November 2003: LU Nesseler und das Rübenpaket
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Bei einer Parzellendurchschnittsgröße von vier Hektar und rund fünf Parzellen pro Landwirt werden vom Lohnbetrieb Nesseler jährlich 6.000 Hektar mit einer Menge von 300.000 Tonnen Rüben gereinigt, geladen und zur Zuckerfabrik transportiert. Die Planung der Kampagne beginnt ab Februar. Die heiße Phase läuft jetzt.
Mitten im rheinischen Zuckerrübenanbaugebiet, umgeben von mehreren Zuckerfabriken, liegt der Arbeitsschwerpunkt des Lohnbetriebes Nesseler (K&A Nesseler) in der Ernte, Verladung und Logistik der zuckerreichen Rübenknollen "Die Planung der Kampagne beginnt schon ab Februar mit einem Besuch bei allen unseren 300 Landwirten auf ihrem Betrieb. Zunächst werden die Rübenparzellen kartographisch erfasst, nummeriert und codiert. Gleichzeitig werden die gewünschten Rodetermine seitens des Landwirtes vermerkt, um diese bei der späteren Planung möglichst berücksichtigen zu können. Diese Arbeit ist zur Zeit noch sehr arbeitsaufwändig, weil die Erfassung manuell erfolgt, doch das persönliche Gespräch mit dem Landwirten auf seinem Betrieb ist für uns sehr wichtig", schildert Dagmar Hensen ihren Arbeitsbereich.
Dagmar Hensen, Andreas Nesseler mit Sohn Franz Die zweite Phase der Planung setzt sich dann im Büro fort. Die Daten werden auf ein Computerprogramm übertragen und ein erster Entwurf des Lieferplans entsteht. Dabei müssen die Vorgaben der Zuckerfabriken, Wünsche der Landwirte und die eigenen Interessen, in Form der sogenannten Mausroute koordiniert werden. Für die Lademäuse wird das gesamte Verladegebiet in Zonen unterteilt, wobei diese dann mehrmals, möglichst mit kurzen Wegezeiten, diese Zonen durchlaufen. Hinzu kommt der Rodeplan für den Holmer und die Einsatzpläne für die rund achtzig Transporteinheiten. Seit 1996 roden Nesslelers mit Holmer Terra-Dos ca. 600 Hektar Zuckerrüben. "Trotz der sorgfältigen Planung müssen wir in der Kampagne flexibel reagieren", weiß Dagmar Hensen zu berichten. " Ein regenreicher Herbst, ein schlecht gepflegtes Wegenetz und Fehler bei der Mietenlagerung lassen dann häufig keine LKW-Transporter zu oder die PS-starken Traktoren werden zu Abschleppdiensten eingesetzt. Da alle Lademäuse miteinander und über den Mausbegleiter mit dem Büro und den Transportfahrzeugen in Funkverbindung stehen, können die Ladeeinheiten je nach Bedarf undelegiert werden." Die größte Herausforderung ist es die Fahrzeuge so zu verplanen, dass die tägliche Sollmenge bei der jeweiligen Zuckerfabrik eingehalten wird. Zu einer erheblichen Vereinfachung der Verwaltungsarbeiten trägt die beleglose Rübenabfuhr bei. Computergesteuert über Chipkarte oder entsprechendem Schlüssel erfolgt bei der Maus beginnend über das Transportfahrzeug bis in die Zuckerfabrik und wieder zum Büro des Unternehmens durchgängig computergesteuert der Durchfluss der Daten.
Der Einsatz der Horsch Universaldrillmaschine im Rahmen der pfluglosen Bodenbearbeitung ist noch in der Erprobungsphase. Im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb (240 ha) befinden sich Demoflächen unter wissenschaftlicher Begleitung der FH Soest. Bei den anderen landwirtschaftlichen Dienstleistungen sehen wir ein weiteres Steigerungspotential auf Grund des anhaltenden Strukturwandels. Mit der Zertifizierung unseres landwirtschaftlichen Betriebes nach EUREP-GAP für Gemüse und Kartoffeln sowie mit unserer Erfahrung mit der pfluglosen Bodenbearbeitung, bieten wir unseren Kunden eine hohe Qualifikation und sind in der Lage auch jede Art der Dokumentation von der Saat bis hin zur Ernte für sie zu übernehmen. Das Transportaufkommen natürlicher Düngemittel in Form von Carbokalk, flüssigem und festem Klärschlamm beläuft sich auf über 50000 Tonnen pro Jahr, bei einem gleichzeitig gesicherten Schüttgütertransport. Die Aufgaben im Erntsorgungsbereich konnten weiter ausgedehnt werden und beinhalten Transporte von Sickerwasser, Kompostwasser, Fäkalien und Schlämmen aller Art. Die Nesseler GmbH verfügt zu diesem Zweck über eine Abfallgenehmigung des Regierungspräsidenten Düsseldorf.
Carbokalk-Kampagne: einer der LKW beim Befüllen des Dreirades vor Ort.