Rübenschau mit den Azubis von Übermorgen
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Meßdorf. "Wenn der Osterhase die Eier versteckt, bringen wir die Rübensamen in den Boden", erklärt Michael Metzger vom Lohnunternehmen Metzger in Meßdorf seinen Zuhörern. Diesmal standen nicht Kunden um ihn herum, sondern 45 Mädchen und Jungen der Grundschule Brunau. Im Rahmen ihrer Projektwoche rund um die Rübe wollten sie einmal praktisch erleben, wie Rüben, gepflanzt, geerntet und schließlich auch verarbeitet werden. Dass am Anfang nur ein krümelgroßer Samen stand, hat die Zweit- bis Viertklässler besonders fasziniert. Vor allem da die Frucht nach einem halben Jahr ein Kilogramm oder mehr wiegen kann.
Unter den Besuchern war auch Busfahrer Rüdiger Starnat. "Das ist ein ganz schön großer Fuhrpark", sagte der erfahrene Lenker und erinnerte sich an den Beginn der DDR als Betriebe mit einem ähnlichen Prinzip Technik für die Bauern vorhielten. Im Fall des Lohnunternehmens Metzger sind es über 100 Maschinen, die für Kunden im Umkreis von 35 bis 100 Kilometer die Feldpflege und auch die Ernte übernehmen. Die meisten Maschinen waren natürlich unterwegs, doch mit dem Rübenroder hatten die Kinder Glück. Er war für Wartungsarbeiten in der Firma und konnte auch im Inneren betrachtet werden. Als erstes waren die Mädchen im Fahrerhaus und staunten bei soviel Technik nicht schlecht.
Zum Schluss durften die Schüler die geernteten Zuckerrüben auch probieren. Viele kannte die Früchte bislang nur aus sicherer Entfernung, doch den meisten Kindern mundete die Rübe, die sonst zu Zucker verarbeitet wird. Die nächste Raffinerie steht in der Börde in Klein Wanzleben. Michael Metzger freute sich über den Besuch der Kinder. "Man kann nicht früh genug anfangen, die Menschen in der Region für sein Unternehmen zu sensibilisieren. Das könnten unsere Azubis von übermorgen werden", sagt der Betriebswirt, der zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester das Unternehmen leitet. Die Mädchen und Jungen fuhren nicht nur mit einem Lächeln, sondern auch einer Hausaufgabe nach Hause. Sie sollten ein Blatt mit einer Rübe ausmalen und die Bestandteile beschriften. Als Anhaltspunkt hatten sie auch eine echte Frucht im Gepäck.
Perspektiven bietet das Unternehmen aus Meßdorf. Seit dem Jahr 1996 ist das Lohnunternehmen Metzger ein Ausbildungsbetrieb und bietet mit den Berufen Fachkraft für Agrarservice (3 Jahre) und Land- und Baumaschinenmechatroniker/in (3,5 Jahre) zwei sehr technische Berufe an. Als Dienstleister für die Landwirte in der Region weist das Familienunternehmen einen Maschinenpark mit über 100 Fahrzeugen und Einsatzgeräten auf. Etwa 50 Mitarbeiter sind derzeit in Lohn und Brot. Doch das soll wenn es nach den Wünschen von Michael Metzger geht zukünftig noch ausgebaut werden. "Wir sind das fünftgrößte Lohnunternehmen in Deutschland und wollen uns weiterentwickeln", sagt Michael Metzger. Im August haben erst fünf neue junge Leute ihre Ausbildung im Unternehmen begonnen.