Aktuelle Ernteeinschätzung

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) stellt in seiner aktuellen Ernteschätzung für Getreide eine enttäuschende Prognose: Er geht von einer Getreideernte in Höhe von 43,8 Mio. t aus.

Das bereits unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis von 45,5 Mio. t wird damit deutlich unterschritten. Als Gründe werden die hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge der vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands genannt.

Während die Bestände im Westen und Süden des Landes in der Summe gut mit Niederschlägen versorgt seien, zeige sich im Norden und Nordosten ein anderes Bild. Dort haben die Kulturen unter dem fehlenden Regen und der Hitze gelitten. In manchen Regionen sind seit sechs Wochen keine nennenswerten Niederschlagsmengen mehr gefallen. Die Bestände zeigen daher teilweise deutliche Trockenschäden. Dies betrifft insbesondere die Gerste, die auf leichten Standorten bereits notreif wird. Sollte sich das Wetter der vergangenen Wochen fortsetzten, könnte die Ernte in den nördlicheren Bundesländern bereits zum Monatsende beginnen. 

Insgesamt leiden die Ackerfrüchte gegenwärtig nicht nur in weiten Teilen Deutschlands unter Trockenheit, sondern auch in anderen Regionen des Ostseeraums wie Dänemark, Südschweden und Polen. Die hochsommerlichen Temperaturen haben darüber hinaus dazu geführt, dass der Mitte April noch festzustellende Vegetationsrückstand zum langjährigen Mittel von zwei Wochen mehr als aufgeholt wurde. Vielmehr ist derzeit ein Vegetationsvorsprung von ein bis zwei Wochen festzustellen. 

Die Weizenernte wird auf 22,9 Mio. t und damit deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 24,5 Mio. t geschätzt. Bei Wintergerste rechnet der Verband aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit einer Erntemenge von 8,4 Mio. nach gut 9 Mio. t im vergangenen Jahr. Der Roggen wird mit gut 2,7 Mio. t auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr gesehen.  

Bei der Sommergerste wird mit einem Ergebnis von knapp 2,3 Mio. t gerechnet. Der deutliche Zuwachs im Vergleich zum vergangenen Jahr ist aber ausschließlich auf die erheblich angestiegene Anbaufläche zurückzuführen. Der Körnermais wird mit gut 4,3 Mio. t ähnlich wie im Vormonat bewertet.  

Die Ernteprognose von Winterraps wurde witterungsbedingt ein weiteres Mal leicht nach unten angepasst. Gegenwärtig rechne der Verband nur noch mit einer Erntemenge von gut 4,0 Mio. t. Damit würde in diesem Jahr die zweitniedrigste Erntemenge der vergangenen zehn Jahre eingefahren werden.

Die vollständige Einschätzung finden Sie hier.

Quelle: Deutscher Raiffeisenverband

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