschnitzeltransport setzt Gruber bei Distanzen bis 25 km vier Schleppergespanne mit 50 m³ Mulden ein. "Diese haben sich bewährt. Wir haben auch LKW mit Schubbodentrailern ausprobiert. Es hat sich allerdings gezeigt, dass der Schlepper auf Wald- und Feldwegen einfach besser vorankommt, bzw. der LKW auf diesen Wegen zum Teil gar nicht eingesetzt werden kann", erklärt Siegfried Gruber. Bis jetzt 15 feste Mitarbeiter

In den arbeitintensiven Monaten bauen die 15 Festangestellten Überstunden auf, die auf einem Zeitkonto erfasst werden. Über die Wintermonate werden die Überstunden dann abgebaut bzw. Minusstunden aufgebaut. "Die saisonale Anstellung von Mitarbeitern hat den großen Nachteil, dass die guten Mitarbeiter gehen und sich feste Arbeitsplätze in anderen Unternehmen suchen. Ich denke deshalb, dass wir mit unserem System eine gute Lösung für alle gefunden haben", erklärt Siegfried Gruber. Natürlich kann er während der Saison trotzdem nicht auf Aushilfen verzichten.


Bodennahe Gülleausbringung ist in Österreich gefragt. LU Siegfried Gruber setzt Güllewagen von Joskin mit Schleppschlauchverteiler und Güllegrubber ein.

In dieser Zeit bedient er sich aus einem Pool von 40 Personen, die kurzfristig bei ihm mithelfen und ein paar Euro hinzuverdienen wollen: "Zumeist nehmen meine Aushilfskräfte extra Urlaub für die Erntezeit, weil sie zum einen natürlich Geld verdienen wollen, zum anderen haben sie auch Spaß an der Arbeit mit den großen Maschinen." Stark in der Vermietung

Steigende und fallende Dieselpreise sind auch für österreichische Lohnunternehmer schwer zu kalkulieren. "Ich habe deshalb eine Preisanpassungsklausel in meine Verträge eingefügt. Damit bin ich auf der sicheren Seite", erklärt der Österreicher. Die Kunden würden dies akzeptieren. Einige Kunden seien aufgrund der hohen Dieselpreise im letzten Jahr sogar zu ihm gekommen und hätten die Gülle von ihm ausbringen lassen, weil ihre eigene Technik nicht so effizient mit dem Kraftstoff umgehen würde wie seine.
Ein großes Thema für Siegfried Gruber ist auch das Vermietgeschäft von Landmaschinen und Traktoren geworden: "Die Landwirte mieten mittlerweile gerne die großen Gespanne ab 200 PS mit 45 m³ Abfahrwagen zur Silageernte. Diese Kosten ohne Diesel und Mann bei mir 37 Euro/h + 20% USt. Damit sind meine Kunden deutlich effektiver als mit ihrer eigenen kleinen Technik. Sie verstehen, dass die großen Gespanne nicht doppelt soviel Sprit verbrauchen wie ihre eigenen Gespanne mit 100 PS, sondern nur 2 oder 3 l mehr pro Stunde und das bei der doppelten Transportleistung."
38 John Deere Traktoren, ein Deutz und ein Case von 100 bis 386 PS setzt Siegfried Gruber in seinem Lohnunternehmen ein. 20 davon bietet er auch in der Vermietung an. Im Schnitt kommt er auf eine Jahresauslastung von 1500 Stunden pro Schlepper. Alle Traktoren werden über Mietkauf oder Leasing finanziert. "Ohne diese Finanzierungsmöglichkeiten wäre es für das Unternehmen nicht möglich gewesen, innerhalb von so kurzer Zeit einen solch großen Wachstumssprung zu machen.

In der Finanzierung muss man flexibel sein und darauf achten, welches Finanzierungsmodell steuerlich am interessantesten für das Unternehmen ist", so die Überzeugung von Siegfried Gruber. Woher kennt er sich so gut mit dem Finanzierungsthema aus? "In meinem Hauptberuf arbeite ich für eine Leasingfirma. Im Lohnunternehmen bin ich der Prokurist und meine Frau die Geschäftsführerin", erklärt Siegfried Gruber mit einem Lächeln auf den Lippen. Kunden kaufen Leistung

In den ersten drei Jahren seit der Gründung der GmbH hat Siegfried Gruber noch mit anderen Unternehmen in der Gras- und Maissilage kooperiert bis er in 2007 in zwei eigene Häcksler (Krone BIG X 1000 und Claas Jaguar 980, 2009 kommt noch ein Krone BigX 650 dazu) investiert hat und fortan die komplette Erntekette vom Feld bis ins Silo aus einer Hand anbieten kann. Pro Jahr häckselt er ca. 1.500 ha Mais und jeweils 1.000 ha Gras und GPS. "Ich kann meinen Kunden mit der Technik, die ich einsetze, garantieren, dass ich schneller als jeder andere Lohnunternehmer in der Region arbeiten kann. Schaffen diese 120 t/h, so häcksele in der gleichen Zeit ich 230 t. Dieses Argument zieht bei meiner Kundschaft", erklärt LU Siegfried Gruber und sagt abschließend: "Bis jetzt bekomme ich jedes Jahr neue Kunden hinzu. Ich versuche innovativere Abrechnungssysteme in unserer Region einzuführen und nicht mehr einfach nur nach Hektar abzurechnen. Damit habe ich den Nerv meiner Kundschaft getroffen. Sie können entscheiden, ob Sie etwa beim Gras nach Stunden oder nach ha abrechnen möchten. Die Kunden rechnen nach und beginnen ihre Fläche zu optimieren, damit ich schneller arbeiten kann. Für mich hat es den Vorteil, dass ich schneller fertig werde und zum nächsten fahren kann. Für den Kunden wird die Ernte günstiger, als wenn er ausschließlich nach ha abrechnen lässt."

Björn Anders Lützen
Redaktion Lohnunternehmen


In Österreich sind Traktor-Dumper Gespanne auf Baustellen eher selten anzutreffen. Siegfried Gruber ist in diesem Bereich einer der Vorreiter.

Agrarservice Gruber ist auch in Youtube im Einsatz. In einem Video wird das gesamte Dienstleistungsspektrum des Unternehmens dargestellt.