März 2007: LU Mercator GmbH wechselt vom Gülle-Selbstfahrer zum Tridemfass
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Klaus-Dieter Dähn ist Chef der Mercator GmbH aus Barth. Dahinter steckt ein Lohnbetrieb mit gewerblicher Getreidetrocknung, einem Verleihbetrieb für Bagger, Kran und Radlader. Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden gehandelt und auch ausgebracht. Außerdem sind fünf LKW mit selbstständigen Fahrern unterwegs. Ein bis zwei LKW transportieren ganzjährig Ko-Fermenter für eine Biogasanlage. Die anderen LKW laden Getreide und Dünger oder aber werden in Kooperation von einer örtlichen Spedition eingesetzt. Im Lohnbetrieb arbeiten derzeit 9 feste Mitarbeiter. Vier von ihnen sind überwiegend mit dem Güllefass unterwegs.
90.000 m³ pro Jahr
Landwirtschaftliche Dienstleistung, das ist für Mercator in erster Linie die Gülleausbringung. Einmal für die gülleerzeugenden Milchviehbetriebe aber zunehmend ordern auch viehlose Betriebe wegen steigender Mineraldüngerpreise Gülle. „Der Düngerwert der Gülle ist mittlerweile deutlich höher als die Ausbringkosten. Daher“ – so prognostiziert Dähn –„ wird die Gülle künftig mehr und auch weiter transportiert.“
Insgesamt bringt Klaus-Dieter Dähn mit seinen Leuten jährlich 90000 m³ Gülle aus. Bis Frühjahr 2006 erledigte er das mit dem TerraGator Selbstfahrer und Tridemfässer als Zubringfahrzeuge. Bei Entfernungen von 5 – 6 km vom Güllebecken zum Acker sei aber der Zwischentransport nicht zwingend erforderlich.
„Wir haben von 1998 bis Frühjahr 2006 mit dem Dreirad-Selbstfahrer die Gülle ausgebracht. Eine – wie ich meine – sehr gute Maschine, die wenige Störungen hatte und gute Leistung bringt.“ Aber in seiner Kundschaft habe sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen. Außerdem betragen die Entfernungen in seiner Kundschaft vom Güllebecken zum Feld meist nicht mehr als 6 km.
Seine landwirtschaftlichen Kunden fordern eine sehr effektive Ausbringung der Gülle, wegen der hohen Mineraldüngerpreise. Effektiver Gülledüngen heißt hier das Ausbringen in die aufgelaufenen bzw. bestehenden Kulturen, wie Raps oder Getreide per 24 m Schleppschlauch.
Schlagkraft, das heißt nicht nur Volumen, sondern auch Tempo bei den Pumpen. Der Mercator-Chef hat sich an seinen Alufässern für Pumpen entschieden mit einer Leistung von jeweils 10m³/min.
LU Klaus-Dieter Dähn hat sich vom Selbstfahrer getrennt und bringt die Gülle jetzt mit gezogenen Stahl- und Alufässern aus. Grund ist die Forderung der Kunden die Gülle in stehende Kulturen mit 24 m Schleppschlauch auszubringen.
„Im Herbst wollten die Kunden, dass wir mit Schleppschlauch nahezu alle Kulturen mit Gülle versorgen, meist mit Aufwandmengen von 15m³/ha. Das beginnt beispielsweise wenn der Raps vier oder fünf Blätter hat und endet, im Mai/Juni, wenn der Mais Tischhöhe erreicht hat.“
Klaus-Dieter Dähn hat wegen der Forderung nach Schleppschlauchausbringung in diesem Jahr den Selbstfahrer durch 24m³ Tridemfässer mit 24 m Schleppschlauch ersetzt. Das habe – so Dähn – auch zur Folge gehabt, dass einige seiner Kunden ihre Ausbringverträge mit ihm verlängert hätten. „Derzeit arbeite ich bei fast jedem zweiten Güllekunden mit Festvertrag, meist über 5 Jahre. Parameter sind die Kubikmeter pro Jahr mit Anpassungsklauseln für Entfernung und Dieselpreis.
Alu-Fässer bringen 3 Tonnen
Aktuell sind zwei 24m³ Aluminium-Fässer und zwei 24 m³ Stahlfässer im Einsatz. drei dieser Fässer mit 24 m Schleppschlauchgestänge, eines mit Düsenbalken. Düsenbalken auch nur wegen der Ausbringbreite von 30 m. „Die Alufässer bringen gegenüber dem Stahlfass eine Gewichtsreduzierung von 3 to pro Fass. Das war der Grund für mich, Alufässer zu kaufen. Jetzt warte ich noch auf ein Aluminium-Schleppschlauchgestänge“, erzählt LU Dähn. Die Firma Vogelsang arbeite an solche Alu-Schleppschlauchtgestängen, sei aber – wie Dähn meint - noch nicht zufrieden mit der Haltbarkeit. LU Dähn hofft, dass sich durch ein Alugesänge ca. eine Tonne an Gewicht sparen ließe. Das zumindest sein Ziel.
„Wenn keine Gewichtsreduzierung in dieser Größenordnung erreicht wird, dann brauche ich kein Alugestänge“, betont er. Wie kürzlich auf der EuroTier in Hannover von Vogelsang zu hören war, sei das Alu-Schleppschlauchgestänge zwar mehr als eine Idee, aber die Realisierung noch in weiter Ferne. Knackpunkt sei die Stabilität in Korrelation mit Gewichtsreduzierung und Preis.
Für das Alufass, sagt Klaus-Dieter Dähn, habe er bei gleicher Ausrüstung rund 10000 bis 15000 Euro mehr bezahlt als für das Stahlfass. „Bei dem Mehrpreis habe ich schon ein paar Tage überlegen müssen, denn die Kunden zahlen mir deshalb nicht mehr pro Kubikmeter.“ Sein Hintergedanke war, möglichst viel Zuladung zu erreichen, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Gewichtsgrenzen.
Gezogen werden die Fässer bei ihm grundsätzlich mit Kugelkopf-Untenanhängung, meist von Fendt 926 Vario. Der Mercator-Chef legt viel Wert auf 50 km/h, Variogetriebe und guter Fahrzeugfederung, denn eine Strecke von 250 km pro Traktor und Tag seien keine Seltenheit. „Hier bei unseren Plattenwegen zeigt sich dann wie gut die Traktor-Federung wirklich ist“, kommentiert er.
Er räumt ein, dass vier 24 m³ Fässer für 90000 m³ Jahresleistung eigentlich zuviel an Kapazität sind. Aber die Forderung seiner Kunden nach Schlagkraft habe enorm zugenommen. 1000 m³ pro Kunde und Tag müssen leistbar sein und das bei mehreren Kunden zur gleichen Zeit. „Wir haben eben nicht unbegrenzt das passende Wetter“, erklärt er.
„Hinzu kommt, dass auch die Schlagkraft der Landwirte von Jahr zu Jahr gewachsen ist. Die Bauern sind immer schneller geworden. Das merken wir besonders im Sommer, wenn Gülledüngung auf den Stoppel als Startgabe für die Rapssaat anliegt“
Aktuell sind bei LU Dähn zwei 24m³ Aluminium-Fässer und zwei 24 m³ Stahlfässer im Einsatz. drei dieser Fässer mit 24 m Schleppschlauchgestänge. „Die Alufässer bringen gegenüber dem Stahlfass eine Gewichtsreduzierung von 3 to pro Fass.“, beschreibt er.
Gezogen werden die Fässer bei ihm grundsätzlich mit Kugelkopf-Untenanhängung, meist von Fendt 926 Vario. H. Dähn legt viel Wert auf 50 km/h, Variogetriebe und guter Fahrzeugfederung. „Hier bei unseren Plattenwegen zeigt sich dann wie gut die Traktor-Federung wirklich ist“, kommentiert er.
Durchflussmesser optimieren Ausbringung
Schlagkraft, das heißt nicht nur Volumen, sondern auch Tempo bei den Pumpen. Der Mercator-Chef hat sich an seinen Kotte-Alufässern für Pumpen entschieden mit einer Leistung von jeweils 10m³/min. Schnell voll und schnell leer, das ist ihm wichtig, ebenso wie die Durchflussmengensteuerung. Das heißt, die Ausbringmenge wird automatisch entsprechend der Fahrgeschwindigkeit geregelt. Der Fahrer stellt ein, beispielsweise 15 m³/ha bei 24 m Arbeitsbreite und gibt Gas. Der Durchflussmesser steuert über einen Drei-Wege-Hahn die Ausbringmenge entsprechend der Fahrgeschwindigkeit automatisch. Gibt dem Fahrer aber auch Signale, ob der zu schnell oder zu langsam fährt. Die Pumpen laufen stets mit gleicher Leistung. Bei langsamer Fahrt wird durch einen Beipass die überschüssige Gülle wieder zurück ins Fass geleitet. Erhöht sich die Fahrgeschwindigkeit wird wieder mehr Gülle Richtung Schleppschlauch gelenkt.
Angeschlossen an diese Durchflussmengen-Steuerung ist auch ein Drucker, damit der Fahrer für den Kunden und für die Abrechnung ein Protokoll erstellen kann mit Kundennamen, Auftrags-, Schlagnummer und die ausgebrachte Menge. Die Kunden wollen und müssen wegen Cross Compliance wissen, wie viel Menge auf den Schlag gekommen ist und sie wollen gleichmäßige Verteilung, betont Dähn. GPS Auswertung, wo genau das Güllefass gelaufen ist, werde noch nicht verlangt. „Da erwartet der Kunde von uns gute fachliche Praxis.“
Die Arbeitsbreite von 24 m sieht er derzeit als Grenze, denn Manko sind bei ihm Mecklenburg-Vorpommern die großen Schläge. Bei 24 m³ und einer Ausbringmenge von 15m³ müssen seine Fahrer mit dem Fass häufig zweimal oder im Extremfall auch dreimal in die gleiche Spur. Größere Arbeitsbreiten wären da eher kontraproduktiv und mehr Kubikmeter in die Fässer geht erst recht nicht.
Autor: Hans-Günter Dörpmund