Erasmusprojekt für internationale Ausbildungen

Berufsschullehrer aus Norwegen, Finnland, Litauen und Deutschland haben sich im Mai zum zweiten Mal getroffen, um die Anerkennung von internationalen Ausbildungen zu ermöglichen.
Die Projektgruppe mit den Berufsschullehrern aus Wurzen: Gabriele Hertel (2. von links), Christiane Jäckel (3. von rechts) und Volker Quittschorr (6. von links)

Vom 18.-22.05.2015 trafen sich Berufsschullehrer der Grünen Berufe aus Norwegen, Finnland, Litauen und Deutschland zum zweiten Mal. Sie möchten erreichen, dass im europäischen Ausland realisierte Ausbildungsabschnitte anerkannt werden. Daran beteiligen sich u.a. das Berufliche Schulzentrum Wurzen durch Frau Christiane Jäckel, Frau Gabriele Hertel und Herrn Volker Quittschorr.

Beim ersten Treffen in der litauischen Berufsschule Joniskis im November 2014 sind die Ausbildungssysteme miteinander verglichen worden und ist die weitere Zusammenarbeit gemeinsam beschlossen worden. Nach dem 2.Treffen in der norwegischen Berufsschule Mo in Foerde standen wie geplant die einzelnen Module fest.

Die Europäische Union fördert dieses ECVET Projekt (European Credit System for Vocational Education and Training) für Auszubildende der Agrarberufe. Dadurch wird Transparenz, Mobilität und Durchlässigkeit über Ländergrenzen hinweg gefördert.

Durch vergleichende Analysen der Ausbildungen in den vier Ländern legten sie für gemeinsame Ausbildungsabschnitte und die zu vermittelnden Kompetenzen Module fest. Nun müssen die entsprechenden Module bis zum nächsten Treffen im Dezember in Deutschland ausgearbeitet werden.

Christiane Jäckel in einem der sechs Gewächshäsuer der norwegischen Schulfarm

Die Beschreibungen der Lernergebnisse müssen passgenau und fachlich mit der Ausbildung in Deutschland verknüpft werden. Sie sind für die Ausbildungsbetriebe wichtig, wenn zum Beispiel der Lehrplan fordert, dass der Auszubildende die Milchgewinnung erlernen muss, der Betrieb aufgrund seiner Spezialisierung aber keine Kühe hält.

Leider können nicht für alle Berufsausbildungen Module erarbeitet werden, da zum Beispiel Fischen in Norwegen und Finnland auf dem Lehrplan stehen, aber nicht in Litauen und Deutschland.

Die unterschiedlichen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen erkundigten die Projektteilnehmer indem sie die Schulfarm von Mo und einige Betriebe besichtigten. Im Gegensatz zu Agrarschulen in Deutschland wird in Mo eine eigene Farm bewirtschaftet. Dazu gehören Pferde, Rinder, Schweine, Schafe und Hühner sowie sechs Gewächshäuser. Außerdem wird Ackerbau und Forstwirtschaft mit Hilfe eine eigenen Fuhrparks betrieben.

Die norwegischen Bauernhöfe verfügen im Durchschnitt zwar über weniger Ackerfläche, verfügen aber vor allem durch die Nutzung von Wasserenergie über sehr lukrative Einnahmequellen.

Die gemeinsame Arbeit für die Umsetzung dieses ECVET Projekts wird im Juni 2016 abgeschlossen. Im Anschluss werden anerkannte Auslandsaufenthalte für Auszubildende organisiert und begleitet. Im September 2016 werden sechs Auszubildende aus Litauen einen Teil ihrer Ausbildung in deutschen Betrieben absolvieren und dabei von Lehrern des BSZ Wurzen betreut.

 

Gabriele Hertel, Projektleiterin