Umfrage Investitionen

Wenn es um Investitionen für ihre zwei Lohnunternehmen geht, entscheiden die Brüder Hesselbach gemeinsam. Wir haben mit Michael Hesselbach geredet.
Michael (l.) und Franz Hesselbach
Michael (l.) und Franz Hesselbach. (Foto: LU Hesselbach)

„Mein Bruder Franz und ich treffen alle Entscheidungen für unsere zwei Unternehmen zusammen“, betont Michael Hesselbach. Gemeinsam mit seinem Bruder führt der 40-jährige Landwirtschaftsmeister zwei Lohnunternehmen mit Standorten in Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Sie bieten Dienstleistungen von der Aussaat bis zur Ernte an.

Was bedeutet es für Michael Hesselbach genau, „risikobereit“ zu investieren? „Für mich gibt es grundsätzlich zwei Wege: Entweder man kauft weniger Technik und hat eine hohe Auslastung“, antwortet er, „oder man hält einen größeren Maschinenpark vor und hat immer Maschinen in Reserve.“ Die richtige Balance zu finden, sei eine ständige Herausforderung.

2025: Gülletechnik

In 2025 haben die Brüder hauptsächlich in Gülletechnik investiert – Gülleverteiler, Ausbringfässer, Anbaugeräte, Selbstfahrer, zählt der Lohnunternehmer auf. Für 2026 seien hingegen noch keine Investitionsentscheidungen gefallen.

Gülletechnik
2025 haben die Brüder Hesselbach hauptsächlich in Gülletechnik investiert. (Foto: LU Hesselbach)

Man wolle sich zunächst am Markt orientieren und insbesondere die Kundenanfragen sowie die Entwicklung der Dienstleistungsbereiche beobachten. „Wann ich dann investiere, entscheide ich letztendlich aus dem Bauch heraus“, betont der Unternehmer.

Finanziert werden die Maschinenkäufe bei den Hesselbachs auf unterschiedlichen Wegen – mal über die Hausbank, mal direkt über die Hersteller. Sind auch Messekäufe eine Option? Michael Hesselbach sieht sie eher als optional an und weniger als entscheidenden Faktor für einen Kauf. „Besonders wichtig bei einer Investition ist für mich auch der Mensch, der mir auf Seiten der Verkäufer gegenübersteht“, sagt er. „Das Produkt muss natürlich gut sein, aber die beteiligten Menschen machen die Musik, die dann auch meine Entscheidung bestimmt.“ So sei ein gutes Verhältnis zum Verkäufer wichtiger als beispielsweise eventuelle Messerabatte. „Trotzdem verhandele ich bis auf’s Blut“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Maschinenflotte in Sonderlackierung
Die Lohnunternehmer Hesselbach kaufen bevorzugt neue Maschinen, die alle eine einheitliche Sonderlackierung erhalten. (Foto: LU Hesselbach)

Neu oder gebraucht?

Grundsätzlich kaufen die Hesselbachs bevorzugt neue Maschinen. Aber auch Gebrauchtmaschinen kommen infrage, wenn das Gesamtpaket stimmt. „Irgendwann weiß man, welche Maschinen man gebraucht gut kaufen kann oder eben besser nicht“, meint Michael Hesselbach aus Erfahrung. Mietmaschinen dagegen nutzt das Team nicht.

Bei der Wahl des Herstellers sei die Farbe zweitrangig: „Das Markenzeichen unseres Unternehmens ist ohnehin eine einheitliche, schwarzrote Sonderlackierung“, erzählt er. Erntemaschinen beziehen die Hesselbachs teils von Claas und teilweise von John Deere, im Gülletechnik-Bereich bleiben sie markentreu bei Kumm und Samson Agro, ihre Selbstfahrer kommen von Holmer. Die Traktorflotte setzt sich aus Fendt- und John Deere-Produkten zusammen.

Birgit Greuner

Redaktion LOHNUNTERNEHMEN

In der aktuellen Januar-Ausgabe unserer Fachzeitschrift LOHNUNTERNEHMEN lesen Sie die komplette Umfrage mit insgesamt vier Lohnunternehmern.