Waschhallen-Serie: Wirtschaftlichkeit

Mit der Auslegung der Hochdrucktechnik sind die technischen Voraussetzungen definiert. Entscheidend ist nun die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
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Höhere Wasserleistungen führen direkt zu kürzeren Reinigungszeiten und damit zu mehr Wirtschaftlichkeit. (Foto: Meier-Brakenberg)

In der Praxis wird bei der Wirtschaftlichkeit häufig auf die Investition geschaut, während der eigentliche Kostenfaktor im Betrieb liegt: Zeit und Personal. Die Waschzeit ist der zentrale wirtschaftliche Hebel. Höhere Wasserleistungen führen direkt zu kürzeren Reinigungszeiten.

In der Praxis zeigt sich dieser Zusammenhang eindeutig. Wird eine Maschine mit 15 l/min in etwa zwei Stunden gereinigt, reduziert sich die Waschzeit bei 30 l/min auf rund eine Stunde. Die gleiche Arbeit wird damit in der Hälfte der Zeit erledigt. Diese Zeitersparnis wirkt sich unmittelbar auf den Personaleinsatz aus. Bei gleicher Maschinenanzahl kann die Arbeit mit deutlich geringerem Zeitaufwand und entsprechend reduziertem Personaleinsatz durchgeführt werden.

Technik reduziert laufende Kosten

Neben der Zeit wirken sich auch die laufenden Kosten direkt auf die Wirtschaftlichkeit aus. Diese setzen sich aus Energie, Wasser, Abwasser und Betrieb zusammen.

Kosten des Gebäudes der Waschanlage
So können die Kosten für das Gebäude der Waschhalle aussehen. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Typische Werte aus der Praxis zeigen, dass allein die Warmwasserbereitung einen wesentlichen Anteil darstellt. Bei einem Energieeinsatz von rund 90 kW pro Stunde ergeben sich beispielsweise Kosten von etwa 9 €/h für die Warmwassererzeugung. Hinzu kommen Kosten für Wasser und Abwasser von zusammen etwa 4,5 €/h.

Investition und Betrieb im Verhältnis

Die Investitionskosten für eine typische Waschhalle im Lohnunternehmen liegen deutlich über denen eines einfachen Waschplatzes. Für eine Halle mit rund 690 m² mit vier Arbeitsspuren werden in der Praxis Gesamtinvestitionen im Bereich von etwa 630.000 € erreicht, zuzüglich rund 60.000 € für die Hochdrucktechnik.

Dem gegenüber stehen jährliche Betriebskosten im Bereich von etwa 60.000 € für Gebäude und Technik. Für eine Waschhalle mit vier Arbeitsplätzen entstehen Investitionskosten von rund 45.000 € für die Waschtechnik.

Kosten Hochdrucktechnik Waschanlage
Höhere Investitionen in mehr Hochdrucktechnik zahlen sich letztendlich aus. (Skizze: Meier-Brakenberg)

Entscheidend ist dabei nicht die absolute Investition, sondern die Leistung der Anlage im Betrieb. Anlagen, die auf Dauerbetrieb ausgelegt sind, erreichen Laufzeiten von deutlich über 20.000 Betriebsstunden bei regelmäßiger Wartung.

Typische Fehleinschätzung

In der Praxis wird häufig versucht, die Investition möglichst gering zu halten. Zu klein ausgelegte Anlagen führen jedoch dauerhaft zu längeren Waschzeiten und höherem Personalaufwand. Die Folge sind steigende Betriebskosten, die die ursprüngliche Einsparung bei der Investition deutlich übersteigen.

Wirtschaftlichkeit als System

Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Wasserleistung, Warmwasser, Arbeitsplatzanordnung und Anlagenkonzept. Ziel ist es, Maschinen in möglichst kurzer Zeit mit minimalem Personaleinsatz zu reinigen. Anlagen, die diese Anforderungen erfüllen, arbeiten wirtschaftlich, unabhängig von der Höhe der Investition.

Ausblick

Im nächsten Teil der Serie werden spezielle Anforderungen wie Frostsicherheit, Waschen von oben und Automatisierung bearbeitet.

Autor: Wolfgang Meier
Unternehmen: Meier-Brakenberg
Link: www.meier-brakenberg.de

Der Autor und sein Team begleiten die Planung von Waschhallen und Hochdrucksystemen und unterstützen Lohnunternehmen dabei, Anlagen von Anfang an richtig auszulegen.