September 2007: LU Gerd Dettmer managt das Mammutprojekt
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Im niedersächsischen Kettenkamp arbeitet Lohnunternehmer Gerd Dettmer in einem Umkreis von 50 km für 8 Biogasanlagen. Für eine dieser Biogasanlagen hat er die Ernte von 750 ha Mais organisiert und erledigt. Wir haben ihn vergangenen Jahr im September einen Tag begleitet.
Am Maisfeld klärt Gerd Dettmer mich über die Dimensionen des Auftrags auf. „Wir wollen in 14 Tagen die gesamte Fläche gehäckselt haben. Insgesamt sind es über 250 Einzelflächen, wobei die weiteste Fahrstrecke von der Biogasanlage bis zum Feld 36 km beträgt. Wir fahren teilweise mit drei kompletten Ketten und schaffen am Tag bis zu 100 ha."
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Michael Kruse ist für die Organisation der Häckselketten zuständig. „Wir fangen hier morgens um 6 Uhr an und arbeiten bis 22 Uhr abends“, erzählt er. Einfach ist sein Job nicht. „Bis zu 20 Abfahrgespanne sind gleichzeitig unterwegs. Diese alle zum richtigen Schlag zu führen und das per Funk und Telefon, ist zum Teil ganz schön kniffelig, zumal einige der Fahrer gar nicht aus dieser Gegend kommen.“ Teilweise liegen die Flächen 30 km und weiter von der Biogasanlage entfernt. Bei diesen Schlägen werden bis zu 12 Abfahrwagen eingesetzt, damit die Kette nicht ins Stocken gerät. Michael hat zum Teil Pfeile als Wegweiser auf die Straße gesprüht und Warndreiecke aufgestellt, damit die Fahrer die richtigen Flächen und wieder zurück zur Biogasanlage finden
Bernd Thölenjohann ist einer der 13 Abfahrer, die dafür sorgen, dass die Erntekette nicht abreißt. Landwirtschaft hat er gelernt und will jetzt seine Meisterausbildung machen. „Wir haben zu Hause einen landwirtschaftlichen Betrieb. Zurzeit ist dort nicht so viel zu tun, deshalb habe ich Zeit, bei LU Dettmer auszuhelfen“, erklärt Bernd. Beim Anschneiden einer neuen Fläche fährt er konzentriert bis auf wenige Zentimeter hinter dem Häcksler her. „Das ist alles Übungssache“, meint er. Als der Wagen nach 5 Minuten randvoll ist, geht’s für uns auf die Straße. Ziel ist die Siloanlage und ein 11 m hoher Berg aus Mais.. Zwei Traktoren fahren auf diesem Berg hin und her und verteilen das angelieferte Siliergut mit Räumschildern, die an die Fronthydraulik angebaut sind. Auf dem großen Haufen wirken sie wie Spielzeugtraktoren.
„Herr des Silos“ ist Andre Boecke. Er fährt einen Vario 924 mit Zwillingsbereifung und 16 t Gesamtgewicht. Gerd Dettmer setzt auf Standartschlepper auf dem Silo. Das Gewicht der Maschinen sei ausreichend. Der größte Vorteil gegenüber einem Radlader sei allerdings der niedrigere Kraftstoffverbrauch, meint Dettmer.
„Seit drei Jahren bin ich jetzt dabei und auf dem Silo der Biogasanlage zu walzen ist schon etwas besonderes“, sagt Andre, während er mit dem Schlepper einen Haufen Mais auf das Silo schiebt. Er hebt dabei ganz langsam den Frontkraftheber an, damit nur eine dünne Schicht Mais liegen bleibt. „Wir formen bei diesem Silo in der Mitte eine Mulde. Das heißt: Außen wird verstärkt gewalzt, weil dieser Bereich, nachher wenn das Silo voll ist, nicht mehr befahren werden kann. Bei einem Silo dieser Größe kann es in der Mitte zu großen Rissen kommen, und dann wird es auch für den Walzschlepperfahrer gefährlich. An einigen Tagen haben wir mit 20 Gespannen den Mais abgefahren. Da kam durchschnittlich jede Minute ein Wagen und es wurde nicht langweilig, “, meint Andre.