Mai 2013: LU Jehn
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„Die Traktoren und die Aussaattechnik wird immer größer und damit auch schwerer. Dies kann zu Auflaufproblemen bei der Maisaussaat führen - und zwar in den Reihen, die in die zuvor durchfahrene Schlepperspur gelegt werden. Denn dort wird der Boden bei ungünstigen Witterungsbedingungen durch den Reifen zu sehr verdichtet oder liegt schlichtweg zu tief und zu fest", schildert Lohnunternehmer Erhard Jehn aus Petersberg-Böckels in Hessen die Problematik und sagt weiter: „Dies Problem kann nicht immer durch Spurlockerer gelöst werden. Meiner Meinung nach sind sie entweder zu aggressiv und holen zu viel nassen grobklumpigen Boden zu hoch. Dann liegt das Korn nicht mehr in einem optimalen Saatbett. Wenn die Spurlockerer hingegen enger eingestellt sind, bekommt man Probleme mit Ernterückständen. Durch das enge Zeitfenster für das Maislegen, können wir aber nicht immer auf optimale Witterungsbedingungen warten." Bei den von ihm bewirtschafteten Böden ist fast alles dabei vom Sand bis hin zu schweren Tonböden.
Vier Aggregate in der lichten Schlepperspur
Neben
den landwirtschaftlichen Dienstleistungen Grünfutterernte, Maishäckseln und
Strohpressen, hat das Lohnunternehmen Jehn für die Maisausaat drei Sägeräte für
die Eng-, Breit- und Mulchsaat im Fuhrpark bereitstehen. Körnermais wird in der
Region nicht angebaut, Silomais und Energiemais halten sich ungefähr die Waage.
Die mineralische Unterfußdüngung ist bei zwei der drei Geräte möglich. Während
zwei der Einzelkorndrillen mit 50 bzw. 75 cm Reihenweite den Mais legen,
wurden die Säaggregate der dritten aufgrund der zuvor geschilderten Problematik
so eingestellt, dass sie nun Eng- und Breitsaat auf einem Feld kombiniert und
auch Unterfußdüngung möglich ist.
Die Maissäaggregate auf der Gleitschiene wurden so verschoben, dass nun vier der Maissäaggregate in der lichten Schlepperspur (also in dem Raum zwischen den Innenkanten der Schlepperreifen) mit einem Abstand von 37,5 cm angeordnet sind. Dadurch läuft kein Säaggregat mehr in der Reifenspur. Der Kornabstand in den 37,5 cm Reihen wurde verdoppelt, so dass die Kornanzahl pro m² gleich bleibt.
Der Abstand von dem äußersten Säaggregat in der lichten Schlepperspur zu dem am äußeren Reifenrand liegenden beträgt 80 cm, der nächste nach außen hin dann „normale" 75 cm. „Der Spuranreißer ist so eingestellt, dass mit einem Abstand von 75 cm angeschlossen wird. So entstehen vier enge und vier breite Reihen im Wechsel", erklärt Lohnunternehmer Erhard Jehn sein System.
Erntetechnik muss passen
Durch die 80 cm Reihenabstand im Bereich um den Schlepperreifen würden
so außerdem Fahrgassen entstehen, die später für Pflegemaßnahmen wie den
Pflanzenschutz bei Reifenbreiten bis 80 cm genutzt werden könnten, sagt
Erhard Jehn: „Das funktioniert bei uns dann mit allen Geräten mit einer
Arbeitsbreite, die durch 5 teilbar ist. Bei unserer 21 m Pflanzenschutzspritze,
schalte ich die jeweils äußerste Düse links und rechts aus, dann passt das auch
wieder." Die Fahrgassen seien neben der abgestellten Auflaufproblematik ein
weiterer Punkt, den seine Kunden schätzen würden. Aufgrund der steigenden
Nachfrage durch seine Kundschaft überlegt Erhard Jehn zurzeit in ein weiteres
Gerät dieser Art zu investieren und diese ebenfalls auf das kombinierte Eng-
und Breitsaat-System umzurüsten.
Enge Reihenweiten über die gesamte Fläche einzusetzen, also noch zwei weitere Säaggregate zu integrieren, ist für Erhard Jehn nicht erstrebenswert. Zum einen würde ihm die Maschine zu schwer werden, zum anderen würden natürlich zusätzliche Kosten auf ihn und damit auch auf die Kunden zukommen.
Welche Konsequenzen haben wechselnde Reihenweiten auf die folgende Erntetechnik? Durch die unterschiedlichen Reihenweiten ist das Lohnunternehmen bei der Ernte auf ein reihenunabhängiges Maisgebiss am Häcksler angewiesen. Allerdings hat das Lohnunternehmen hier bereits einmal den Hersteller gewechselt, da das erste Fabrikat trotz der Ausweisung „reihenunabhängig" nicht mit unterschiedlichen Reihenweiten zu Recht kam.
Geschrieben von Mirja Plischke