LU Hante: Neu aufgestellt

Wenn die eigene Werkstatt den Anforderungen räumlich und organisatorisch nicht mehr genügt, besteht Handlungsbedarf - so sieht es LU Christoph Hante.
Direkt in der Werkstatt ist ein PC-Arbeitsplatz mit Drucker eingerichtet. Auch die Mappen mit wichtigen Unterlagen, wie etwa den Maschinen-Checklisten, stehen dort.

Henrik Korff schwingt gekonnt den Vorschlaghammer und schlägt gegen die Mauer. Sein Ziel ist, zusammen mit einem Kollegen einen Türdurchbruch zwischen Scheune und Schweinestall auf dem Betrieb Hante im münsterländischen Velen zu schaffen.

Besser gesagt: zwischen der ehemaligen Scheune und dem ehemaligen Stall. „Die letzten unserer einst 900 Schweine haben in diesem Frühjahr den Hof verlassen. Und die ursprüngliche Scheune nutzen wir bereits seit einigen Jahren als Werkstatt“, erzählt Christoph Hante, während seine Mitarbeiter Stück für Stück den Mauerdurchbruch erweitern.

Der junge Lohnunternehmer hat offiziell zum 1.1.2019 den elterlichen Betrieb übernommen und legt die Schwerpunkte nun noch deutlicher auf den Lohnbetrieb. „Unsere 40 ha Ackerflächen bewirtschaften wir weiterhin selbst, doch in der Tierhaltung hätten wir angesichts der generell stark gewachsenen behördlichen Auflagen sehr viel investieren müssen. Das hätte sich auf Dauer in unserer Größenordnung der Tierhaltung nicht mehr rentiert“, berichtet er weiter.

Somit kommt es ihm ganz gelegen, den frei gewordenen Platz jetzt neu nutzen zu können. Denn gerade das Thema Werkstatt möchte Christoph Hante grundsätzlich neu organisieren. Die ursprüngliche Werkstatt des landwirtschaftlichen Betriebes misst gerade einmal gut 130m² und ist schon lange zu niedrig, um darin Maschinen zu reparieren.

Deshalb wurde und wird sie als Arbeitsplatz für Metallarbeiten, für Werkbänke sowie als Lager für große und kleine Teile genutzt. In der unmittelbar daneben stehenden Scheune können Maschinen gewartet und für größere Reparaturen auch mal auseinander genommen werden. Trotzdem empfindet der junge Unternehmer die Situation als arbeitstechnisch unbefriedigend und plant das Thema Wartung & Reparatur ganz neu.

Bauarbeiten

Ein Schritt auf dem Weg dahin ist für ihn, in der 2012 neu gebauten, etwa 1.500 m² große Maschinenhalle einen etwa 900-m²-Bereich für die Wartung und Pflege von Maschinen abzuteilen. Dorthin soll dann auch das Ersatzteillager umziehen, sodass alle notwendigen Materialien an einem Ort versammelt sind und die Laufwege kürzer als bisher werden.

Die bisherige Werkstatt-Scheune bleibt in ihrer Funktion erhalten, allerdings möchte Christoph Hante dort vorrangig größere Reparaturen ausgeführt wissen, vorzugsweise solche, bei denen die Maschinen auch mal einige Tage zerlegt verbleiben können, ohne im Wege zu stehen. Nicht zu vergessen ist der eingangs erwähnte zusätzliche Raum, zu dem während unseres Gesprächs die Mauer durchbrochen wurde.

Der Mauerdurchbruch ist mittlerweile fertig, der Schutt aufgeräumt und alles akkurat gefegt, sodass sich Henrik Korff zu uns gesellt. „Dort wollen wir einen beheizbaren Arbeitsraum für alles rund um Elektronik einrichten“, erzählt der junge Land- und Baumaschinen-Mechatroniker, der seit Februar im Lohnunternehmen arbeitet und den Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Werkstatt hat.

In den kommenden Wochen soll im ehemaligen Stall der alte Spaltenboden entfernt, der Betonfußboden neu gegossen, Wände und Decke neu verkleidet und am Ende weiß gestrichen werden. „Bauarbeiten gibt es also genug, zumal für den neuen Werkstattbereich in der gegenüberliegenden Maschinenhalle eine Fußbodenheizung installiert und dann ein Betonfußboden gegossen werden soll“, fügt Christoph Hante hinzu.

Fokus Elektronik

Schäden, die zum Beispiel bei der Reinigung und dem Einwintern der Maschinen auffallen, werden sofort dokumentiert – bewusst in Papierform, um die Ausdrucke zu den Checklisten heften zu können.

Ein eigener Raum für Elektronik – ist das nicht recht aufwändig? Dies verneinen Chef und Mitarbeiter ausdrücklich. „Der Anteil Elektronik an den Maschinen nimmt immer mehr zu. Im neuen Raum, der abschließ- und beheizbar sein wird, können wir Bildschirme, Tablets und elektronische Bauteile optimal aufbewahren. Auch ein Bildschirmarbeitsplatz für die Werkstattarbeit soll dort entstehen“, erzählt Henrik Korff.

Und für die Montage sowie Reparaturen an den sensiblen Elektronikbauteilen wird dort der richtige Platz sein, so der Lohnunternehmer, der aus seiner Begeisterung für Elektronik keinen Hehl macht.

„Derzeit entwickeln wir zum Beispiel selbst eine Reifendruckregelanlage als Nachbausatz, die ISOBUS-tauglich ist und sich durch einfache Bedienung auszeichnet“, berichtet er. Hilfe bekommt er dabei von einem 16-jährigen Gymnasiasten, der sich in seiner Freizeit intensiv mit Elektronik und Programmierung beschäftigt und der in dem Projekt voll aufgeht.

Leitlinie dabei ist für beide Tüftler, dass die Technik so einfach und zuverlässig wie möglich arbeiten soll. „Das kann man von so mancher Landmaschine leider nicht immer behaupten, bei der man den Eindruck hat, dass die Entwickler von der Anwendungspraxis im Lohnunternehmen oder in einem landwirtschaftlichen Betriebes nicht genug wissen“, ist Christoph Hante überzeugt.

„Darum müssen wir als Lohnunternehmer selbst technisch so fit wie irgendwie möglich sein – ohne natürlich dem Fachhandel oder den Herstellern dazwischenfunken zu wollen. Aber wenn in der Saison etwas kaputt ist und es schnell gehen muss, ist die Problemlösung am einfachsten, wenn alle Beteiligten in der Servicekette auf Augenhöhe agieren können.“

Jens Noordhof, Chefredakteur LOHNUNTERNEHMEN

Den kompletten Artikel lesen Sie in LOHNUNTERNEHMEN-Ausgabe 12-2019.

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