November 2012: LU Tubes- Dienstleister mit Know How
Älterer Beitrag
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Ansgar Tubes hat nach einer landwirtschaftlichen Lehre und
zwei Praxisjahren zunächst in Bonn (da war es im zu theoretisch) später in
Soest Landwirtschaft studiert und mit Diplom Ing. FH abgeschlossen. Nachdem er
12 Jahre lang einen landwirtschaftlichen Pachtbetrieb bewirtschaftet hat, wagte
er mit 40 Jahren nochmal einen Neuanfang und entschied sich dazu, den sowieso
schon überbetrieblich ausgeführten Pflanzenschutz zu verfeinern und auszubauen.
„Während meiner Zeit als Landwirt hatte ich bereits für zwei Nachbarbetriebe
den Pflanzenschutz übernommen und diese auch beraten. Immer öfter kamen auch
Anfragen weiterer Landwirte. So lag diese Entscheidung nahe", erzählt Ansgar
Tubes. Die Gegend rund um Kirchhellen, am nördlichen Rand des Ruhrgebietes in
direkter Nachbarschaft zum Münsterland, ist veredelungsintensiv. Der Ackerbau
läuft mehr oder weniger nebenbei. „Die meisten Landwirte sind hier froh, wenn
ihnen einer die Arbeit abnimmt", sagt Ansgar Tubes.
Spritze komplett ausgelastet
„Meine Spritze ist ganzjährig ausgelastet. In diesem Jahr
musste ich erstmals Hilfe dazu nehmen, weil die Auftragsbücher so voll warten",
erzählt Ansgar Tubes und weiter: „Pflanzenschutz ist Terminarbeit. Da kann man
nicht schieben, daher habe ich mir lieber Hilfe hinzugeholt, bevor die Kunden
verärgert sind."
Insgesamt spritzt Ansgar Tubes rund 3000 ha bei 30 Kunden. Hauptsächlich ist er in Getreide und Mais unterwegs. „Raps findet man hier leider kaum noch", so Ansgar Tubes. Seit Ende Herbst 2008 arbeitet er mit einer gezogenen Amazone Spritze mit 4.200 l Tankvolumen und einem 30 m-Gestänge hat. Die Spritze ist mit automatischer Gestängehöhenführung und GPS-gesteuerter Teilbreitenschaltung ausgestattet. Das 30 m Gestänge würde bei ihm absolut Sinn machen, da er in der Region meistens mit 15 m Fahrgassen gedrillt würde und er so jede zweite Fahrgasse nehmen kann.
Die Dienstleistung Pflanzenschutz fängt bei Ansgar Tubes
damit an, dass er die Fläche, die zu spritzen ist, abläuft und begutachtet:
„Der Landwirt teilt mir mit, wo er was angebaut hat. Ich fahre alle Flächen
regelmäßig ab und entscheide dann eigenverantwortlich, ob bzw. was ich mache.
Ich fahre aber niemals mit meiner Spritze über eine Fläche, ohne sie vorher
begutachtet zu haben." Auch welche Mittel eingesetzt werden, entscheidet Ansgar
Tubes eigenständig. „Die Landwirte geben mir auch zu verstehen, dass ich ihre
Flächen so behandeln soll, wie meine eigenen", sagt Ansgar Tubes. Darauf legt
er auch Wert, denn jedes Mal Rücksprache mit dem Kunden zu halten, würde viel
zu viel Zeit kosten. Durch dieses freie Arbeiten, kann sich Ansgar Tubes die
Spitzrouten so legen, wie es zeitlich und logistisch am günstigsten für ihn
ist.
Die Pflanzenschutzmittel bezieht er bei der örtlichen
Genossenschaft und geht somit in Vorleistung. Im 14tägigen Rhythmus gibt er der
Genossenschaft bekannt, welche Mittel in welcher Menge bei welchem Landwirt
verbraucht wurden. Diese bekommen dann von der Genossenschaft eine Rechnung und
Ansgar Tubes wird die Summe gutgeschrieben. Der Lohnunternehmer dokumentiert gemeinsam mit der Rechnung
für den Landwirt, welches Mittel in welcher Aufwandmenge auf welchem Schlag
stattgefunden hat. So hat dieser alles cross-compliance gerecht zusammen. „Das
hat schon mancher Cross-Compliance Betriebsführung standgehalten", berichtet
Ansgar Tubes.
Bodenproben
Bis heute noch ist der Pflanzenschutz seine wichtigste
Einnahmequelle. Zum Teil führt er aber auch die komplette Bewirtschaftung der
Ackerflächen seiner Kunden aus - von der Saat, über die Düngung und den
Pflanzenschutz. Viele seiner Kunden lassen sich pflanzenbaulich von ihm
beraten, das fängt oftmals schon bei der Wahl der Sorte an. Vor einiger Zeit
ist Ansgar Tubes auch in den Dienstleistungsbereich der Bodenbeprobung
eingestiegen. Daneben ist er seit drei Jahren vorrangig im Winterhalbjahr auch
als Anbauberater für die KWS tätig. Werbung machen muss Ansgar Tubes nicht: „Das läuft vor allem
durch Mundpropaganda. Die Landwirte wissen, welche Flächen ich gespritzt habe und
sehen die Erfolge. Bei den Bodenproben läuft es oft so, dass sie mich mit dem
Gator und dem Bodenprobeentnahme-Gerät sehen und das dann auch wollen."
von Mirja Plischke, Redakteurin Lohnunternehmen